Vitrine und ihr Flüstern im leeren Saal – Sexgeschichte

Zwei Frauen stehen sich zwischen beleuchteten Vitrinen in einem menschenleeren Museum nach Feierabend gegenüber

Die Heizung knackte im leeren Museumssaal, als ich die letzte Lampe ausschalten wollte. Meine Schicht war eigentlich vorbei, aber ich blieb oft länger, wenn alle anderen gegangen waren. Die Stille zwischen den Exponaten hatte etwas Beruhigendes – bis ich die Schritte hörte.

„Entschuldigung, wir haben geschlossen“, rief ich in die Dunkelheit. Die Schritte kamen näher, High Heels auf Marmor. Dann trat sie ins Licht.

„Jette?“

Mein Herz stolperte. Fünf Jahre. Fünf verdammte Jahre, seit ich Jette das letzte Mal gesehen hatte. Sie sah aus wie früher, nur irgendwie intensiver. Das schwarze Haar jetzt kürzer, scharf geschnitten am Kinn. Die gleichen dunklen Augen, die mich damals jede Nacht wach gehalten hatten.

„Hallo, Marlinde.“ Sie lächelte, aber es war kein fröhliches Lächeln. „Ich hab gehofft, dich hier zu finden.“

„Woher wusstest du—“

„Social Media. Du postest manchmal vom Museum.“ Sie kam näher, blieb vor der Vitrine mit den antiken Gläsern stehen. „Schön hast du’s hier.“

Zwei Frauen in einem nächtlichen Museum, eine in Uniform, die andere in elegantem schwarzen Kleid

„Wir haben geschlossen“, wiederholte ich, weil mir nichts Besseres einfiel. Meine Finger umklammerten den Schlüsselbund so fest, dass die Kanten sich ins Fleisch drückten.

„Ich weiß.“ Jette drehte sich zu mir um. „Deswegen bin ich ja jetzt gekommen. Ich wollte mit dir reden. Ohne Publikum.“

Die Luft zwischen uns fühlte sich elektrisch an. Ich erinnerte mich an unser letztes Treffen, an die Tränen, an die Worte, die wir uns an den Kopf geworfen hatten. An die Nacht davor, als wir noch nicht gewusst hatten, dass es die letzte sein würde.

„Worüber willst du reden?“ Meine Stimme klang rauer als beabsichtigt.

„Über damals.“ Sie lehnte sich gegen die Vitrine. „Über uns. Ich hab—“ Sie brach ab, biss sich auf die Lippe. „Ich hab an dich gedacht. Die ganze Zeit.“

„Jette, das ist fünf Jahre her. Wir haben beide weitergemacht.“

„Hast du?“ Sie kam einen Schritt näher. „Wirklich?“

Ich hätte lügen sollen. Hätte sagen sollen, dass ich glücklich war, jemanden hatte, weitergezogen war. Stattdessen starrte ich sie nur an, und sie las die Antwort in meinem Gesicht.

„Ich auch nicht“, flüsterte sie.

Dann küsste sie mich. Einfach so, ohne Vorwarnung. Ihre Lippen schmeckten nach Lippenstift und nach Erinnerungen, nach all den Nächten, die wir zusammen verbracht hatten. Mein Körper reagierte, bevor mein Verstand protestieren konnte. Ich ließ den Schlüsselbund fallen – er landete klappernd auf dem Boden – und zog sie näher.

Nahaufnahme zweier Frauen kurz vor einem Kuss, Gesichter dicht beieinander, Augen geschlossen

„Scheiße“, murmelte ich gegen ihren Mund. „Das ist keine gute Idee.“

„Die besten Sachen sind nie gute Ideen.“ Ihre Hände wanderten unter mein Shirt, ihre Finger kühl auf meiner erhitzten Haut. „Sag mir, dass ich aufhören soll.“

Ich sagte nichts. Stattdessen küsste ich sie härter, drängte sie gegen die Vitrine. Das Glas fühlte sich kalt an meinem Rücken an, als sie unsere Positionen tauschte. Ihre Zunge spielte mit meiner, fordernd, ungeduldig. Genauso, wie ich sie in Erinnerung hatte.

„Hier nicht“, keuchte ich, als ihre Hand den Bund meiner Hose erreichte. „Die Kameras—“

„Wo dann?“

Ich dachte fieberhaft nach. Die Umkleiden hatten keine Kameras. Und die Personaldusche auch nicht. „Komm mit.“

Wir stolperten durch die dunklen Gänge, meine Hand in ihrer. Ich kannte jeden Winkel dieses Museums, jeden Schatten. Die Tür zum Personalbereich quietschte, als ich sie aufstieß. Dahinter roch es nach Seife und nach dem billigen Kaffee aus der Automaten.

