Ich wusste, dass es falsch war, aber als Finja an jenem Donnerstagabend in meine Einfahrt einbog, war mir alles egal. Sie stieg aus ihrem Wagen, dunkles Haar im Wind, und dieser Blick – dieser verdammte Blick, der mich seit Wochen verfolgte. Wir waren Nachbarn. Mehr nicht. Bis zu jenem Abend.
„Dein Auto klingt komisch“, sagte sie und lehnte sich gegen die Fahrertür meines Wagens. „Sollte ich mir mal anhören. Ich versteh was von Motoren.“
Ich grinste. „Klar. Und ich bin der Papst.“
Sie lachte. Dieses rauchige Lachen, das mir jedes Mal durch die Eingeweide fuhr. „Fahr mich rum. Dann hör ich’s besser.“

Zehn Minuten später saßen wir auf einer verlassenen Landstraße, Motor aus, nur das Ticken des abkühlenden Metalls zwischen uns. Sie hatte sich auf den Beifahrersitz gelehnt, eine Hand auf meinem Oberschenkel. Nichts Zufälliges daran.
„Kannst du ein Geheimnis bewahren?“, fragte sie leise.
„Kommt drauf an.“
„Ich mag es, wenn man mir sagt, was ich tun soll.“ Ihre Finger wanderten höher. „Aber noch mehr mag ich es, jemandem zu sagen, was er mit mir machen darf.“
Mein Herzschlag setzte aus. Einen Moment lang saßen wir einfach da, und die Luft zwischen uns wurde dicker, schwerer, elektrisch. Dann beugte sie sich zu mir, ihre Lippen nur Zentimeter von meinen entfernt.

„Hinten im Kofferraum“, flüsterte sie, „liegt etwas. Hol es.“
Ich stieg aus. Meine Hände zitterten, als ich den Kofferraum öffnete. Nichts. Dann sah ich die kleine schwarze Tasche auf der Rückbank. Ich öffnete die Tür, griff danach – und erstarrte.
Handschellen. Echte, keine Spielzeugdinger. Metall, kalt, schwer.
„Bring sie mit“, rief sie vom Vordersitz. „Und setz dich nach hinten.“
Ich gehorchte. Was sollte ich auch sonst tun? Mein Verstand sagte Nein, aber mein Körper war längst drei Schritte weiter. Ich ließ mich auf die Rückbank fallen, die Handschellen in der Hand. Sie drehte sich zu mir um, kletterte elegant über die Mittelkonsole nach hinten, ihre Bewegungen geschmeidig wie die einer Raubkatze.
„Leg sie an“, sagte sie. Kein Bitten. Ein Befehl.
„An wen?“
„An dich. Hände hinter dem Rücken.“
Ich starrte sie an. „Du machst Witze.“
„Sehe ich aus, als würde ich Witze machen?“ Sie nahm mir die Handschellen aus der Hand, ihr Blick fest, dunkel, absolut ernst. „Vertraust du mir?“
„Ich kenne dich kaum.“
„Eben.“ Sie lächelte. „Das macht es doch erst interessant.“
Meine Arme bewegten sich wie von selbst. Ich drehte mich halb zur Seite, Hände hinter dem Rücken. Das Klicken der Handschellen war laut in der Stille des Wagens. Einmal. Zweimal. Dann waren sie zu. Ich zog daran – kein Entkommen.

