Ich hätte nicht gedacht, dass ich Nevena hier wiedersehen würde. Nicht nach vier Jahren. Nicht in diesem heruntergekommenen Fitnessstudio am Stadtrand, wo die Hantelbank mehr Risse hat als mein letzter Beziehungsversuch.
Sie stand an der Beinpresse, die Haare zu einem straffen Pferdeschwanz gebunden, und ihr Körper hatte nichts von der Anmut verloren, die mich damals in der Uni schon wahnsinnig gemacht hatte. Im Gegenteil. Die Jahre hatten ihr gutgetan. Definierte Schultern, straffe Schenkel in dieser verdammt engen Leggings, und dieser Blick – dieser Blick, der mir damals schon das Gefühl gegeben hatte, durchschaut zu werden.
„Milo?“ Ihre Stimme klang überrascht, aber in ihren Augen lag etwas anderes. Etwas Wissendes.
„Nevena. Wow.“ Ich stellte die Kurzhantel ab, die ich gerade nicht mehr spürte. „Was machst du denn hier?“
„Das Gleiche wie du, würde ich sagen.“ Sie ließ ihren Blick über meinen verschwitzten Oberkörper wandern, und plötzlich fühlte ich mich nackt. „Ich wohne seit einem halben Jahr in der Nähe. Und du?“
„Zwei Monate.“ Ich wischte mir mit dem Handtuch über die Stirn, mehr um meine Hände zu beschäftigen als aus Notwendigkeit. „Verrückt, dass wir uns erst jetzt über den Weg laufen.“
„Ich komme meistens spätabends.“ Sie trat einen Schritt näher. „Wenn niemand mehr da ist. Mag die Ruhe.“

Ich sah mich um. Das Studio war tatsächlich leer. Die Uhr an der Wand zeigte kurz nach zehn. Der Besitzer war schon nach Hause, vertraute den Stammkunden den Schlüssel an.
„Verstehe ich. Die Blicke können manchmal nerven.“
„Blicke?“ Sie lächelte schmal. „Du meinst Typen wie dich damals?“
Die Direktheit traf mich unvorbereitet. „Ich war nie aufdringlich.“
„Nein. Warst du nicht.“ Sie lehnte sich gegen die Beinpresse, verschränkte die Arme unter ihrer Brust. „Du warst schlimmer. Du hast mich angestarrt, als wolltest du mich verschlingen. Und dann hast du nie etwas gesagt.“
Mein Puls beschleunigte sich, und das lag nicht am Training. „Ich dachte, du hättest einen Freund.“
„Hatte ich.“ Ihre Augen funkelten. „Das hat dich damals nicht davon abgehalten, dir Dinge vorzustellen.“
Ich schluckte. Die Luft zwischen uns wurde dichter, schwerer. „Du wusstest das?“
„Natürlich wusste ich das.“ Sie stieß sich von der Maschine ab, kam näher. „Glaubst du, mir ist nicht aufgefallen, wie du mich in der Bibliothek angestarrt hast? Oder in der Mensa? Oder bei dieser beschissenen Poolparty, bei der du so getan hast, als würdest du mit deinen Kumpels reden, während deine Augen die ganze Zeit an meinem Bikini klebten?“
Die Erinnerung war so lebendig, dass ich ihren Chlorgeruch riechen konnte. „Tut mir leid.“
„Warum?“ Sie war jetzt direkt vor mir, so nah, dass ich den Schweiß auf ihrer Haut sehen konnte, die feinen Tropfen zwischen ihren Schlüsselbeinen. „Ich fand es heiß.“
Die Welt drehte sich. „Was?“
„Du hast mich nie angefasst. Nie etwas Dummes gesagt. Du hast nur hingesehen. Und ich mochte es, wie du hingesehen hast.“ Ihre Hand hob sich, berührte meine Brust, spielte mit dem verschwitzten Stoff meines Shirts. „Ich habe mich gefragt, was passieren würde, wenn ich dich damals gefragt hätte, was du dir vorstellst.“

„Nevena…“ Meine Stimme war rau.
