Der Weg war kaum noch zu erkennen. Laub türmte sich knöchelhoch, und zwischen den Stämmen hing dieser typische Herbstnebel, der alles gedämpft und unwirklich machte. Ich war seit drei Tagen in dieser gottverlassenen Pension irgendwo in der Eifel. Allein. Brauchte Abstand von allem – von Berlin, vom Büro, von meinem Leben, das sich zunehmend wie ein zu enger Anzug anfühlte.
Dann sah ich ihn.
Er stand einfach da, zwischen zwei bemoosten Buchen, die Hände in den Taschen einer dunkelgrünen Jacke. Späte Dreißig vielleicht, muskulös, ohne übertrieben zu wirken. Das Gesicht kantig, die Augen so dunkel, dass ich die Pupillen nicht von der Iris unterscheiden konnte. Er musterte mich, ohne auch nur einen Ansatz von Verlegenheit zu zeigen.

„Verirrt?“, fragte er. Seine Stimme war tief, ruhig, aber da war etwas drin, das mir sofort unter die Haut kroch.
„Nein“, log ich. Natürlich war ich verirrt. Seit zwanzig Minuten lief ich im Kreis.
Er lächelte nicht. Trat nur einen Schritt näher. „Doch. Bist du.“
Mein Puls beschleunigte sich. Nicht aus Angst. Aus etwas anderem. Etwas, das ich seit Monaten vermisst hatte, ohne es zu wissen.
„Ich heiße Thoren“, sagte er. „Und du kommst jetzt mit mir.“
Es war keine Frage. Keine Einladung. Ein Befehl.
Ich hätte ablehnen sollen. Hätte lachen, mich umdrehen, zurück zur Pension gehen sollen. Stattdessen nickte ich. Stumm. Wie ferngesteuert.
Er drehte sich um und ging tiefer in den Wald hinein. Ich folgte ihm. Das Laub raschelte unter meinen Schuhen. Nach etwa hundert Metern verließ er den Pfad komplett, zwängte sich durch Farnbüschel, die mir bis zur Hüfte reichten. Meine Jeans wurde nass vom Tau, der noch auf den Blättern hing.
„Wo gehen wir hin?“, fragte ich schließlich. Meine Stimme klang zu laut in der Stille.
„Da, wo niemand uns sieht.“
Ein Schauer – nein, nicht das. Eher ein Kribbeln, das meinen Rücken hinabwanderte und sich zwischen meinen Beinen festsetzte. Ich kannte diesen Mann nicht. Wusste nichts über ihn. Und trotzdem war da dieses Vertrauen. Oder vielleicht war es kein Vertrauen, sondern einfach nur Verlangen, so stark, dass es alles andere übertönte.
Wir erreichten eine kleine Lichtung. Der Boden war weicher hier, mit Moos bedeckt. Um uns herum standen die Bäume so dicht, dass kaum Tageslicht durchdrang. Thoren blieb stehen, drehte sich zu mir um.
„Ausziehen“, sagte er.
Ich starrte ihn an. „Was?“
„Du hast mich verstanden.“
Mein Herz hämmerte. „Hier? Draußen?“
„Hier. Jetzt.“ Er verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich sage dir nicht noch mal, was du tun sollst.“
Diese Art, wie er das sagte. So selbstverständlich. Als wäre es das Natürlichste der Welt. Meine Finger zitterten, als ich den Reißverschluss meiner Jacke öffnete. Ließ sie fallen. Dann das Shirt. Der BH. Die kalte Herbstluft biss in meine Brustwarzen, und sie wurden sofort hart.
„Weiter.“
Ich öffnete die Jeans, schob sie über meine Hüften. Der Slip. Ich stand nackt vor ihm, mitten im Wald, und er sah mich an, als würde er ein Gemälde begutachten. Ruhig. Prüfend. Dann trat er näher.

„Knie dich hin.“
Das Moos war feucht und kühl unter meinen Knien. Ich sah zu ihm auf. Er öffnete seine Hose, holte seinen Schwanz heraus. Hart. Groß. Ich spürte, wie mein Mund sich öffnete, bevor mein Verstand überhaupt reagieren konnte.
„Brav“, murmelte er und legte seine Hand in meinen Nacken. Führte mich zu sich. Ich schmeckte ihn – salzig, männlich – und schloss die Augen. Sein Griff wurde fester, er begann, meinen Kopf zu führen, tiefer, bis ich würgen musste. Er hielt inne, zog mich zurück, nur um dann wieder vorzustoßen.