Finja lehnte sich zurück und betrachtete mich. „Gut. Sehr gut.“ Ihre Hand glitt über meinen Hals, ihren Daumen strich sie über meine Unterlippe. „Weißt du, was ich jetzt tue?“
„Sag’s mir.“
„Ich nehme mir, was ich will.“ Sie beugte sich vor und küsste mich, hart, fordernd, ihre Zunge in meinem Mund, ihre Zähne in meiner Unterlippe. Als sie sich zurückzog, war ich atemlos.
Ihre Finger öffneten meine Jeans, langsam, viel zu langsam. Ich versuchte, mich ihr entgegenzubewegen, aber die Handschellen hielten mich zurück. Sie lachte leise. „Nein. Du bewegst dich nicht. Nur ich.“
Ihre Hand glitt in meine Hose, umfasste mich fest, und ich keuchte auf. Sie beobachtete jede Regung in meinem Gesicht, jedes Zucken, jedes Stöhnen. Es war demütigend und wahnsinnig erregend zugleich. Ich war ausgeliefert. Komplett.
Sie zog meine Jeans nach unten, nicht ganz aus, nur so weit, dass sie mich freilegte. Dann setzte sie sich auf meine Oberschenkel, ihr Rock hochgeschoben, ihre Haut heiß gegen meine. Sie trug nichts drunter. Das wurde mir klar, als sie sich näher presste, ihre Nässe an mir.
„Bitte“, murmelte ich.
„Bitte was?“
„Bitte… mach weiter.“
Sie lächelte. „Besser.“ Sie richtete sich auf, führte mich an sich, ließ sich langsam herabsinken. Zentimeter um Zentimeter. Ich spürte jede Sekunde, jede winzige Bewegung. Meine Hände krallten sich hinter meinem Rücken zusammen, aber die Handschellen ließen keinen Spielraum. Ich konnte sie nicht berühren, nicht festhalten, nichts tun außer dazuliegen und es hinzunehmen.
Sie begann sich zu bewegen, langsam zuerst, dann schneller. Ihre Hände stützten sich auf meinen Schultern ab, ihre Fingernägel gruben sich in mein Hemd. Ihr Atem wurde schneller, ihre Bewegungen ungeduldiger. Ich spürte, wie die Spannung in ihr wuchs, wie sie sich um mich zusammenzog, fester, heißer.
„Schau mich an“, befahl sie, und ich tat es. Ihre Augen waren dunkel, weit, fast schwarz. Sie biss sich auf die Lippe, ihr Körper bebte. „Du darfst noch nicht kommen. Verstanden?“
„Finja, ich—“
„Noch. Nicht.“ Sie hielt inne, nur um mich zu quälen, nur um zu zeigen, wer hier das Sagen hatte. Dann bewegte sie sich wieder, diesmal härter, fordernder. Ihre Hände wanderten zu meinem Hals, nicht würgend, aber fest genug, um mir zu zeigen, dass sie die Kontrolle hatte. Absolut.
Ich presste meinen Kopf gegen die Rückenlehne, versuchte, mich zurückzuhalten, aber es war unmöglich. Jede Bewegung, jedes Stöhnen von ihr trieb mich näher an den Rand. Die Handschellen gruben sich in meine Handgelenke, ein süßer Schmerz, der alles noch intensiver machte.
„Jetzt“, keuchte sie plötzlich. „Jetzt darfst du.“
Und ich ließ los. Alles. Die Welt verschwamm, nur noch Hitze, Druck, dieses wahnsinnige Gefühl, das durch meinen ganzen Körper raste. Sie schrie auf, ihr Körper verkrampfte sich, und ich spürte, wie sie um mich herum pulsierte, immer wieder, atemlos, außer Kontrolle.
Wir blieben so sitzen, minutenlang, ineinander verkeilt auf der Rückbank meines Wagens. Ihr Atem an meinem Hals, meine Handgelenke schmerzend, aber ich wollte mich nicht bewegen. Nicht jetzt. Nicht schon.
Schließlich stieg sie von mir herunter, zog ihren Rock zurecht. Sie nahm einen kleinen Schlüssel aus ihrer Tasche – natürlich hatte sie einen – und öffnete die Handschellen. Meine Arme fielen nach vorne, taub und schwer.
„Du sagst niemandem davon“, meinte sie, während sie sich das Haar aus dem Gesicht strich. Keine Frage. Eine Feststellung.
„Wer sollte mir das glauben?“
Sie lachte wieder, dieses rauchige, gefährliche Lachen. „Gut.“ Sie beugte sich vor und küsste mich, sanft diesmal, fast zärtlich. „Gleiche Zeit nächste Woche?“

„Du spinnst.“
„Und du kommst trotzdem.“ Sie öffnete die Tür und stieg aus, nicht ohne sich noch einmal umzudrehen. „Ach ja, dein Auto klingt übrigens wirklich komisch. Lass das mal checken.“
Dann war sie weg. Ich saß da, Hose halb offen, Handgelenke rot, und fragte mich, ob das wirklich gerade passiert war. Die Handschellen lagen neben mir auf dem Sitz, kalt und schwer. Beweis genug.
Eine Woche später klingelte sie an meiner Tür. „Lust auf eine Spritztour?“, fragte sie. Diesmal hatte sie eine Augenbinde dabei. Ich zögerte keine Sekunde.
Es war der Anfang von etwas, das ich nicht benennen konnte und nicht benennen wollte. Wir waren Nachbarn, ja. Aber was zwischen uns in diesem Auto geschah, hatte nichts mit Nachbarschaft zu tun. Es war roher, ehrlicher, gefährlicher. Und ich war süchtig danach.
Jedes Mal, wenn ich sie auf der Straße sah, beim Müll rausbringen oder beim Rasen mähen, lächelte sie dieses wissende Lächeln. Und ich wusste: Es würde wieder passieren. Wieder und wieder. Bis einer von uns genug hatte – oder bis wir beide zu weit gingen.
Aber vorerst spielten wir unser Spiel weiter. Ich mit meinen Handschellen. Sie mit ihrer Macht über mich. Und die Rückbank meines Wagens wurde zu unserem geheimen Territorium, einem Ort, an dem Regeln nicht existierten und nur eines zählte: das Hier und Jetzt.
Manchmal fragte ich mich, ob sie das mit anderen auch machte. Ob ich nur einer von vielen war. Aber dann sah ich sie an, dieses Feuer in ihren Augen, und wusste: Das hier war echt. Vielleicht nicht für immer. Aber echt.
Und das war alles, was zählte.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.