Der Regen hatte aufgehört, aber mein Herz klopfte noch immer wie verrückt. Neben mir saß Frau Kowalczyk – Mira, wie sie mich vor einer Stunde gebeten hatte, sie zu nennen – und lachte mit diesem tiefen, kehligen Lachen, das mich seit Wochen nachts nicht mehr schlafen ließ. Wir standen auf einem Seitenstreifen der Landstraße, die Scheiben beschlagen, und ich wusste nicht mehr, wie zum Teufel das alles hier passiert war.
Eigentlich hatte alles ganz harmlos angefangen. Ich sollte nach der Schule ihren Laptop reparieren – so der offizielle Plan. Sie hatte mich vor drei Tagen im Lehrerzimmer gefragt, ob ich mir das ansehen könnte. „Du bist doch so gut mit Technik, Janek. Hilfst du mir?“ Natürlich hatte ich Ja gesagt. Ich war neunzehn, im letzten Schuljahr, und seit Monaten hing ich an ihren Lippen, wenn sie vorne am Pult stand und über moderne Literatur sprach.
Mira Kowalczyk war Ende dreißig, hatte Sommersprossen auf der Nase und trug immer diese engen Bleistifte-Röcke, die mir den Verstand raubten. Alle Jungs redeten über sie, aber ich war der Einzige, der wirklich mit ihr sprach. Über Bücher, über Filme, über alles Mögliche. Und heute hatte sie vorgeschlagen, dass wir direkt zu ihr fahren würden – sie wohnte außerhalb der Stadt, in einem kleinen Dorf.
„Ich bringe dich nachher wieder zurück“, hatte sie gesagt. „Kein Problem.“
Wir waren kaum zwanzig Minuten unterwegs gewesen, als der Regen anfing. Erst nur ein paar Tropfen, dann eine richtige Wand aus Wasser. Sie fuhr langsamer, beugte sich über das Lenkrad, versuchte, durch die Flut etwas zu sehen. „Verdammt“, murmelte sie. Dann lachte sie plötzlich. „Weißt du was? Ich glaub, wir sollten kurz anhalten. Das ist zu gefährlich.“
Sie lenkte den Wagen auf den nächsten Seitenstreifen, schaltete den Motor aus. Der Regen trommelte auf das Dach, und plötzlich waren wir in dieser winzigen, intimen Blase aus Dunkelheit und Nähe gefangen. Ich roch ihr Parfüm – etwas Blumiges mit einer Spur von Vanille – und hörte ihren Atem, der ein bisschen schneller ging als normal.

„Okay“, sagte sie leise und drehte sich zu mir. „Das ist jetzt vielleicht etwas unpassend, aber… ich muss dich etwas fragen.“
Mein Herz setzte einen Schlag aus. „Was denn?“
„Hast du eine Freundin?“
Ich schluckte. „Nein.“
„Gut.“ Sie biss sich auf die Unterlippe, und ich sah, wie sie mit sich rang. „Weil… ich denke seit Wochen darüber nach, und es ist völlig falsch, und ich sollte das nicht tun, aber…“ Sie brach ab, sah mich an. Ihre Augen waren dunkel im schwachen Licht. „Janek, sag mir, dass ich mir das nur einbilde. Sag mir, dass du mich nicht genauso ansiehst wie ich dich.“
Ich konnte nicht sprechen. Mein Mund war trocken. Draußen war die Welt eine verschwommene Masse aus grau und nass, aber hier drinnen war alles gestochen scharf. Die Form ihrer Lippen. Die Art, wie ihre Finger das Lenkrad umklammerten. Die Stelle, wo ihr Puls an ihrem Hals pochte.
„Ich bilde mir nichts ein“, brachte ich schließlich heraus.
Sie atmete scharf ein. „Scheiße.“
Dann beugte sie sich zu mir rüber und küsste mich. Einfach so. Ihre Lippen waren weich und warm, und sie schmeckte nach Kaffee und etwas Süßem. Meine Hand fand wie von selbst ihren Weg zu ihrer Wange, und ich spürte, wie sie sich in den Kuss hineinlehnte, tiefer, hungriger.

