Der Flur im sechsten Stock roch nach Desinfektionsmittel und diesem merkwürdigen Hotelparfüm, das überall gleich riecht. Ich hatte meinen Schlüssel vergessen – natürlich. Typisch für den dritten Tag einer Konferenz, an dem man nur noch ans Heimfahren denkt. Stand da also in Anzughose und aufgeknöpftem Hemd, die Krawatte längst in der Tasche, und drückte wie ein Idiot auf die Klingel der Rezeption über das Wandtelefon.
„Dauert zehn Minuten, bis jemand hochkommt“, krächzte die Stimme am anderen Ende.
Zehn Minuten. Großartig.
Ich lehnte mich gegen die Wand neben meiner Zimmertür und schloss kurz die Augen. Die Präsentation heute war zäh gewesen, und danach hatte der Chef noch zwei Stunden beim Abendessen über Quartalszahlen geredet. Ich wollte nur noch duschen und ins Bett.
„Ausgesperrt?“
Die Stimme kam von rechts. Ich öffnete die Augen.
Sie stand in der Tür gegenüber, das Zimmer hinter ihr im Halbdunkel. Janneke – so hatte sie sich gestern im Fahrstuhl vorgestellt. Eine von den Teilnehmerinnen der anderen Konferenz, die parallel in diesem Hotel stattfand. Architektur oder so. Ich hatte mir den Namen nur gemerkt, weil er ungewöhnlich war. Und weil sie diese Art von Ausstrahlung hatte, die einen nicht mehr loslässt.
Mittvierziger vielleicht, hochgewachsen, kurze blonde Haare mit grauen Strähnen, die sie nicht versteckte. Sie trug einen dunkelblauen Bademantel vom Hotel, und ihre nackten Füße standen fest auf dem Teppichboden.
„Schlüssel vergessen“, sagte ich und versuchte, nicht allzu bescheuert zu klingen.
„Das sehe ich.“ Sie lehnte sich gegen den Türrahmen, verschränkte die Arme. „Wie lange musst du warten?“
„Zehn Minuten.“
„Du könntest auch zu mir kommen.“ Sie sagte es ganz beiläufig, als würde sie mich zum Kaffee einladen. „Ist bequemer als der Flur.“
Mein Hirn brauchte eine Sekunde, um zu registrieren, was sie da gerade anbot. Oder andeutete. Oder – verdammt, ich wusste es nicht genau.
„Ich will nicht stören“, sagte ich, obwohl meine Füße schon einen Schritt auf sie zu machten.
„Tust du nicht.“ Sie trat zurück, hielt die Tür auf. „Komm rein, bevor du noch einschläfst da draußen.“
Ich folgte ihr. Ihr Zimmer sah aus wie meins – gleiche Möbel, gleiche triste Landschaftsbilder an der Wand. Nur dass es nach ihrem Parfüm roch, etwas mit Sandelholz, und dass auf dem Bett ein aufgeschlagenes Buch lag. Die Balkontür stand einen Spalt offen, kühlere Luft strömte herein.
„Setz dich“, sagte sie und deutete auf den Sessel am Fenster.
Ich setzte mich. Sie blieb stehen, sah mich an. Einfach so. Nicht abschätzend, nicht aufreizend – prüfend.
„Du siehst fertig aus“, stellte sie fest.
„Bin ich auch.“
„Gestresst?“
„Konferenz eben.“
Sie nickte langsam. Dann trat sie näher, bis sie direkt vor mir stand. „Ich könnte dir helfen, runterzukommen.“
Mein Puls beschleunigte sich. „Wie meinst du das?“
„Genau so, wie du es dir gerade vorstellst.“ Ihre Stimme war ruhig, klar. „Aber es läuft nach meinen Regeln. Du tust, was ich sage. Ohne Diskussion.“
Ich starrte sie an. Das war – ich hatte nicht erwartet, dass dieser Abend so eine Wendung nehmen würde. Und schon gar nicht so direkt.
„Verstanden?“, fragte sie.
„Ich –“
„Ja oder nein, mehr will ich nicht hören.“
Ich schluckte. Mein Verstand sagte: Das ist verrückt. Mein Körper sagte etwas ganz anderes. Diese Frau hatte eine Energie, die jeden Widerstand sinnlos machte. Ähnlich wie bei dieser Geschichte im Flur, die mir ein Kollege mal erzählt hatte – nur dass das hier real war.
„Ja“, hörte ich mich sagen.
