Der Strandkorb knarrte leise, als Valerian sich hinter mich setzte. Ich spürte seine Finger an meiner Hüfte, noch bevor er ein Wort sagte. Die Sonne hing tief über dem Meer, warf dieses golden-rote Licht über alles, und ich wusste: Jetzt würde es passieren.
„Bleib genau so sitzen“, flüsterte er mir ins Ohr. Seine Stimme hatte diesen Ton, der mir sofort die Knie weich machte. Dieser Befehlston, der keinen Widerspruch duldete.
Wir waren seit sechs Wochen ein Paar – wenn man das überhaupt so nennen konnte. Eigentlich war ich mit jemand anderem zusammen. Mit meinem Freund Tobias, der gerade bei seiner kranken Mutter war, drei Bundesländer entfernt. Valerian war der Nachbar aus der Ferienwohnung über uns. Dunkle Augen, dieses selbstsichere Grinsen, und diese Art, mich anzusehen, als würde er genau wissen, was ich dachte.
Das erste Mal war es im Treppenhaus passiert. Nur ein Kuss. Dann auf seinem Balkon. Dann in meinem Bett, während Tobias am Telefon war und mir erzählte, wie sehr er mich vermisste. Ich war keine von denen, die fremdgehen. Wirklich nicht. Aber Valerian hatte etwas, das mich völlig wegwischte. Er forderte Dinge, die Tobias nie gefordert hatte. Und ich gab sie ihm. Jedes Mal.
„Die Leute sehen uns,“ flüsterte ich jetzt. Meine Stimme zitterte.
„Eben.“ Seine Hand wanderte langsam unter den Saum meines Kleides. „Darum geht es doch.“
Der Strand war nicht leer. Ein paar Spaziergänger waren noch unterwegs, genossen den Sonnenuntergang. Eine Familie mit Kindern packte ihre Sachen zusammen. Niemand war nah genug, um wirklich zu sehen, was hier passierte – aber nah genug, um es erahnen zu können.

„Valerian, das ist –“
„Was?“ Er biss mir sanft in den Nacken. „Zu viel für dich?“
Ich schluckte. Sein Finger strich über den Stoff meines Höschens, ganz leicht, kaum zu spüren. Und trotzdem durchfuhr es mich wie ein Stromstoß.
„Nein,“ flüsterte ich.
„Das dachte ich mir.“
Er schob den Stoff zur Seite. Ich atmete scharf ein, versuchte, normal auszusehen. Die Rückenlehne des Strandkorbs verdeckte uns teilweise, aber nicht vollständig. Jeder, der genau hinsah, würde verstehen, was hier vor sich ging.
„Schau aufs Meer,“ befahl er leise. „Und beweg dich nicht.“
Ich tat, was er sagte. Mein Blick fixierte den Horizont, wo die Sonne langsam ins Wasser sank. Seine Finger glitten in mich hinein, ganz langsam, und ich biss mir auf die Lippe, um nicht zu stöhnen.
„Gut,“ murmelte er anerkennend. „Ganz still.“
Er bewegte sich mit einer Geduld, die mich wahnsinnig machte. Nicht schnell, nicht heftig – nur dieses stetige Kreisen, das mich höher und höher trieb. Ich krallte meine Finger in das Korbgeflecht neben mir, versuchte zu atmen, versuchte nichts von dem zu zeigen, was er mit mir machte.
Ein Pärchen lief vorbei, Hand in Hand. Sie lachten über irgendetwas. Ich lächelte automatisch zurück, als sie herübersahen, und hoffte, dass sie nicht das Zittern in meinem Gesicht bemerkten.
„Siehst du?“ flüsterte Valerian. „Die haben keine Ahnung, was für eine schlechte Freundin du gerade bist.“