„Jetzt bist du hier. Allein mit mir.“ Ihre Finger glitten tiefer, fuhren über meinen Bauch. „Also sag es mir. Was hast du dir vorgestellt?“
Ich versuchte zu denken, zu atmen, irgendwas Vernünftiges zu tun. Aber ihre Berührung war Feuer. „Alles. Ich habe mir alles vorgestellt.“
„Zeig mir eins.“ Ihre Stimme war Samt und Befehl zugleich. „Zeig mir eine Sache.“
Meine Hand bewegte sich wie von selbst, umfasste ihr Handgelenk. Nicht fest, nur so, dass sie spürte, dass ich die Kontrolle übernahm. „Deine Hände. Ich habe mir immer deine Hände vorgestellt.“
„Was sollten sie tun?“ Ihre Augen waren halb geschlossen, ihre Lippen leicht geöffnet.
Ich zog ihre Hand nach unten, presste sie gegen die Beule in meiner Trainingshose. „Das.“
Sie atmete scharf ein, aber sie zog nicht zurück. Stattdessen bewegte sie ihre Finger, ertastete meine Härte durch den Stoff. „So viele Jahre zu warten, nur um mir das zu sagen.“
„Ich war ein Idiot.“
„Ja. Warst du.“ Ihre zweite Hand schloss sich um meinen Nacken, zog mich nach unten. Der Kuss war kein sanftes Herantasten, sondern Hunger. Ihre Zunge forderte sofort Einlass, und ich gab nach, saugte an ihrer Unterlippe, biss leicht zu.

Gleichzeitig öffnete sie den Knoten meiner Hose, schob den Bund nach unten, und dann war ihre Hand auf meiner Haut, warm und fest und so verdammt geschickt, dass mir kurz schwarz vor Augen wurde.
„Fuck.“ Ich stöhnte in ihren Mund.
„Sprich nicht.“ Sie küsste sich an meinem Hals entlang, biss in meine Schulter. „Ich will dich nur spüren.“
Ihre Hand begann sich zu bewegen, langsam erst, fast quälend langsam. Ihre Finger umschlossen mich vollständig, glitten auf und ab, und ihr Daumen strich über die empfindlichste Stelle, bis ich zittern musste.
„Deine Haut ist so heiß.“ Ihr Atem war feucht an meinem Ohr. „Ich habe mir vorgestellt, wie du dich anfühlst. Ob du laut bist. Ob du die Augen schließt oder mich ansiehst.“
Ich zwang mich, die Augen zu öffnen, sie anzusehen. Ihr Gesicht war konzentriert, ihre Wangen gerötet, und in ihrem Blick lag etwas Wildes, Unersättliches. Es erinnerte mich an jenes Nachsitzen im Fitnessstudio, von dem ein Kumpel mir mal erzählt hatte – diese Mischung aus Verbotenem und Unvermeidlichem.
„Ich sehe dich an.“ Meine Stimme war kaum mehr als ein Keuchen.
„Gut.“ Ihre Hand beschleunigte, und ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog. „Ich will sehen, wie du kommst. Ich will dein Gesicht sehen, wenn du die Kontrolle verlierst.“
„Nevena, ich…“ Ich versuchte zu warnen, aber sie hörte nicht auf. Ihre Hand wurde noch fester, ihre Bewegungen noch schneller, und dann beugte sie sich vor, leckte über meinen Hals, saugte an der Haut.
„Komm für mich.“ Ihr Flüstern war ein Befehl, und ich konnte nicht anders.
Die Welt explodierte. Ich kam hart, auf ihre Hand, auf meine Trainingshose, auf den Boden des Studios, und sie hielt mich fest, streichelte mich durch alles durch, bis ich nur noch zitternd gegen die Hantelbank gelehnt stand.
„Fuck.“ Ich versuchte zu Atem zu kommen.
