Die letzte Vermietung des Abends war durch, und ich sollte eigentlich längst Feierabend haben. Aber Gregor stand immer noch am Bootsanleger, die Arme verschränkt, und betrachtete die Motorboote, als wären sie seine persönlichen Trophäen. Mein Chef. Besitzer der „Küstenflair Bootsverleih“, wie das Schild am Eingang stolz verkündete. Und jemand, der verdammt genau wusste, wie er mich mit einem einzigen Blick aus der Fassung bringen konnte.
„Elira“, rief er, ohne sich umzudrehen. „Die Abdeckplane vom dritten Boot sitzt schief. Mach das noch fertig.“
Ich seufzte. Natürlich. Es war schon fast halb elf, der Himmel über dem Strand färbte sich tiefviolett, und die ersten Sterne funkelten zwischen den letzten Wolkenfetzen. Aber Gregor würde nie einfach so gehen. Nicht ohne dass alles perfekt war. Nicht ohne dass ich noch ein bisschen länger blieb.
Ich stapfte über die Holzplanken des Stegs, meine nackten Füße klatschten leise auf das sonnenwarme Holz. Den ganzen Tag hatte ich Touristen beraten, Kautionen kassiert und Schwimmwesten verteilt. Meine Beine taten weh, mein Rücken war verspannt, und trotzdem spürte ich, wie sich etwas in meinem Bauch zusammenzog, als ich näher kam.
Gregor drehte sich zu mir um. Sein Blick wanderte langsam an mir herunter – über mein enges Tank-Top, das vom Salzwasser und Schweiß am Körper klebte, über meine kurzen Jeans-Shorts. Er lächelte nicht. Er musterte mich nur, so wie er es seit Wochen tat. Diese Art von Blick, die einem das Gefühl gab, durchleuchtet zu werden.

„Du hast heute geschlampt“, sagte er ruhig.
„Was?“ Ich blieb vor ihm stehen, verschränkte die Arme. „Ich habe den ganzen Tag—“
„Die Rettungsweste vom Segelboot war nicht richtig verzurrt. Ein Kunde hat sich beschwert.“
Das war gelogen. Ich wusste es. Er wusste, dass ich es wusste. Aber das war nicht der Punkt.
„Gregor, es ist spät. Ich will nach Hause.“
„Dann hättest du ordentlich arbeiten sollen.“ Er trat einen Schritt näher. „Komm mit.“
Er ging nicht zum Boot. Er ging den Steg entlang, dann runter zum Strand, wo das Mondlicht über den Sand kroch und das Wasser in sanften Wellen ans Ufer schwappte. Ich folgte ihm. Natürlich tat ich das. Ich hätte ihn ignorieren können, hätte einfach gehen können – aber ich wollte nicht.
Wir waren allein. Die Strandbar hatte schon geschlossen, die letzten Besucher waren längst verschwunden. Unter dem Sternenhimmel wirkte alles unwirklich, wie aus einer anderen Welt. Nur das Rauschen des Meeres und Gregors Schritte im Sand.
Er blieb stehen, drehte sich zu mir um. „Zieh das Shirt aus.“

Mein Herz stolperte. „Was?“
„Du hast mich gehört.“
Ich starrte ihn an. Sein Gesicht lag halb im Schatten, aber seine Augen – diese dunklen, fordernden Augen – ließen keinen Zweifel. Das war kein Scherz. Das war eine Anweisung.
„Hier draußen?“
„Niemand ist hier.“ Seine Stimme war ruhig, aber bestimmt. „Und du willst es auch. Also hör auf zu diskutieren.“
Er hatte recht. Verdammt, er hatte so recht. Seit Wochen spielten wir dieses Spiel – diese Blicke, die anzüglichen Bemerkungen, die zufälligen Berührungen, wenn er mir an der Kasse vorbeiging. Ich hatte nachts wach gelegen und mir vorgestellt, wie es wäre, wenn er endlich—
Ich zog das Shirt über den Kopf. Der warme Nachtwind strich über meine nackte Haut, meine Brustwarzen wurden hart. Ich trug keinen BH – wozu auch, bei dem Job und der Hitze.