„So ist gut. Du machst das gut.“
Seine Worte gingen direkt zwischen meine Beine. Ich war tropfnass, spürte es, wie die Feuchtigkeit an meinen Innenschenkeln herablief. Meine Hände lagen auf seinen Oberschenkeln, und ich ließ ihn machen, ließ ihn meinen Mund benutzen, während über uns die Blätter rauschten.
Dann zog er sich zurück. „Auf alle Viere.“
Ich gehorchte sofort. Das Moos war jetzt überall – an meinen Handflächen, an meinen Knien. Ich hörte, wie er ein Päckchen aufriss. Ein Kondom. Dann spürte ich seine Hände an meinen Hüften, wie er sich hinter mir positionierte.
„Bitte…“, flüsterte ich, ohne zu wissen, worum ich eigentlich bat.
„Ich weiß“, sagte er. Und dann drang er in mich ein. Langsam zuerst, damit ich mich an ihn gewöhnen konnte, dann mit einem harten Stoß, der mir die Luft aus den Lungen presste.
Ich stöhnte auf. Es war zu viel und gleichzeitig nicht genug. Er fickte mich mit dieser kontrollierten Intensität, die mich wahnsinnig machte. Jeder Stoß war präzise, tief, als wüsste er genau, wo er mich treffen musste. Seine Finger gruben sich in meine Hüften, zogen mich zurück gegen ihn.
„Du bist so verdammt eng“, knurrte er.
Ich konnte nicht antworten. Konnte nur noch keuchen, während er mich von hinten nahm, hier draußen im Wald, wo theoretisch jeder vorbeikommen konnte. Der Gedanke machte es nur noch geiler. Es erinnerte mich entfernt an jene Geschichte mit dem Fremden am Waldweg, die ich mal gelesen hatte – nur dass das hier real war, mein Körper real reagierte, meine Erregung real war.
Seine Hand glitt nach vorne, zwischen meine Beine. Fand meinen Kitzler. Rieb kleine, feste Kreise, während er weiter in mich stieß.
„Du kommst, wenn ich es dir sage“, befahl er. „Nicht früher.“
Ich wimmerte. Es war unmöglich. Ich war schon so nah dran, spürte, wie sich alles in mir zusammenzog, bereit zu explodieren.
„Noch nicht.“
„Ich kann nicht… ich kann nicht…“
„Doch. Du kannst.“ Seine Finger bewegten sich schneller. Sein Schwanz füllte mich komplett aus, traf immer wieder diese Stelle tief in mir. „Halt es aus. Für mich.“
Tränen stiegen mir in die Augen. Vor Anstrengung, vor Lust, vor diesem überwältigenden Gefühl, das mich durchflutete. Ich kämpfte dagegen an, presste meine Zähne zusammen, versuchte, mich zurückzuhalten.
„Bitte“, stöhnte ich. „Bitte, Thoren…“
„Jetzt“, sagte er. „Jetzt komm für mich.“
Es riss mich auseinander. Ich schrie auf, mein ganzer Körper bebte, Wellen der Lust rollten durch mich hindurch, so intensiv, dass ich für einen Moment vergaß, wo ich war. Er fickte mich durch meinen Orgasmus hindurch, dann spürte ich, wie er sich versteifte, ein gutturales Stöhnen von sich gab und in mir kam.

Wir blieben so, für einen Moment, beide keuchend. Dann zog er sich aus mir zurück. Ich sank auf die Seite, völlig erschöpft, mein Körper noch immer zitternd.
Er entsorgte das Kondom, zog sich an. Ich lag einfach nur da, zu überwältigt, um mich zu bewegen. Dann spürte ich seine Jacke auf meinem nackten Körper.
„Komm“, sagte er, diesmal sanfter. „Zieh dich an. Es wird kühl.“
Ich setzte mich auf, griff nach meiner Kleidung. Meine Finger zitterten immer noch. Als ich angezogen war, sah ich ihn an. Er wirkte völlig unberührt, als wäre nichts gewesen.
„Warum?“, fragte ich schließlich.
„Warum was?“
„Warum ich?“
Er lächelte zum ersten Mal. „Weil du bereit warst. Ich hab’s in deinen Augen gesehen, schon als du mir begegnet bist.“ Er strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Du wolltest, dass jemand die Kontrolle übernimmt. Also hab ich’s getan.“
Er hatte recht. Ich hatte es gewollt. Hatte nicht gewusst, wie sehr, bis es passierte.