Sie brachte ihre Hand zu ihrem Mund, leckte einen Finger ab, und der Anblick ließ meine Knie schwach werden. „Du schmeckst, wie ich es mir vorgestellt habe.“
„Das kannst du nicht einfach so sagen.“
„Warum nicht?“ Sie lächelte, dieses freche, wissende Lächeln. „Wir sind vier Jahre zu spät dran. Ich habe keine Zeit mehr für Spielchen.“
„Was willst du dann?“ Ich richtete mich auf, zog meine Hose hoch.
Sie drehte sich um, ging zur Hantelbank, beugte sich darüber, die Hände auf der gepolsterten Fläche. Dann sah sie über ihre Schulter zu mir zurück und zog langsam ihre Leggings nach unten, bis sie um ihre Knöchel lag.
„Ich will, dass du dir endlich nicht mehr nur Dinge vorstellst.“
Mein Schwanz zuckte wieder, obwohl ich gerade gekommen war. Sie trug nichts drunter. Nichts. Ihre Haut war glatt und gebräunt, und zwischen ihren Schenkeln sah ich, wie feucht sie war.
Ich war in drei Schritten bei ihr. Meine Hände glitten über ihre Hüften, und sie stöhnte leise, drückte sich gegen mich.

„Erzähl mir, was du damals noch gedacht hast.“ Ihre Stimme war ein raues Flüstern.
„Ich habe daran gedacht, wie es wäre, dich zu schmecken.“ Ich kniete mich hinter sie, spreizte ihre Beine weiter. „Ich habe daran gedacht, wie du schmeckst, wie du dich anfühlst, wie du klingst.“
„Dann tu es.“
Ich beugte mich vor, ließ meine Zunge über ihre Feuchtigkeit gleiten, und sie schrie auf, ein erstickter, überraschter Laut, der in ein Stöhnen überging. Sie schmeckte salzig und süß zugleich, und ich konnte nicht aufhören, leckte und saugte, bis ihre Schenkel zitterten.
„Milo, verdammt…“ Ihre Hände krallten sich in die Polsterung der Bank.
Ich schob einen Finger in sie, dann einen zweiten, und sie wurde noch enger, noch heißer. Meine Zunge fand ihren Klit, kreiste darum, und ich spürte, wie sie sich zusammenzog.
„Nicht aufhören. Bitte nicht aufhören.“ Ihre Worte liefen ineinander, wurden undeutlich.
Ich machte weiter, und als sie kam, war es mit einem kehligen Schrei, der durch das leere Studio hallte. Ihre Beine gaben nach, und ich musste sie festhalten, damit sie nicht zusammenbrach.
Als sie sich endlich wieder beruhigt hatte, richtete sie sich auf, drehte sich zu mir um. Ihr Gesicht war gerötet, ihre Augen glasig. „Das war nicht alles, oder?“
„Nein.“ Ich stand auf, zog meine Hose wieder herunter. „Das war nicht alles.“
„Gut.“ Sie lehnte sich zurück gegen die Bank, spreizte ihre Beine. „Dann zeig mir den Rest.“
Ich trat zwischen ihre Beine, aber bevor ich in sie eindringen konnte, hielt sie mich auf. „Warte.“
„Was?“
Sie nahm meine Hand, führte sie nach hinten, zwischen ihre Pobacken. „Ich will alles. Auch das.“
Mein Herz setzte einen Schlag aus. „Bist du sicher?“
„Ich wollte es schon damals.“ Ihre Augen waren dunkel vor Verlangen. „Ich habe mir vorgestellt, wie es sich anfühlt. Ich will es jetzt.“
Ich holte aus meiner Tasche eine kleine Flasche Öl, die ich für die Massage nach dem Training dabei hatte, und goss etwas davon auf meine Finger. Dann begann ich vorsichtig, sie zu dehnen, zuerst mit einem Finger, dann mit zwei, und sie keuchte, biss sich auf die Lippe.
„Mehr.“ Ihre Stimme war rau. „Ich will mehr.“
Ich ölte meinen Schwanz ein, positionierte mich, und dann drückte ich langsam, ganz langsam in sie hinein. Sie war so eng, dass ich fast sofort hätte kommen können, aber ich hielt mich zurück, ließ ihr Zeit, sich anzupassen.