Gregor trat noch näher. So nah, dass ich seinen Atem spüren konnte, diesen Geruch nach Sonne und Meer und irgendetwas Herbem, Männlichem. Seine Hand hob sich, legte sich um meinen Nacken, fest, besitzergreifend.
„Gutes Mädchen“, murmelte er. Dann küsste er mich.

Es war kein sanfter Kuss. Es war Besitznahme. Seine Zunge drängte in meinen Mund, hart, fordernd, und ich spürte, wie meine Knie weich wurden. Seine andere Hand glitt an meine Hüfte, zog mich gegen sich. Ich spürte seine Erektion durch die Jeans, hart und heiß, und stöhnte in seinen Mund.
„Du hast den ganzen Tag darauf gewartet, oder?“, flüsterte er gegen meine Lippen. „Hast dir vorgestellt, was ich mit dir mache, sobald wir allein sind.“
Ich nickte. Konnte nicht leugnen.
„Sag es.“
„Ja“, keuchte ich. „Ja, ich hab daran gedacht.“
„An was genau?“
Meine Wangen brannten. Aber seine Hand wanderte schon tiefer, öffnete den Knopf meiner Shorts, zog den Reißverschluss herunter.
„Daran, dass du… dass du mich anfasst.“
„Wo?“ Seine Finger schoben sich unter den Stoff meines Höschens. „Hier?“
Ich stöhnte auf. „Ja. Fuck, ja.“
Er lachte leise, dunkel. Dann schob er zwei Finger in mich hinein, ohne Vorwarnung, ohne Vorbereitung – aber ich war so nass, dass sie mühelos glitten. Ich krallte mich an seinen Schultern fest, mein Kopf fiel nach hinten.
„So eine brave Angestellte“, murmelte er, während seine Finger anfingen, sich zu bewegen. Langsam erst, dann schneller, tiefer. „Den ganzen Tag tust du, was ich sage. Und jetzt auch hier. Stimmt’s?“
„Gregor…“
„Antworte.“
„Ja!“ Es kam als Schrei. „Ja, ich tu, was du sagst.“
Er zog seine Finger raus, und ich wimmerte vor Protest. Aber dann drehte er mich herum, drückte mich nach vorne, bis meine Hände im Sand landeten. Er zog meine Shorts und das Höschen mit einem Ruck herunter, bis auf die Knöchel.
„Bleib so“, befahl er.
Ich hörte, wie er seinen Gürtel öffnete, den Reißverschluss. Mein Herz hämmerte so laut, dass ich dachte, es würde explodieren. Ich war auf allen Vieren im Sand, nackt, während mein Chef hinter mir stand und—
Er schob sich in mich. Ein einziger, harter Stoß, der mich nach vorne kippen ließ. Ich schrie auf – halb vor Überraschung, halb vor Lust.
„Leise“, knurrte er und legte eine Hand auf meinen Rücken, drückte mich tiefer. „Es sei denn, du willst, dass jemand kommt und uns so sieht.“
Die Vorstellung allein ließ mich erzittern. Sex unter freiem Himmel, wo uns theoretisch jeder sehen könnte – es war verboten und perfekt zugleich. Genau wie diese ganze Situation. Mein Chef. Am Arbeitsplatz. Nach Feierabend am Strand.
Gregor begann sich zu bewegen. Langsam erst, kontrolliert, als würde er mich testen. Dann schneller. Härter. Seine Hände umfassten meine Hüften, zogen mich gegen sich, bei jedem Stoß. Ich biss mir auf die Lippe, versuchte, nicht zu laut zu sein, aber jedes Mal, wenn er tief in mich hineinstieß, entwich mir ein leises Wimmern.
