Die Projektmappe lag schwer in meinen Händen, als ich vor der Tür von Herrn Vidar stand. Eigentlich hätte Samira sie ihm bringen sollen, aber die war krank zu Hause, und Gregor hatte mich gebeten, kurz vorbeizufahren. Nur schnell abgeben, hatte er gesagt. Fünf Minuten, maximal. Aber als Vidar die Tür öffnete, wusste ich sofort, dass daraus mehr werden würde.
„Kieran.“ Sein Blick wanderte von meinem Gesicht zur Mappe und zurück. „Komm rein. Ich hab gerade Besuch, aber das passt schon.“
Besuch? Ich zögerte, doch er hatte sich bereits umgedreht und war in seine Wohnung zurückgegangen. Die Tür stand offen. Ich folgte ihm durch den Flur, vorbei an teuren Kunstdrucken und minimalistischen Möbeln. Aus dem Wohnzimmer drang leises Lachen.
„Das ist Kieran aus Gregors Team“, stellte Vidar mich vor, als wir den Raum betraten. Auf dem Sofa saßen zwei Frauen, beide mit Weingläsern in der Hand. Die eine – dunkelblond, Mitte dreißig, in einem anthrazitfarbenen Kleid – musterte mich mit unverhohlenem Interesse. Die andere, jünger und rothaarig, lächelte nur.
„Marlowe“, sagte die Dunkelblonde und stand auf. „Ich arbeite mit Vidar zusammen.“ Ihre Hand war warm, als sie mir die Mappe abnahm und sie achtlos auf dem Couchtisch abstellte. „Und das ist Noémi.“
„Hey“, sagte die Rothaarige und hob ihr Glas. „Bleibst du?“
„Ich wollte nur—“
„Er bleibt“, unterbrach Vidar mich und drückte mir ein volles Weinglas in die Hand. Sein Tonfall ließ keinen Widerspruch zu. Es war derselbe Ton, den er in Meetings benutzte, wenn er eine Diskussion beendete. Ich kannte ihn gut.
Ich setzte mich in den Sessel gegenüber dem Sofa. Marlowe nahm wieder Platz, aber diesmal näher an Noémi, ihre Schenkel berührten sich. Die Atmosphäre im Raum war geladen, elektrisch – als hätte ich eine Szene unterbrochen, die nur kurz pausiert hatte.
„Wir haben gerade über die Grenzen von professionellen Beziehungen gesprochen“, sagte Marlowe und spielte mit dem Stiel ihres Glases. „Wo sie anfangen, wo sie aufhören. Du arbeitest für Gregor, richtig?“
„Ja.“
„Und hast du jemals daran gedacht, diese Grenze zu überschreiten?“
Die Frage kam so direkt, dass ich fast lachen musste. Aber in ihren Augen lag keine Spur von Humor. Nur Neugier. Und etwas anderes.
„Ich denke viel“, sagte ich ausweichend.
„Das ist keine Antwort.“ Noémis Stimme war leiser, aber nicht weniger bestimmt. Sie stellte ihr Glas ab und lehnte sich zurück, die Arme über der Rückenlehne ausgestreckt. Ihr Top rutschte dabei ein Stück nach oben und gab den Blick auf ihren flachen Bauch frei.
Vidar setzte sich auf die Armlehne des Sofas, direkt neben Marlowe. Seine Hand landete beiläufig auf ihrer Schulter. „Kieran ist diskret“, sagte er. „Sonst hätte Gregor ihn nicht geschickt.“
„Diskretion ist wichtig.“ Marlowe nippte an ihrem Wein und sah mich über den Rand ihres Glases hinweg an. „Besonders in Situationen wie diesen.“
Mir wurde klar, dass ich in etwas hineingeraten war, das nichts mit der Projektmappe oder der Nachbarwohnung zu tun hatte. Ich hätte aufstehen und gehen können. Sollte es vielleicht sogar. Aber stattdessen nahm ich einen Schluck Wein und lehnte mich zurück.
„Was für Situationen?“
Marlowe lächelte. „Die spontanen. Die unerwarteten.“ Sie legte ihre Hand auf Noémis Oberschenkel, und die reagierte mit einem leisen Seufzer. „Die aufregenden.“
Vidars Blick traf meinen. Es lag eine stille Frage darin, aber auch eine Erwartung. Er war mein Chef – nicht direkt, aber in der Hierarchie über mir. Und doch war hier, in seiner Wohnung, diese Rollenverteilung plötzlich unwichtig. Oder vielleicht gerade deshalb relevant.