Seine Worte trafen mich härter als seine Berührungen. Er wusste genau, wie er mich brechen konnte. Wie er diese Mischung aus Scham und Erregung in mir entfachte, die mich ihm komplett auslieferte.
„Und du liebst es,“ fügte er hinzu. Seine Lippen streiften mein Ohr. „Sag es.“
„Ich liebe es,“ keuchte ich leise.
„Lauter.“
„Ich liebe es.“ Meine Stimme war ein gehetztes Flüstern, aber laut genug für ihn.
Er beschleunigte minimal, und ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog. Es war, als würde ich auf einer Klippe stehen, kurz vor dem Sturz. Das Rauschen des Meeres vermischte sich mit meinem Herzschlag, mit dem Knarren des Strandkorbs, mit seinem Atem an meinem Hals.
„Noch nicht,“ sagte er plötzlich und hielt inne.
„Bitte –“ Das Wort kam automatisch. Ich konnte nicht anders.
„Ich entscheide, wann.“ Er zog seine Hand zurück, und ich hätte schreien können vor Frustration. „Dreh dich um.“
Ich gehorchte, unsicher, was er vorhatte. Meine Beine zitterten, als ich mich in dem engen Korb umdrehte, bis ich ihm gegenübersaß. Das Licht der untergehenden Sonne fiel auf sein Gesicht, ließ seine Augen dunkler wirken.
„Auf die Knie,“ befahl er leise.
Mein Verstand wusste, dass das eine verrückte Idee war. Hier, im Strandkorb, wo jeden Moment jemand vorbeikommen konnte. Aber mein Körper war schon in Bewegung, rutschte von der Bank nach unten, in den schmalen Raum zwischen seinen gespreizten Beinen.
Valerian lehnte sich zurück, völlig entspannt, als wäre das hier das Normalste der Welt. Er öffnete seine Shorts, und ich merkte, wie feucht ich schon war, allein vom Anblick. Von seiner Selbstsicherheit. Von der Art, wie er mich ansah.
„Du weißt, was ich will,“ sagte er.
Ich nahm ihn in den Mund, schmeckte Salz und Haut, und schloss die Augen. Es hatte etwas Unwirkliches, hier zu knien, während draußen Menschen vorbeiliefen. Die Erinnerung an unsere erste Begegnung am verlassenen Strand kam mir in den Sinn – damals hatte alles angefangen, dieses Spiel zwischen uns. Aber das hier war anders. Intensiver. Gefährlicher.
Seine Hand legte sich auf meinen Hinterkopf, führte mich, bestimmte das Tempo. Ich ließ ihn machen. Ließ ihn die Kontrolle haben. Genau das machte ihn so süchtig – dass ich bei ihm nicht nachdenken musste. Er befahl, und ich gehorchte.
„Schau mich an,“ murmelte er.
Ich öffnete die Augen, sah zu ihm hoch. Sein Blick war dunkel vor Verlangen, und ein kleines Lächeln spielte um seine Lippen.
„So schön,“ flüsterte er. „Meine brave kleine Affäre.“

Das Wort traf mich mitten ins Herz. Affäre. Das war ich. Das waren wir. Ich war nicht seine Freundin, nicht seine Geliebte – nur sein geheimes Vergnügen. Und der schlimmste Teil war, dass mich das nur noch mehr anturnte.
Stimmen näherten sich. Ich erstarrte, aber Valerian hielt mich fest.
„Weiter,“ befahl er leise. „Hör nicht auf.“
Mein Herz hämmerte so laut, dass ich dachte, man müsste es bis zum Wasser hören können. Die Stimmen wurden lauter – ein Mann und eine Frau, die sich unterhielten. Sie mussten direkt neben unserem Strandkorb stehen.
„Die Aussicht ist hier echt perfekt,“ sagte die Frau.
„Ja, wirklich schön,“ antwortete der Mann.
Valerian sah mich an, und sein Grinsen wurde breiter. Er genoss das. Die Gefahr. Die Macht. Ich spürte, wie er anschwoll in meinem Mund, härter wurde, und wusste, dass es nicht mehr lange dauern würde.
Die Leute gingen weiter. Ihre Stimmen entfernten sich. Ich atmete durch die Nase, versuchte mich zu beruhigen, aber Valerian ließ mir keine Zeit.
„Jetzt,“ keuchte er.
Ich spürte, wie er kam, schmeckte ihn, schluckte. Sein Griff in meinen Haaren wurde fester, fast schmerzhaft, und dann entspannte er sich langsam.
„Perfekt,“ murmelte er.
Ich rutschte zurück auf die Bank, wischte mir mit zitternden Fingern über die Lippen. Mein ganzer Körper vibrierte noch von dem, was fast passiert wäre. Von dem, was noch nicht zu Ende war.
„Dein Freund ruft nachher an, oder?“ fragte Valerian beiläufig, als wäre nichts gewesen.
„Um neun,“ flüsterte ich.
„Gut.“ Er strich mir durchs Haar. „Dann haben wir noch Zeit.“
Er zog mich auf seinen Schoß, drehte mich so, dass ich mit dem Rücken zu ihm saß. Seine Hände schoben mein Kleid hoch, öffneten seine Shorts wieder.
„Warte –“ Ich versuchte halbherzig zu protestieren. „Valerian, wir können nicht –“
„Doch.“ Er schob in mich hinein, langsam, unerbittlich. „Wir können.“
Ich stöhnte leise auf, ließ den Kopf nach hinten fallen gegen seine Schulter. Von außen sah es vielleicht aus, als würden wir nur eng umschlungen im Strandkorb sitzen und den Sonnenuntergang genießen. Aber unter meinem Kleid, verdeckt durch die Verschattung, bewegte er sich in mir.
„Sei still,“ flüsterte er. „Beweg dich nicht. Lass mich einfach machen.“
Es war Folter. Süße, perfekte Folter. Ich spürte jeden Zentimeter von ihm, spürte, wie er sich in mir bewegte, ganz langsam, ganz kontrolliert. Die Hitze stieg wieder in mir auf, schneller diesmal, intensiver.