Die Dusche war ein kleiner gefliester Raum, karg, funktional. Ich drehte das Wasser auf, mehr aus Instinkt als aus Notwendigkeit. Der Dampf begann sofort, den Spiegel zu beschlagen.

Jette zog sich aus, ohne zu zögern. Ihr Körper war noch genauso, wie ich ihn in Erinnerung hatte – schlank, mit kleinen Brüsten und Hüften, die in meinen Händen zu liegen schienen, als hätte jemand sie genau dafür geformt. Sie trug keine Unterwäsche. Natürlich nicht.

„Du hast das geplant“, stellte ich fest, während ich meine eigenen Sachen ablegte.

„Vielleicht.“ Sie grinste, das erste echte Grinsen des Abends. „Hatte gehofft, dass du ja sagst.“

„Ich hab nicht ja gesagt.“

„Dein Körper schon.“ Ihre Augen wanderten über mich, hungrig. „Komm her.“

Das Wasser war heiß, fast zu heiß. Es prasselte auf meine Schultern, während Jette mich gegen die Kacheln drängte. Ihre Hände waren überall – in meinen Haaren, an meinen Brüsten, zwischen meinen Schenkeln. Es fühlte sich an wie ein Fieberwahn unter der Dusche, alles zu viel und gleichzeitig nicht genug.

„Ich hab dich vermisst“, murmelte sie gegen meinen Hals. Ihre Zunge leckte Wassertropfen von meiner Haut. „Jeden Tag.“

Ich wollte nicht weinen, nicht jetzt. Aber ihre Worte trafen mich härter als ihr Kuss. „Warum bist du dann gegangen?“

„Weil ich ein Feigling bin.“ Sie sank auf die Knie, das Wasser lief über ihr Gesicht. „Aber jetzt bin ich hier.“

Ihr Mund fand mich mit einer Sicherheit, die nur aus Vertrautheit kommen konnte. Sie wusste noch genau, was ich mochte – die langsamen Kreise mit der Zungenspitze, das Saugen, der Wechsel aus sanft und intensiv. Meine Finger krallten sich in die Fugen zwischen den Fliesen.

„Fuck, Jette—“

Sie antwortete nicht, machte nur weiter, ihre Hände auf meinen Hüften, hielt mich fest, als meine Knie nachzugeben drohten. Der Dampf umhüllte uns, machte alles weich und unwirklich. Vielleicht träumte ich das alles nur. Vielleicht war ich beim Rundgang ausgerutscht, hatte mir den Kopf gestoßen, und das hier war nur eine Fantasie.

Aber ihre Zunge fühlte sich zu real an, zu perfekt. Die Art, wie sie mich öffnete, wie sie in mich eindrang, wie sie mich genau dorthin brachte, wo ich sein wollte, ohne dass ich ein Wort sagen musste.

Ich kam mit ihrem Namen auf den Lippen, zitternd, gegen die kalten Kacheln gepresst. Das Wasser rauschte, mischte sich mit meinem Keuchen. Jette küsste ihren Weg nach oben, an meinem Bauch entlang, zwischen meine Brüste, zu meinem Mund.

„Dein Turn“, flüsterte ich.

„Noch nicht.“ Sie drehte das Wasser ab. „Bett. Ich will Zeit haben.“

Die Umkleide hatte eine alte Couch, auf der niemand mehr saß, weil sie durchgesessen und fleckig war. Heute Nacht war sie gut genug. Wir trockneten uns notdürftig ab, dann zog ich Jette mit mir hinunter. Sie landete auf mir, ihr Gewicht vertraut und beruhigend.

„Erzähl mir“, sagte sie, während ihre Finger Muster auf meine Haut malten. „Erzähl mir, was du in den letzten fünf Jahren gemacht hast.“

„Jetzt willst du reden?“ Ich lachte ungläubig.

„Ich will alles. Reden, anfassen, dich schmecken. Alles.“

Also erzählte ich. Von meinem Job hier, von den langweiligen Tagen und den einsamen Nächten. Von den Dates, die nirgendwohin geführt hatten, weil niemand so war wie sie. Sie hörte zu, küsste meine Schulter, meine Rippen, meinen Bauch. Ihre Hand wanderte zwischen meine Schenkel, spielerisch, neckend.