Als wir uns trennten, keuchten wir beide. „Das war…“ Sie lachte atemlos. „Das war so verdammt unverantwortlich.“
„Willst du aufhören?“
Sie sah mich an, und in ihren Augen lag etwas Wildes, etwas, das ich noch nie bei ihr gesehen hatte. „Nein. Auf keinen Fall.“
Sie zog mich wieder an sich, und diesmal war es weniger zögerlich, weniger vorsichtig. Ihre Hände glitten in meine Haare, und ich spürte, wie sie leise stöhnte, als meine Lippen ihren Hals fanden. Die Handschaltung drückte unbequem gegen mein Knie, aber es war mir egal. Alles, was zählte, war die Hitze ihres Körpers, die Art, wie sie meinen Namen flüsterte.
„Hinten“, keuchte sie. „Lass uns nach hinten gehen.“
Wir kletterten über die Sitze wie Teenager, lachten und stolperten übereinander. Es war eng und unbeholfen und absolut perfekt. Sie zog mich auf den Rücksitz, und plötzlich saß ich, und sie saß auf mir, ihre Beine zu beiden Seiten meiner Hüften. Ihre Hände fuhren unter mein T-Shirt, ihre Finger kühl auf meiner Haut.
„Du bist so verdammt jung“, murmelte sie, aber es klang nicht vorwurfsvoll. Es klang… erregt. Fasziniert.
„Und du bist so verdammt heiß“, gab ich zurück, und sie lachte wieder, dieses kehlige Lachen, das mir durch Mark und Bein ging.
Ihre Bluse hatte vorne Knöpfe. Ich öffnete sie einen nach dem anderen, langsam, während sie zusah. Ihre Augen wurden dunkler mit jedem Knopf. Darunter trug sie einen schwarzen BH aus Spitze, und ich konnte sehen, wie sich ihre Brustwarzen durch den Stoff abzeichneten. Ich beugte mich vor, küsste die Stelle zwischen ihren Brüsten, und sie bog sich mir entgegen, ihre Finger in meinen Haaren.
„Mehr“, flüsterte sie.
Ich hakte den BH auf, und ihre Brüste waren genau so, wie ich sie mir vorgestellt hatte – voll und weich, mit blassrosa Brustwarzen. Ich nahm eine in den Mund, und sie stöhnte laut, ihre Nägel gruben sich in meine Schultern. Es war fast wie in jener Geschichte, die ich mal gelesen hatte, nur dass das hier echt war. Echt und überwältigend und besser als alles, was ich mir je hatte ausmalen können.
Sie rieb sich gegen mich, und ich spürte, wie hart ich war, wie sehr sie mich wollte. Ihre Hand wanderte nach unten, öffnete meine Jeans, schob sich hinein. Als ihre Finger mich umfassten, musste ich die Augen schließen, musste mich zusammenreißen, um nicht sofort zu kommen.

„Scheiße, Mira…“
„Du bist so hart für mich“, flüsterte sie direkt an meinem Ohr. „Ich wette, du hast dir das vorgestellt. Im Unterricht. Wie es wäre, mich zu berühren.“
„Jeden verdammten Tag“, gestand ich.
Sie lachte leise, fast triumphierend. Dann hob sie sich ein Stück, zog ihren Rock hoch. Darunter trug sie einen String aus schwarzer Spitze, schon feucht. Sie schob ihn zur Seite, und ich konnte sehen, wie nass sie war, wie sehr sie das hier wollte.
„Kondome“, keuchte ich. „Ich habe…“
„Tasche hinten“, unterbrach sie mich. „Seitenfach.“
Ich griff danach, fand die kleine Packung. Meine Hände zitterten ein bisschen, als ich eins herausnahm, aufriss. Sie beobachtete mich dabei, ihre Augen dunkel und hungrig, und als ich es überrollte, biss sie sich auf die Lippe.
„Komm her“, sagte sie.
Sie führte mich zu sich, und dann sank sie langsam auf mich herab. Die Hitze, die Enge – es war atemberaubend. Sie legte ihren Kopf in den Nacken, stöhnte laut, und ich hielt ihre Hüften fest, spürte, wie sie sich an mich gewöhnte. Der Regen trommelte noch immer auf das Autodach, aber es war nur noch Hintergrundgeräusch. Alles, was zählte, war das hier. Sie und ich und die Art, wie wir zusammenpassten.
Sie begann sich zu bewegen, langsam zuerst, dann schneller. Ihre Brüste wippten vor meinem Gesicht, und ich nahm eine Brustwarze in den Mund, saugte daran, während sie ritt. Sie stöhnte meinen Namen, wieder und wieder, und ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog, wie die Hitze sich aufbaute.
„Berühr mich“, keuchte sie. „Meine Clit – bitte…“
Ich schob meine Hand zwischen uns, fand die kleine empfindliche Stelle, begann sie zu reiben. Sie schrie auf, ihre Bewegungen wurden unkoordinierter, verzweifelter. Die beschlagenen Scheiben, die Enge des Autos, das Wissen, dass jeden Moment jemand vorbeikommen könnte – es machte alles nur noch intensiver. So ähnlich wie diese Geschichte vom Lehrerparkplatz, nur dass wir hier komplett allein waren.
„Ich komme“, stöhnte sie. „Janek, ich komme…“
Ich spürte, wie sie sich um mich herum zusammenzog, wie ihr ganzer Körper bebte. Sie sank gegen mich, ihr Atem heiß an meinem Ohr, und das war zu viel. Ich explodierte in ihr, sah Sterne, konnte nicht mehr denken, nicht mehr atmen, konnte nur noch fühlen.
Wir blieben so sitzen, ineinander verschränkt, während unser Atem sich langsam beruhigte. Sie hob den Kopf, sah mich an, und ihr Gesicht war weich und offen auf eine Art, die ich noch nie gesehen hatte.

