Ich wusste, dass es eine beschissene Idee war, zu Florians Geburtstag zu fahren. Zehn Jahre hatten wir uns nicht gesehen, und jetzt sollte ich drei Tage mit alten Schulfreunden in einer Waldhütte verbringen. Aber dann sagte Malina zu, und plötzlich hatte die Einladung eine völlig andere Bedeutung.
Malina. Fuck. Allein ihr Name löste etwas in mir aus, das ich längst begraben glaubte.
Sie war schon da, als ich ankam. Stand am Lagerfeuer, das Florian gerade entfachte, in zerrissenen Jeans und einem zu großen Flanellhemd. Ihr dunkles Haar fiel offen über die Schultern, und als sie lachte über irgendeinen Witz, den ich nicht mitbekommen hatte, durchfuhr mich dieser altbekannte Stich.

„Silas.“ Sie drehte sich um, und ihre Augen fanden meine. Grau-grün, wie das Wasser eines Bergsees. „Dachte schon, du kommst nicht mehr.“
„Hätte ich vielleicht auch nicht sollen“, murmelte ich und stellte meinen Rucksack ab. Ihre Mundwinkel zuckten.
Der Abend verlief entspannt. Wir saßen um das Feuer, tranken Bier, erzählten alte Geschichten. Aber ich spürte Malinas Blick immer wieder auf mir. Kurz, intensiv, dann wieder weg. Als würde sie etwas abwägen.
Gegen Mitternacht zogen sich die anderen zurück. Florian war sturzbetrunken in die Hütte getorkelt, Svenja und Marc waren ihm gefolgt. Nur Malina und ich blieben.
Die Flammen warfen tanzende Schatten auf ihr Gesicht. Sie saß mir gegenüber, die Beine angezogen, die Arme um die Knie geschlungen. Der Wald um uns herum war lebendig — Rascheln, Knacken, irgendwo der Schrei eines Käuzchens.

„Du hast dich verändert“, sagte sie plötzlich.
„Du nicht.“ Ich meinte es nicht als Kompliment, aber sie lächelte trotzdem.
„Lügner.“ Sie stand auf, kam um das Feuer herum, setzte sich neben mich auf die Holzbank. Nah. Zu nah. Ich roch ihr Parfüm — herb, holzig, mit einer süßen Note, die mich an Vanille denken ließ. „Du hast damals einfach aufgehört, mir zu schreiben.“
„Das ist zehn Jahre her.“
„Trotzdem.“
Ich starrte ins Feuer. „Wir waren Freunde. Mehr nicht.“
„Auch gelogen.“ Ihre Stimme war leise, aber fest. Dann legte sie ihre Hand auf meinen Oberschenkel. Nicht provokativ, einfach nur da. Warm. Ihre Finger zeichneten kleine Kreise auf dem Stoff meiner Jeans. „Du wolltest mehr. Ich auch.“
„Malina…“
„Sag jetzt nicht, dass es kompliziert war. Oder dass die Zeit nicht richtig war.“ Sie drehte sich zu mir, und ihre Augen glänzten im Feuerschein. „Sag einfach die Wahrheit.“
Mein Herz hämmerte. „Ich hatte Angst, dich zu verlieren.“
„Und was ist passiert? Du hast mich verloren.“
Sie hatte recht. Verdammt, sie hatte so recht, dass es wehtat. Ich öffnete den Mund, wusste aber nicht, was ich sagen sollte. Stattdessen beugte sie sich vor, ihre Lippen nur Zentimeter von meinen entfernt.
„Ich hatte immer gedacht, dass du feige warst“, flüsterte sie. „Aber vielleicht war ich es auch.“
Dann küsste sie mich.

Es war nicht sanft. Nicht zögernd. Ihr Mund forderte, eroberte, und ich gab nach, meine Hand fuhr in ihr Haar, zog sie näher. Sie schmeckte nach Rotwein und Rauch und etwas, das ich nicht benennen konnte. Etwas Wildes. Etwas Verbotenes.
Als wir uns voneinander lösten, atmeten wir beide schwer.
„Komm mit“, sagte sie und stand auf. Ohne auf eine Antwort zu warten, verschwand sie zwischen den Bäumen. Ich folgte ihr.
Der Pfad führte vom Lagerfeuer weg, tiefer in den Wald. Das Mondlicht fiel in silbernen Streifen durch die Äste. Malina ging voraus, und ich beobachtete die Bewegung ihrer Hüften, die Art, wie sie sich zwischen den Bäumen hindurchschlängelte, als gehörte sie hierher.
Nach vielleicht hundert Metern blieb sie stehen. Vor uns lag eine kleine Lichtung, umgeben von hohen Tannen. Der Boden war mit Moos bedeckt, weich und einladend. Es erinnerte mich an jene Geschichten über Sternenhimmel und verbotene Berührungen, die man eigentlich nur in Romanen erlebt.