„Du bist so eng“, stöhnte er. „Fuck, Elira. Schon so lange wollte ich das.“
„Ich auch“, keuchte ich. „Seit dem ersten Tag.“
„Wirklich?“ Er beugte sich über mich, seine Brust gegen meinen Rücken, sein Atem heiß an meinem Ohr. „Seit dem ersten Tag hast du daran gedacht, wie ich dich ficke?“
„Ja!“
Eine seiner Hände glitt nach vorne, fand meine Klitoris. Begann, sie zu reiben – hart, direkt, gnadenlos. Ich konnte nicht mehr. Das war zu viel. Sein Schwanz in mir, seine Finger an mir, seine Stimme in meinem Ohr.
„Komm für mich“, befahl er. „Jetzt.“
Und ich tat es. Mein Körper explodierte, jeder Muskel spannte sich an, und ich schrie – scheiß drauf, ob uns jemand hörte. Die Wellen der Lust rollten durch mich hindurch, wieder und wieder, während Gregor weitermachte, härter, schneller, bis er selbst aufstöhnte und sich ein letztes Mal tief in mich vergrub.
Wir blieben so liegen – ich im Sand, er über mir, beide keuchend. Das Meer rauschte weiter, als wäre nichts geschehen. Als hätten wir nicht gerade alle Grenzen zwischen Chef und Angestellter niedergerissen.
Schließlich zog er sich zurück, half mir hoch. Meine Beine zitterten. Sand klebte überall an mir – an meinen Knien, meinen Handflächen, wahrscheinlich auch im Haar. Aber es war mir egal.
„Morgen“, sagte Gregor leise, während er seinen Gürtel wieder schloss, „kommst du eine Stunde früher. Dann zeige ich dir, wie man die Boote wirklich richtig wartet.“
Ich sah ihn an. Sein Blick war wieder dieser kontrollierte, dieser fordernde. Als hätte er nicht gerade—
„Und dann?“, fragte ich atemlos.
Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen. „Dann sehen wir weiter. Vielleicht finde ich noch andere… Aufgaben für dich.“
Er drehte sich um und ging zurück zum Steg. Ich stand da, immer noch halb nackt, den Sand zwischen den Zehen, und spürte, wie mein Körper schon wieder anfing zu kribbeln. Diese Art von Arbeitsplatz hatte ich mir nie erträumt – aber jetzt, wo ich ihn hatte, wollte ich ihn nicht mehr missen.
Ich zog meine Shorts wieder hoch, tastete nach meinem Shirt. Morgen früher kommen. Weitere Anweisungen. Weitere… Aufgaben.
Verdammt. Ich konnte es kaum erwarten.

Als ich endlich zurück zum Bootsanleger ging, war Gregor schon weg. Nur sein Wagen stand noch auf dem Parkplatz, die Rücklichter leuchteten kurz auf, dann verschwand er in der Dunkelheit. Ich schloss die kleine Hütte ab, in der wir unsere Ausrüstung lagerten, und machte mich auf den Heimweg.
Aber meine Gedanken blieben am Strand. Bei seinen Händen. Bei seiner Stimme. Bei dieser Mischung aus Kontrolle und Verlangen, die mich völlig aus der Bahn warf.
Zuhause duschte ich den Sand ab, aber das Gefühl blieb. Dieses Brennen auf der Haut, als hätte er seine Spuren hinterlassen. Ich legte mich ins Bett, starrte an die Decke, und fragte mich, was morgen passieren würde. Was er mit mir vorhatte. Wie weit er gehen würde.
Und ob ich ihm folgen würde.
Die Antwort kannte ich längst. Natürlich würde ich.
Denn zum ersten Mal seit langem fühlte sich das Leben nicht mehr nach Routine an. Es fühlte sich nach Abenteuer an. Nach Gefahr. Nach etwas, das man nicht haben sollte – und genau deshalb haben wollte.
Ich schloss die Augen und spürte noch immer seine Hände auf meiner Haut, sein Gewicht auf meinem Rücken. Morgen würde ich wieder am Bootsanleger stehen. Würde seine Anweisungen befolgen. Und vielleicht – ganz bestimmt – würde die Nacht wieder unter dem Sternenhimmel enden.
Mit Sand zwischen den Zehen und dem Gefühl, endlich lebendig zu sein.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.