„Zieh deine Jacke aus“, sagte er ruhig.
Ich gehorchte, ohne nachzudenken. Die Jacke landete über der Sessellehne. Mein Hemd klebte leicht an meinem Rücken – die Wohnung war warm, oder vielleicht war es die Spannung.
Marlowe küsste Noémi. Es war kein zaghafter Kuss, sondern hungrig, fordernd. Noémis Hände verschwanden in Marlowes Haar, zogen ihren Kopf näher. Vidars Hand glitt von Marlowes Schulter nach unten, über ihren Rücken, und schob dabei das Kleid ein Stück höher.
„Schau zu“, sagte er zu mir, ohne den Blick von den beiden Frauen abzuwenden. „Und lern was.“
Ich hätte nicht wegschauen können, selbst wenn ich gewollt hätte. Marlowes Hand wanderte unter Noémis Top, und die wölbte sich ihr entgegen. Ihre Brüste waren klein, fest, die Brustwarzen drückten sich sichtbar gegen den dünnen Stoff. Als Marlowe den Saum nach oben schob, wurde klar, dass Noémi keinen BH trug.
„Komm her“, sagte Marlowe, und ich wusste nicht, ob sie mich oder Vidar meinte. Aber er stand auf, zog sein Hemd über den Kopf und kniete sich vor das Sofa. Seine Hände schoben Noémis Rock hoch, enthüllten nackte Haut und schwarze Spitze. Sie spreizte die Beine bereitwillig.
Marlowe löste sich von Noémis Lippen und sah zu mir herüber. „Du kannst näher kommen. Oder einfach nur zuschauen. Deine Wahl.“
Ich stand auf, mein Herz hämmerte. Die Szene vor mir war so unwirklich, dass ich einen Moment brauchte, um zu begreifen, dass das wirklich geschah. Dass ich wirklich hier war, in der Wohnung meines Chefs, während zwei Frauen sich küssten und er seinen Kopf zwischen die Schenkel einer von ihnen schob.
Noémi stöhnte auf, als Vidars Zunge sie erreichte. Ihre Finger krallten sich in die Sofakante, ihre Augen schlossen sich. Marlowe beobachtete sie mit einem Ausdruck, der halb Besitzerstolz, halb Geilheit war. Dann griff sie nach Noémis Top und zog es ihr komplett aus.
„Kieran.“ Marlowes Stimme war jetzt rauer. „Setz dich neben mich.“
Ich tat es. So nah, dass ich den Duft ihres Parfums riechen konnte – etwas Holziges, Teures. Sie nahm meine Hand und führte sie zu Noémis Brust. Die Haut war heiß, die Brustwarze hart unter meiner Handfläche.
„Fester“, flüsterte Marlowe.
Ich drückte zu, zwirbelte die Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger. Noémi wimmerte, ihre Hüften hoben sich Vidar entgegen. Er hatte ihre Schenkel weit auseinander geschoben, sein Gesicht vergraben zwischen ihren Beinen. Die Geräusche, die er dabei machte, waren obszön und unglaublich erregend.
Marlowes Hand landete auf meinem Oberschenkel, wanderte nach oben, fand die Beule in meiner Hose. Sie lachte leise. „Das gefällt dir.“
„Ja.“
„Dann zeig es uns.“ Sie öffnete meinen Gürtel mit geübten Fingern, zog den Reißverschluss herunter. Mein Schwanz sprang heraus, hart und pochend. Sie umfasste ihn, strich einmal von der Wurzel bis zur Spitze. „Nicht schlecht.“
Noémi kam. Ihr ganzer Körper spannte sich an, ein langer, kehlig Schrei entfuhr ihr. Vidar hielt sie fest, seine Hände auf ihren Hüften, und leckte sie durch den Orgasmus hindurch. Als sie erschlaffte, richtete er sich auf, sein Mund glänzte feucht.
„Du bist dran“, sagte er zu Marlowe.
Sie ließ mich los und stand auf, zog ihr Kleid in einer fließenden Bewegung über den Kopf. Darunter trug sie nichts als einen hauchdünnen Slip. Ihr Körper war makellos – trainiert, aber weich an den richtigen Stellen. Sie legte sich rücklings auf den Teppich, spreizte die Beine und sah mich an.