„Hier kann uns niemand sehen“, sagte sie und drehte sich zu mir um. Ihre Augen funkelten. „Niemand hören.“
„Malina, was—“
Sie legte einen Finger auf meine Lippen. „Kein Gerede mehr, Silas. Ich will keine Entschuldigungen. Keine Erklärungen.“ Ihre Hand glitt zu meiner Brust, schob sich unter mein T-Shirt. „Ich will dich.“
Mein Atem stockte. Ihre Berührung war elektrisch. Ihre Finger fuhren über meine Haut, wanderten tiefer, erreichten den Bund meiner Jeans. Sie öffnete den Knopf mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte sie es tausendmal getan.
„Zieh dich aus“, befahl sie leise.
Ich gehorchte. Zog das Shirt über den Kopf, streifte die Jeans ab. Die Nachtluft war kühl auf meiner Haut, aber ihr Blick — heiß, hungrig — ließ mich nicht frieren.
Sie trat näher, ihre Finger fuhren über meinen Bauch, meine Brust, meine Schultern. Dann küsste sie meinen Hals, biss leicht hinein. Ich keuchte auf.
„Du hast keine Ahnung, wie oft ich daran gedacht habe“, murmelte sie gegen meine Haut. „An dich. An uns.“ Ihre Hand schloss sich um meinen Schwanz, der bereits hart war. Sie strich langsam darüber, fest, aber nicht zu fest. „Wie es wäre.“
„Malina…“ Meine Stimme war kaum mehr als ein Krächzen.
„Shhh.“ Sie ließ mich los, trat zurück und begann, sich auszuziehen. Knöpfte das Flanellhemd auf, ließ es zu Boden fallen. Darunter trug sie nichts. Ihre Brüste waren voll, die Nippel hart in der kühlen Luft. Sie öffnete die Jeans, schob sie über die Hüften, trat heraus. Stand nackt vor mir, das Mondlicht auf ihrer Haut wie flüssiges Silber.
„Du bist wunderschön“, flüsterte ich.
„Zeig mir, dass du es ernst meinst.“
Ich zog sie zu mir, küsste sie wieder, diesmal hungriger, verzweifelter. Meine Hände erkundeten ihren Körper — die Rundung ihrer Brüste, die sanfte Wölbung ihres Bauches, die feste Kurve ihres Hinterns. Sie stöhnte in meinen Mund, ihre Zunge spielte mit meiner.
Dann drückte sie mich nach unten, aufs Moos. Kniete sich über mich, ihre Schenkel auf beiden Seiten meines Gesichts. Ich sah zu ihr hoch, sah die Lust in ihren Augen, die leicht geöffneten Lippen.
„Leck mich“, sagte sie.
Ich zögerte nicht. Meine Zunge fand ihre Mitte, feucht und heiß. Sie schmeckte salzig-süß, absolut betörend. Ich leckte langsam, erkundete jede Falte, jeden Winkel. Sie stöhnte auf, ihre Hände gruben sich in mein Haar.
„Ja, genau da… fuck, Silas…“
Ich saugte an ihrer Klitoris, kreiste mit der Zunge darum, und ihre Oberschenkel zitterten. Sie begann sich zu bewegen, rieb sich an meinem Gesicht, und ich liebte es. Liebte ihre Wildheit, ihre Ungeduld.
„Jetzt“, keuchte sie. „Ich will dich in mir.“
Sie rutschte nach hinten, positionierte sich über meinem Schwanz. Senkte sich langsam darauf. Ich spürte, wie sie mich aufnahm, Zentimeter für Zentimeter, eng und heiß und perfekt. Als ich vollständig in ihr war, warf sie den Kopf zurück und stöhnte laut.
„Gott, ja…“
Sie begann sich zu bewegen. Langsam zuerst, dann schneller. Ihre Hände auf meiner Brust, ihre Nägel kratzten leicht über meine Haut. Das Mondlicht tanzte auf ihrem Körper, und ich konnte nicht anders, als sie anzustarren — diese Frau, die ich so lange gewollt, aber nie gehabt hatte.

Ich griff nach ihren Hüften, stieß von unten nach oben, tief und hart. Sie schrie auf, eine Mischung aus Lust und Überraschung. Ihre Bewegungen wurden wilder, unkontrollierter. Ich spürte, wie sie sich um mich zusammenzog.
„Ich komme“, keuchte sie. „Silas, ich—“
Sie explodierte. Ihr ganzer Körper bebte, und sie stöhnte meinen Namen immer wieder. Es war das erotischste, was ich je erlebt hatte — besser als alle wilden Outdoor-Abenteuer, von denen ich je gehört hatte.
Ich hielt ihre Hüften fest, stieß weiter in sie, und dann war auch ich am Limit. Ich kam hart, entlud mich in ihr, und die Welt verschwand für einen Moment.
Als wir wieder zu Atem kamen, lag sie auf mir, ihr Kopf an meiner Brust. Ich strich ihr durchs Haar.
„Das war…“, begann ich.
„Längst überfällig“, beendete sie den Satz und lachte leise.
Wir blieben noch eine Weile so liegen, nackt unter dem Sternenhimmel, umgeben von den Geräuschen des Waldes. Dann zogen wir uns an und gingen zurück zum Lagerfeuer.
Die Flammen waren fast erloschen. Malina warf ein paar Holzscheite nach und setzte sich wieder auf die Bank. Ich setzte mich neben sie, und sie lehnte ihren Kopf an meine Schulter.
„Was passiert jetzt?“, fragte ich.
„Keine Ahnung.“ Sie hob den Kopf, sah mich an. „Aber diesmal laufen wir nicht weg. Abgemacht?“
Ich nickte. „Abgemacht.“
Sie küsste mich, sanft diesmal. Und als das Feuer wieder aufloderte, wusste ich, dass diese Nacht alles verändert hatte. Dass manche verbotenen Momente genau die sind, die uns am lebendigsten machen.
Und dass ich zehn Jahre verloren hatte — aber vielleicht gerade deshalb die Zukunft gewonnen.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.