„Gut.“ Ein kleines Lächeln huschte über ihre Lippen. „Dann steh auf und zieh das Hemd aus.“
Ich stand auf. Meine Finger zitterten leicht, als ich die restlichen Knöpfe öffnete und das Hemd abstreifte. Sie beobachtete jeden Moment, und in ihrem Blick lag etwas, das mich gleichzeitig nervös und wahnsinnig erregt machte.
„Die Hose auch.“
Ich zögerte nicht mehr. Öffnete den Gürtel, den Knopf, ließ die Hose zu Boden gleiten. Stand in Boxershorts vor ihr, und sie sah mich an, als wäre ich ein Gemälde, das sie begutachtete.
„Schön“, murmelte sie. „Du gehorchst gut.“
Dann trat sie so nah heran, dass ich die Wärme ihres Körpers durch den Bademantel spüren konnte. Sie legte eine Hand auf meine Brust, fuhr langsam nach unten. „Du darfst mich nicht anfassen“, sagte sie leise. „Nicht, bevor ich es dir erlaube.“
Ich nickte stumm.
Ihre Hand glitt tiefer, über meinen Bauch, blieb am Bund meiner Shorts stehen. „Und wenn du kommst, bevor ich es dir sage, hast du ein Problem.“
„Welches Problem?“, presste ich hervor.
„Dann gehst du zurück auf den Flur und wartest dort. Hart und unbefriedigt.“
Mein Atem stockte. Sie meinte das ernst. Absolut ernst.
„Verstanden?“
„Ja.“
Sie lächelte wieder, dieses kleine, kontrollierte Lächeln. Dann trat sie zurück und öffnete ihren Bademantel. Darunter war sie nackt. Ihr Körper war fest, trainiert, die Haut blass im Dämmerlicht. Kleine Brüste mit dunklen Nippeln, flacher Bauch, und zwischen ihren Beinen ein schmaler heller Streifen.
Sie ließ den Mantel zu Boden fallen und ging zum Bett. „Komm her.“
Ich folgte wie in Trance. Sie setzte sich auf die Bettkante, griff nach meinen Shorts und zog sie herunter. Mein Schwanz sprang heraus, schon steinhart, und sie betrachtete ihn mit diesem gleichen prüfenden Blick.
„Hübsch“, sagte sie. Dann nahm sie ihn in die Hand, strich einmal langsam vom Schaft bis zur Spitze. Ich zuckte zusammen.
„Empfindlich“, stellte sie fest. „Gut. Das macht es interessanter.“
Sie lehnte sich zurück, spreizte leicht die Beine. „Knie dich hin.“
Ich kniete mich zwischen ihre Schenkel. Von hier unten sah sie aus wie eine Königin auf einem Thron – diese ruhige, absolute Macht.
„Leck mich“, befahl sie. „Langsam. Ich will spüren, dass du dir Mühe gibst.“
Ich beugte mich vor, atmete ihren Duft ein – warm, leicht salzig, erregend. Meine Zunge berührte ihre Schamlippen, strich vorsichtig darüber. Sie seufzte leise, legte eine Hand in meine Haare.
„Tiefer“, murmelte sie.
Ich gehorchte. Teilte sie mit der Zungenspitze, fand ihre Klitoris, kreiste darum. Sie schmeckte intensiv, und das Geräusch, das sie von sich gab – ein leises, kehlig-gehauchtes Stöhnen – machte mich noch härter.
„Genau so“, flüsterte sie. „Nicht schneller. Bleib genau so.“
Ihre Hand zog fester an meinen Haaren, presste mein Gesicht dichter an sich. Ich leckte sie, saugte vorsichtig, spürte, wie sie nässer wurde. Meine Knie schmerzten auf dem Hotelteppich, mein Schwanz pochte schmerzhaft – aber ich würde nicht aufhören, bevor sie es mir erlaubte.
„Du bist gut darin“, keuchte sie nach einer Weile. „Sehr gut.“
Dann zog sie mich zurück, sah mich an. Ihre Wangen waren gerötet, ihre Augen glänzten.
„Steh auf.“
Ich stand auf, meine Knie knackten leise. Sie rutschte weiter aufs Bett, drehte sich um und stützte sich auf alle Viere. Sah über die Schulter zurück.
„Nimm mich. Aber langsam. Und du kommst erst, wenn ich es dir sage.“
Ich kletterte hinter sie aufs Bett, positionierte mich. Meine Hände zitterten, als ich meinen Schwanz an ihre Öffnung führte. Sie war so nass, dass ich mühelos in sie gleiten konnte – heiß, eng, perfekt.