„Komm schon“, sagte sie. „Oder brauchst du eine Einladung?“
Ich kniete mich zwischen ihre Schenkel. Ihr Slip war bereits feucht, durchscheinend. Ich zog ihn zur Seite und strich mit meiner Zunge über ihre Pussy. Sie schmeckte salzig, süß, nach Erregung und Wein. Ihre Hände landeten in meinen Haaren, drückten mich näher.
„Tiefer“, befahl sie.
Ich steckte meine Zunge in sie hinein, fickte sie damit, während meine Nase ihren Kitzler rieb. Sie stöhnte laut, ihre Hüften bewegten sich im Rhythmus. Hinter mir hörte ich Noémis leises Keuchen – Vidar musste sich um sie kümmern.
Dann spürte ich Hände an meiner Hose, zogen sie komplett herunter. Warme Finger umfassten meinen Schwanz, strichen auf und ab. Eine Zunge leckte über meine Eier. Ich sah über die Schulter – Noémi kniete hinter mir, den Blick auf das gerichtet, was sie tat.
„Konzentrier dich“, sagte Marlowe scharf und zog mich wieder nach vorne. Ich gehorchte, saugte an ihrem Kitzler, während Noémi mich mit dem Mund verwöhnte. Es war zu viel – die Empfindungen, die Geräusche, der Geruch von Sex, der den Raum füllte.
Vidar kniete sich neben Marlowe, sein Schwanz in der Hand. Sie drehte den Kopf und nahm ihn in den Mund, ohne dass er etwas sagen musste. Ihre Wangen höhlten sich, während sie ihn saugte. Ich konnte nicht aufhören, hinzusehen – es war wie eine versaute Choreografie, in die ich plötzlich verwickelt war.
Noémi ließ von mir ab und stellte sich auf alle viere. „Fick mich“, sagte sie über die Schulter.
Ich positionierte mich hinter ihr, führte meinen Schwanz an ihre Öffnung. Sie war nass, heiß, und als ich in sie eindrang, stöhnte sie laut auf. Ihre Pussy umschloss mich fest, pulsierte um mich herum. Ich begann mich zu bewegen, langsam zuerst, dann schneller.
„Härter“, forderte sie. „Los!“
Ich packte ihre Hüften und stieß tiefer. Der Klang unserer Körper, die aufeinander trafen, mischte sich mit Marlowes lustvollen Schreien. Vidar fickte sie jetzt mit den Fingern, seine andere Hand um seinen Schwanz, den sie weiter saugte.
„Ich komme gleich“, keuchte Noémi. Ihre Hand wanderte zwischen ihre Beine, rieb ihren Kitzler. Ihr Körper zitterte, ihre Pussy zog sich um mich zusammen. Der Orgasmus überrollte sie mit solcher Wucht, dass ich Mühe hatte, weiterzumachen.
Marlowe schrie auf, ihr Rücken bog sich durch. Vidar zog seine Finger heraus und richtete sich auf. „Auf die Knie“, sagte er zu ihr. Sie gehorchte sofort, öffnete den Mund. Er kam mit einem tiefen Stöhnen, sein Sperma spritzte über ihre Zunge, ihre Lippen, ihr Kinn.
Ich war kurz davor. Noémi spürte es, drückte sich mir entgegen. „Komm in mir“, flüsterte sie. „Mach schon.“
Der Orgasmus explodierte durch meinen Körper, ließ mich alles andere vergessen. Ich kam tief in ihr, pulsierend, endlos. Als ich mich zurückzog, fühlte ich mich leer und gleichzeitig vollkommen erfüllt.
Wir lagen alle auf dem Boden, keuchend, verschwitzt. Die Projektmappe lag immer noch auf dem Couchtisch, vergessen. Vidar griff nach seinem Weinglas, nahm einen Schluck und reichte es mir.
„Diskret“, sagte er nur.
„Diskret“, bestätigte ich.
Marlowe lachte leise. „Dann bis zum nächsten Mal.“
Und ich wusste, dass es ein nächstes Mal geben würde. Dass diese Arbeitswohnung für mich eine ganz neue Bedeutung bekommen hatte. Dass ich gerade eine Grenze überschritten hatte, die sich nie wieder rückgängig machen ließ.
Aber während ich mich anzog und die Projektmappe zurück auf den Tisch legte, bereute ich nichts.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.