„Und du?“ Meine Stimme brach, als ihre Finger mich berührten. „Was hast du gemacht?“

„Gelebt. Gearbeitet. Dich vermisst.“ Sie glitt in mich, zwei Finger, langsam. „Keine war wie du. Keine.“

„Das ist—“ Ich atmete scharf ein, als sie tiefer ging. „Das ist eine Scheiß-Ausrede, um einfach wieder aufzutauchen.“

„Ich weiß.“ Sie bewegte sich in mir, fand den Rhythmus, der mich verrückt machte. „Ich bin egoistisch. Aber ich musste es versuchen. Musste wissen, ob noch irgendwas zwischen uns ist.“

„Und?“ Ich konnte kaum noch sprechen. Ihr Daumen fand meinen Kitzler, rieb kreisende Bewegungen, während ihre Finger in mir arbeiteten. „Was denkst du?“

Frau in schwarzer Spitze auf alter Couch liegend, Kopf zurückgelehnt, andere Frau über ihr gebeugt

„Ich denke, dass ich eine Idiotin war.“ Ihre Lippen fanden meine Brust, saugten an der Brustwarze. „Ich denke, dass ich dich nie hätte gehen lassen sollen.“

„Du bist nicht gegangen“, stieß ich hervor. „Ich bin gegangen. Du hast mich dazu gebracht.“

„Ich weiß.“ Ihre Stimme brach. „Es tut mir leid. Es tut mir so leid.“

Und dann weinte sie, während sie mich berührte. Ihre Tränen tropften auf meine Haut, warm und salzig. Ich zog sie hoch, küsste sie, schmeckte ihre Reue und meine eigene.

„Hör nicht auf“, flüsterte ich. „Bitte.“

Sie gehorchte, ihre Bewegungen jetzt schneller, dringender. Ich kam zum zweiten Mal, härter als zuvor, und sie hielt mich durch die Wellen, ihr Gesicht in meinem Hals vergraben.

Danach lagen wir einfach da, ineinander verschlungen auf der unbequemen Couch. Das Licht der Notausgangsleuchte warf grüne Schatten an die Wand. Irgendwo in der Ferne läutete eine Kirchenglocke.

„Was jetzt?“ fragte ich.

„Ich weiß es nicht.“ Ihre Finger spielten mit meinen. „Ich hab keinen Plan. Ich bin einfach gekommen.“

„Das ist kein Anfang.“

„Nein.“ Sie hob den Kopf, sah mich an. „Aber vielleicht ist es ein Neuanfang. Wenn du willst.“

Ich dachte an die letzten fünf Jahre. An die Leere, die sie hinterlassen hatte. An all die Momente, in denen ich mir gewünscht hatte, sie würde einfach wiederkommen, und an die Momente, in denen ich sie verflucht hatte. Diese Begegnung war so viel intensiver als alles, was ich mir vorgestellt hatte.

„Kaffee“, sagte ich schließlich. „Morgen. Hier um die Ecke. Und dann reden wir. Wirklich reden.“

Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Okay.“

„Und wenn du wieder verschwindest, schwöre ich—“

„Tu ich nicht.“ Sie küsste mich, sanft diesmal. „Versprochen.“

Zwei Frauen stehen sich im Museumsflur gegenüber, halten Händen, sanftes Lächeln im Morgenlicht

Wir zogen uns an, langsam, immer wieder unterbrochen von Küssen und Berührungen. Die Nacht war fast vorbei, als wir schließlich das Museum verließen. Die Luft draußen war kalt und klar.

„Bis morgen“, sagte Jette.

„Bis morgen.“

Ich sah ihr nach, wie sie in der Dunkelheit verschwand. Mein Körper fühlte sich müde an, benutzt, lebendig. Vielleicht war das hier ein Fehler. Vielleicht würde sie morgen nicht kommen. Aber vielleicht – vielleicht war das auch eine zweite Chance.

Ich schloss die Tür ab und drehte mich noch einmal um. Die Vitrine mit den antiken Gläsern glitzerte im Mondlicht. Still. Geheimnisvoll. Wie diese Nacht, die alles verändert hatte. Oder vielleicht auch nichts. Die Zeit würde es zeigen.

Auf dem Heimweg dachte ich an ihre Hände, ihre Zunge, ihre Worte. An die Art, wie sie meinen Namen gestöhnt hatte. An das Versprechen in ihrem Blick. Und zum ersten Mal seit fünf Jahren ging ich mit einem Lächeln nach Hause.

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