„Fuck“, entfuhr es mir.
„Langsam“, wiederholte sie mit fester Stimme.
Ich bewegte mich langsam, schob mich tiefer, zog mich zurück. Jede Faser in mir wollte schneller werden, härter stoßen – aber ich beherrschte mich. Dieser Moment erinnerte mich flüchtig an jene Hotelnacht, von der man später nur noch in Andeutungen sprach.
Sie stöhnte leise bei jedem Stoß, bewegte ihre Hüften im Rhythmus. „Du darfst schneller“, keuchte sie nach einer Weile.
Ich beschleunigte, packte ihre Hüften fester. Das Geräusch unserer Körper, die aufeinandertrafen, füllte den Raum – das und ihr Atem, mein Keuchen.
„Janneke –“
„Noch nicht“, zischte sie. „Halt durch.“
Es war Folter. Süße, wahnsinnige Folter. Ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog, wie der Druck unerträglich wurde – aber ich kämpfte dagegen an, biss die Zähne zusammen.
Sie griff zwischen ihre Beine, rieb sich selbst, und ihr Stöhnen wurde lauter, unkontrollierter. „Gleich“, keuchte sie. „Gleich –“
Dann verkrampfte sie sich um mich, schrie leise auf, und ich spürte, wie sie pulsierte.
„Jetzt“, presste sie hervor. „Komm jetzt.“
Ich ließ los – explodierte förmlich in ihr, ein Höhepunkt so intensiv, dass mir kurz schwarz vor Augen wurde. Meine Finger gruben sich in ihre Haut, mein ganzer Körper bebte.
Danach blieben wir einen Moment so liegen, beide atmend, schwitzend. Dann zog ich mich zurück, sank neben ihr aufs Bett.
Sie drehte sich um, sah mich an. Ihr Gesicht war gerötet, ihre Haare zerzaust.
„Gut gemacht“, sagte sie leise.
Ich lachte ungläubig. „Du bist – verdammt. Du bist unglaublich.“
„Ich weiß.“ Sie strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Und jetzt gehst du duschen. Danach kannst du gehen.“
„So direkt?“
„So direkt.“ Aber sie lächelte dabei. „Außer du willst noch eine Runde. Dann bleibst du die Nacht.“
Ich brauchte keine Sekunde, um zu antworten. „Ich bleibe.“
Sie zog eine Augenbraue hoch. „Dann beweg deinen Arsch unter die Dusche. Und komm nackt zurück.“
Ich stand auf, ging ins Bad. Das Wasser war heiß, fast zu heiß, aber genau richtig für meine überreizten Nerven. Ich wusch mich schnell, trocknete mich ab.
Als ich zurückkam, lag sie schon unter der Decke, das Licht auf dem Nachttisch gedimmt.
„Komm her“, sagte sie und klopfte neben sich aufs Bett.
Ich legte mich neben sie. Sie drehte sich zu mir, ihre Hand auf meiner Brust.
„Morgen früh“, sagte sie leise, „verlässt du das Zimmer, bevor ich aufwache. Wir sehen uns nicht mehr beim Frühstück oder sonst wo. Das hier war eine Nacht. Keine Nummern, keine Versprechen.“
Ich nickte. „Verstanden.“
„Gut.“ Sie küsste mich kurz, überraschend zärtlich. „Dann schlaf jetzt. Du wirst deine Kraft brauchen.“
Ich schloss die Augen, spürte ihre Wärme neben mir. Irgendwo draußen fuhr ein Auto vorbei, das Geräusch verblasste in der Stille. Und ich dachte, dass dieser Abend in meiner Erinnerung bleiben würde – nicht wie andere Konferenzen, die nach einer Woche schon wieder verschwammen.
Sondern als die Nacht, in der eine Fremde mir zeigte, was es bedeutet, die Kontrolle abzugeben. Und wie befreiend das sein kann.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war sie schon weg. Auf dem Nachttisch lag nur ein kleiner Zettel: „Danke. J.“
Ich lächelte, faltete ihn zusammen und steckte ihn ein. Dann zog ich mich an und verließ das Zimmer – mein eigener Schlüssel hing inzwischen längst an der Tür gegenüber.
Aber ich würde nicht vergessen, wie es sich anfühlte, im Flur zu stehen und auf ein Ultimatum zu warten, das alles veränderte.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.