„Kommst du zurück?“, fragte ich. „Zur Pension, meine ich. Übernachtest du da auch?“
„Nein.“ Er drehte sich um, bereit zu gehen. „Ich bin nur auf der Durchreise.“
„Warte.“ Ich griff nach seinem Arm. „Ich… ich würde dich gerne wiedersehen.“
Er sah mich an, lang, intensiv. Dann beugte er sich vor, küsste mich. Hart, fordernd, als würde er Besitz ergreifen. Als er sich löste, waren meine Lippen geschwollen.
„Vielleicht“, sagte er. „Wenn du morgen zur selben Zeit hier bist, an der Stelle, wo wir uns getroffen haben.“ Er grinste. „Dann sehen wir weiter.“
Und dann war er weg. Verschwand zwischen den Bäumen, als wäre er nie da gewesen. Ich stand allein auf der Lichtung, die Beine noch weich, den Geruch von Sex und Erde in der Nase.
Ich fand den Weg zurück zur Pension. Keine Ahnung wie. Mein Kopf war leer, mein Körper summte noch nach. In meinem Zimmer duschte ich, ließ heißes Wasser über meine Haut laufen, aber ich konnte seine Berührung noch immer spüren.
Am nächsten Morgen wachte ich früh auf. Lag im Bett und starrte an die Decke. Würde er wirklich da sein? Oder war das nur ein Spiel für ihn gewesen?
Um die gleiche Zeit wie gestern zog ich meine Wanderschuhe an. Ging los. Mein Herz klopfte schneller, je näher ich der Stelle kam. Und dann sah ich ihn. Wieder an der gleichen Stelle, zwischen den bemoosten Buchen, die Hände in den Taschen.
Er lächelte nicht, als er mich sah. Aber seine Augen glänzten.
„Du bist gekommen“, stellte er fest.
„Du auch.“
„Heute“, sagte er, während er näher trat, „zeige ich dir noch mehr. Wenn du willst.“
Ich nickte. Ohne zu zögern.
Seine Hand legte sich um meinen Nacken, fester als gestern, aber nicht schmerzhaft. „Gut. Dann folg mir.“
Wir gingen tiefer in den Wald. Diesmal zu einer anderen Stelle, wo ein umgestürzter Baumstamm lag, dick genug, um darauf zu knien. Er bedeutete mir, stehenzubleiben.
„Heute machen wir es anders“, sagte er. „Heute binde ich dich.“
Mein Atem stockte. Ich hatte noch nie… aber da war diese Neugier, gemischt mit Aufregung und ein bisschen Angst.
„Vertraust du mir?“, fragte er.
Ich sollte Nein sagen. Sollte rational sein. Aber mein Körper hatte bereits entschieden.
„Ja.“
Er zog ein Seil aus seiner Tasche. Nicht rau, sondern weich, speziell dafür gemacht. Drehte mich um, zog meine Arme auf den Rücken, begann, sie zu verschnüren. Die Knoten waren fest, aber durchdacht. Ich konnte mich nicht befreien, aber es schnitt nicht ein.
„Wie fühlt sich das an?“, murmelte er an meinem Ohr.
„Komisch. Gut.“ Ich schluckte. „Hilflos.“
„Genau.“ Er drehte mich wieder zu sich. „Und genau das willst du doch. Nicht nachdenken müssen. Nur fühlen.“
Seine Hände öffneten meine Hose, schoben sie herunter, zusammen mit meiner Unterwäsche. Die Luft war kalt auf meiner Haut. Er hob mich auf den Baumstamm, beugte mich darüber. Meine Brüste pressten sich gegen das raue Holz, mein Hintern ragte in die Luft.

Ich hörte, wie er sich auszog. Dann seine Hände auf meinen Pobacken, die sie auseinanderzogen. Ich spürte seine Zunge. Dort. Genau dort, wo noch nie jemand… Ich keuchte auf, versuchte, mich wegzudrehen, aber die Fesselungen hielten mich.
„Entspann dich“, murmelte er zwischen Lecken. „Lass es zu.“
Und ich tat es. Ließ zu, dass diese fremden, verbotenen Empfindungen mich durchfluteten. Seine Zunge war geschickt, wechselte zwischen Kreisen und leichten Stößen. Meine Scham verwandelte sich in etwas anderes, in eine Hitze, die meinen ganzen Körper erfasste.