„Oh Gott.“ Sie lehnte den Kopf zurück. „Oh Gott, Milo.“
„Zu viel?“
„Nein. Perfekt. Beweg dich.“
Ich begann mich zu bewegen, langsame, tiefe Stöße, und sie bewegte sich mit mir, stieß zurück, nahm mich noch tiefer auf. Ihre Hand glitt zwischen ihre Beine, rieb an ihrem Klit, und ich spürte, wie sie wieder anfing zu zittern.
„Ich komme wieder.“ Ihre Stimme war ungläubig. „Verdammt, ich komme schon wieder.“
Und sie tat es, mit einem lauten Schrei, der mich mit sich riss. Ich kam hart, tiefer in ihr, als ich je in jemandem gewesen war, und für einen endlosen Moment gab es nichts außer uns beiden, verschmolzen in dieser schmutzigen, perfekten Umarmung.
Als wir beide wieder zu Atem gekommen waren, zog ich mich vorsichtig zurück. Sie drehte sich zu mir um, küsste mich sanft, fast zärtlich.
„Vier Jahre zu spät.“ Sie lächelte.
„Aber dafür umso intensiver.“ Ich strich ihr eine verschwitzte Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Was jetzt?“ fragte sie.
Ich sah zur Uhr. Kurz nach elf. „Ich glaube, wir sollten duschen.“
„Zusammen?“
„Wenn du willst.“
Sie zog ihre Leggings hoch, nahm meine Hand. „Ich will. Und danach will ich, dass du mir erzählst, was du dir noch alles vorgestellt hast. Alle vier Jahre lang.“
„Das könnte dauern.“
„Ich habe Zeit.“ Sie führte mich zu den Umkleiden. „Jetzt, wo ich dich gefunden habe, lass ich dich nicht mehr gehen.“
Unter der Dusche, als das warme Wasser über unsere Körper lief und sie sich in meine Arme schmiegte, wurde mir klar, dass manche Dinge es wert waren, vier Jahre zu warten. Und manche Begegnungen passierten genau dann, wenn sie passieren sollten. Nicht früher, nicht später.

„Kommst du morgen wieder?“ fragte sie, während sie Shampoo in ihren Haaren verteilte. Die Szene erinnerte mich an eine Geschichte, die ich mal gelesen hatte – über intimste Momente unter fließendem Wasser.
„Jeden Abend“, sagte ich. „Wenn du hier bist.“
„Dann bin ich hier.“ Sie küsste mich wieder, und der Kuss schmeckte nach Seife und Versprechen. „Jeden Abend.“
Und während wir uns gegenseitig abduschten, die Hände überall, neugierig und unersättlich, wusste ich, dass dies erst der Anfang war. Von etwas, das vielleicht schon vor vier Jahren hätte beginnen sollen. Aber vielleicht war jetzt der richtige Moment. Der Moment, in dem wir beide bereit waren, nicht mehr nur zu schauen, sondern zu handeln.
Als wir das Studio schließlich verließen, Hand in Hand, die Haare noch feucht, die Körper erschöpft und gleichzeitig aufgeladen, drehte sie sich noch einmal um.
„Die Hantelbank werden wir nie wieder ansehen können, ohne daran zu denken.“
„Gut.“ Ich zog sie näher. „Soll sie uns daran erinnern. An heute. An den Anfang von allem.“
Sie lächelte, dieses Lächeln, das mir schon vor vier Jahren den Verstand geraubt hatte. „Von allem.“
Und als wir in die Nacht hinaustraten, die Luft kühl auf unserer noch warmen Haut, war ich mir sicher, dass dies die beste Trainingseinheit meines Lebens gewesen war. Eine, die nichts mit Muskeln zu tun hatte, aber alles mit dem, was wirklich zählte. Mit Verlangen, das zu lange unterdrückt worden war. Mit Berührungen, die zu lange aufgeschoben worden waren. Mit Worten, die endlich ausgesprochen wurden.
Vier Jahre zu spät. Aber genau zur richtigen Zeit.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.