„Bitte,“ flüsterte ich.
„Bitte was?“
„Lass mich kommen.“
Seine Lippen streiften meinen Nacken. „Noch nicht.“
Ich wimmerte leise, und er lachte. Dieses tiefe, dunkle Lachen, das mir sagte, dass er genau wusste, was er mir antat. Dass er es genoss.
Die Sonne war jetzt fast verschwunden. Das Licht wurde dunkler, der Strand leerte sich. Nur noch ein paar vereinzelte Menschen waren zu sehen, weit weg genug, um uns nicht zu bemerken.
„Jetzt,“ sagte Valerian schließlich. Seine Hand glitt nach vorne, fand die richtige Stelle, und ich explodierte.
Ich biss mir so hart auf die Lippe, dass ich Blut schmeckte, um nicht laut zu werden. Mein ganzer Körper bebte, und er hielt mich fest, bewegte sich weiter in mir, bis ich dachte, ich würde ohnmächtig werden von der Intensität.
Als es vorbei war, lag ich erschöpft gegen ihn, konnte kaum atmen. Er strich mir sanft über die Arme, küsste meinen Nacken.
„Gut gemacht,“ murmelte er.
Wir blieben so sitzen, bis die Sonne vollständig verschwunden war. Bis nur noch das Rauschen des Meeres zu hören war und die ersten Sterne am Himmel auftauchten.

„Ich sollte gehen,“ flüsterte ich schließlich.
„Ich weiß.“
Aber keiner von uns bewegte sich. Nicht sofort. Diese Art von Affäre hatte ihre eigenen Regeln, ihre eigene Zeit.
Als ich später in der Ferienwohnung saß und Tobias‘ Anruf entgegennahm, spürte ich noch Valerians Hände auf meiner Haut. Hörte noch seine Stimme in meinem Ohr. Und als Tobias mir sagte, dass er mich liebte, antwortete ich: „Ich dich auch.“
Es war keine Lüge. Nicht ganz. Aber es war auch nicht die ganze Wahrheit. Die Wahrheit war komplizierter. Die Wahrheit lag im Treppenhaus, auf dem Balkon, im Strandkorb. Die Wahrheit war Valerian.
„Morgen Abend wieder?“ hatte er mich gefragt, bevor wir uns trennten.
„Wo?“
„Das sage ich dir noch.“ Sein Grinsen war verschwörerisch gewesen. „Irgendwo, wo es noch gefährlicher ist.“
Ich hätte Nein sagen sollen. Hätte sagen sollen, dass das hier zu weit ging. Dass ich aufhören musste, bevor es wirklich zu spät war. Aber stattdessen hatte ich nur genickt.
„Okay.“
Denn das war die Wahrheit: Ich war schon längst zu tief drin. Zu süchtig nach der Art, wie er mich sah. Nach der Art, wie er mich wollte. Nach der Art, wie er mich benutzte. Und ich wusste, dass ich nicht aufhören würde. Nicht morgen. Nicht übermorgen. Vielleicht nie.
Der Strandkorb würde nur der Anfang sein.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.