Dann seine Finger, die in meine Pussy drangen, während seine Zunge weiter arbeitete. Ich stöhnte laut, alle Hemmungen vergessen. Hier draußen, gefesselt, benutzt – es war so versaut, so weit entfernt von meinem normalen Leben, und genau deswegen so unglaublich erregend.
„Bitte“, wimmerte ich. „Bitte, ich brauche…“
„Was brauchst du?“ Seine Stimme war rau.
„Dich. In mir.“
Er richtete sich auf, und ich hörte wieder das Rascheln der Kondompackung. Dann fühlte ich seine Eichel an meinem Eingang, wie er sich langsam in mich schob, Zentimeter für Zentimeter, während ich hilflos über dem Baumstamm hing.
Diesmal fickte er mich härter. Ohne Rücksicht. Seine Hände hielten meine Hüften so fest, dass ich wusste, es würde blaue Flecken geben. Aber das machte es nur noch intensiver. Der Schmerz verschmolz mit der Lust, wurde ununterscheidbar.
„Du bist so eine geile Schlampe“, knurrte er. „Lässt dich von einem Fremden im Wald fesseln und ficken.“
Seine Worte hätten mich beleidigen sollen. Stattdessen trieben sie mich näher an den Rand. Ich spürte meinen Orgasmus aufbauen, diesmal schneller, heftiger.
„Ja“, keuchte ich. „Ja, fick mich…“
Seine Hand schlang sich in meine Haare, zog meinen Kopf nach hinten. Sein Mund an meinem Ohr. „Komm. Jetzt.“
Und ich kam. So hart, dass ich schrie, dass mein ganzer Körper sich verkrampfte, dass ich für einen Moment dachte, ich würde ohnmächtig werden. Er stieß noch ein paarmal zu, dann kam auch er, mit einem tiefen Stöhnen.
Danach löste er die Fesseln. Meine Arme schmerzten, als das Blut zurückfloss. Er rieb sanft über meine Handgelenke, massierte sie.
„Alles okay?“, fragte er, und zum ersten Mal hörte ich echte Sorge in seiner Stimme.
„Mehr als okay“, flüsterte ich.
Wir saßen nebeneinander auf dem Baumstamm, beide angezogen, aber näher als vorher. Er zündete sich eine Zigarette an, bot mir eine an. Ich nahm sie, obwohl ich seit Jahren nicht mehr geraucht hatte.
„Du reist morgen ab, oder?“, fragte er plötzlich.
Ich nickte. „Muss wieder zurück nach Berlin. Job, Leben, all das.“
„Schade.“ Er blies Rauch aus. „Hätte dir noch so viel mehr zeigen können.“
„Vielleicht“, sagte ich leise, „muss es so sein. Dass es nur diese paar Tage waren. Perfekt und abgeschlossen.“
Er sah mich an, und für einen Moment sah ich etwas in seinen Augen, das wie Bedauern aussah. Aber dann war es weg.
„Vielleicht hast du recht.“ Er drückte seine Zigarette aus. „Aber vergiss nicht, was du hier gelernt hast. Dass du dir nehmen kannst, was du willst. Dass du nicht immer brav sein musst.“
Ich küsste ihn. Langsam diesmal, tief. Ein Abschiedskuss.

Am nächsten Morgen fuhr ich zurück nach Berlin. Die Autobahn zog sich endlos vor mir hin. Aber ich fühlte mich anders. Leichter. Freier. Als hätte ich etwas abgelegt, das mich zu lange beschwert hatte.
Manchmal, wenn ich nachts im Bett liege, denke ich an Thoren. An seine Hände, seine Stimme, die Art, wie er mich kontrolliert hat. Und dann wandert meine Hand zwischen meine Beine, und ich komme zu der Erinnerung an jenen Herbstwald.
Ich habe nie versucht, ihn zu finden. Keine Nummer ausgetauscht, kein Instagram-Profil gesucht. Manche Dinge sind perfekt, gerade weil sie flüchtig sind.
Aber manchmal, ganz manchmal, wenn der Herbst kommt und die Blätter fallen, spüre ich dieses Kribbeln wieder. Und dann buche ich ein Wochenende. Allein. Irgendwo in den Bergen, wo unerwartete Begegnungen möglich sind.
Nur für den Fall.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.