„Wir sind so im Arsch“, sagte sie leise.
„Ich weiß.“
„Ich bin deine Lehrerin. Das hier ist verboten. Falsch.“
„Ich weiß.“
Sie küsste mich, zärtlich diesmal. „Und trotzdem will ich es wieder tun.“
Ich grinste. „Ich auch.“
Draußen hatte der Regen aufgehört. Die Sonne brach durch die Wolken, malte goldene Streifen auf die beschlagenen Scheiben. Wir zogen uns langsam wieder an, kicherten wie Verschwörer, wenn unsere Finger sich berührten.
„Was ist mit dem Laptop?“, fragte ich schließlich.
Sie lachte. „Es gibt keinen Laptop. Ich wollte nur einen Vorwand, um dich für mich allein zu haben.“
„Ernsthaft?“
„Ernsthaft. Ich bin eine furchtbare Lehrerin.“
„Du bist eine fantastische Lehrerin“, widersprach ich. „Du bringst mir gerade… sehr viel bei.“
Sie boxte mich spielerisch gegen die Schulter. „Idiot.“
Wir kletterten zurück auf die Vordersitze. Sie startete den Motor, sah mich im Rückspiegel an. Ihre Augen funkelten, und ich sah etwas darin, das mir sagte, dass das hier erst der Anfang war. Von etwas Gefährlichem. Von etwas Falschem. Aber auch von etwas, das wir beide nicht mehr aufhalten konnten.

„Fahren wir noch zu dir?“, fragte ich.
Sie lächelte langsam. „Oh ja. Definitiv. Ich denke, wir haben noch eine Menge… Hausaufgaben zu erledigen.“
Sie lenkte den Wagen zurück auf die Straße. Im Rückspiegel sah ich noch immer ihre Augen, sah das Versprechen darin. Meine Jeans war noch immer aufgeknöpft, mein Herz schlug noch immer viel zu schnell, und ich wusste, dass ich das hier nie vergessen würde. Diese Fahrt. Diese Frau. Diesen Moment, in dem alles sich verändert hatte.
Als wir später in ihrer Wohnung ankamen – ein gemütliches kleines Nest mit Büchern überall und Kerzen auf dem Fenstersims – führte sie mich direkt ins Schlafzimmer. Keine Vorwände mehr. Keine Ausreden. Nur noch wir zwei und das Knistern in der Luft.
„Diesmal“, sagte sie und schob mich aufs Bett, „diesmal nehmen wir uns Zeit.“
Und das taten wir. Stunden, die sich anfühlten wie Minuten. Ihre Haut unter meinen Händen, süß und salzig vom Schweiß. Ihre Stimme, die meinen Namen rief, leise erst, dann lauter. Die Art, wie sie mir zeigte, was sie mochte, geduldig und spielerisch zugleich. Es war anders als im Auto – langsamer, intensiver, irgendwie echter.
Ich lag irgendwann auf dem Rücken, sie auf mir, ihre Finger zeichneten Muster auf meiner Brust. „Wir müssen vorsichtig sein“, murmelte sie. „In der Schule. Niemand darf das je erfahren.“
„Ich weiß.“
„Noch ein paar Monate, dann hast du deinen Abschluss. Dann…“ Sie brach ab, sah mir in die Augen. „Dann sehen wir weiter.“
„Dann sehen wir weiter“, wiederholte ich.
Sie küsste mich wieder, und ich spürte, wie etwas in meiner Brust sich weitete. Das hier war mehr als nur Sex. Es war… etwas, das ich noch nicht benennen konnte. Etwas, das mich gleichzeitig erschreckte und faszinierte.
Als sie mich später zurück in die Stadt fuhr – beide frisch geduscht, beide mit Geheimnissen in den Augen – sah sie mich wieder im Rückspiegel an. „Morgen im Unterricht“, sagte sie, „tust du so, als wäre nichts gewesen.“
„Natürlich.“
„Ich meine es ernst, Janek.“
„Ich auch.“
Aber als sie mich an der Ecke absetzte, konnte ich nicht anders. Ich beugte mich noch einmal zu ihr, küsste sie schnell auf die Lippen. „Danke“, flüsterte ich. „Für… alles.“
Sie lächelte, und es war dieses Lächeln, das mir sagte, dass sie es genauso fühlte wie ich. „Bis morgen, Janek.“
„Bis morgen, Mira.“
Ich stieg aus, sah zu, wie sie wegfuhr. Der Rückspiegel glitzerte im Licht der Straßenlaternen, und ich konnte ihre Augen darin noch einmal sehen, bevor sie um die Ecke bog. Mein Herz war leicht und schwer zugleich, voller Vorfreude und Angst.
Aber eine Sache wusste ich sicher: Das hier war erst der Anfang. Von uns. Von etwas, das vielleicht verrückt war, vielleicht falsch. Aber auch von etwas, das sich verdammt richtig anfühlte.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.