Ich hätte nie gedacht, dass Joris überhaupt wüsste, wie man ein Strandtuch auslegt. Der Typ aus dem zweiten Stock, immer im Anzug, immer höflich im Treppenhaus — und jetzt lag er zehn Meter weiter auf dem gleichen verlassenen Strandabschnitt wie ich, die Hosenbeine hochgekrempelt, ein Buch in der Hand, das er nicht las.
Er hatte mich längst bemerkt. Das spürte ich.
Die Sonne brannte auf meinen Rücken, das Meer glitzerte so grell, dass ich die Augen zusammenkneifen musste. Ich war hierher gefahren, um Ruhe zu haben, weg von der Hitze der Stadt, weg von der Enge. Der Strand war leer, bis auf ein paar Möwen und ihn. Und jetzt starrte ich aufs Wasser und tat so, als würde ich ihn nicht sehen.
„Kleine Welt“, sagte er irgendwann, und seine Stimme war näher, als ich dachte.
Ich drehte mich um. Er stand drei Schritte entfernt, das nasse Haar an der Stirn klebend, Wassertropfen rannen über seine Brust. Der Anzug war weit weg.

„Joris. Hallo.“
„Lara.“ Er lächelte schief. „Ich dachte, du wärst heute bei deinem Bruder.“
„Hab gelogen.“
„Verstehe.“
Er setzte sich neben mich, ungefragt, aber nicht aufdringlich. Sand klebte an seinem Unterarm. Ich merkte, wie ich seinen Körper musterte, ohne es zu wollen — oder vielleicht doch. Der Geruch nach Salzwasser hing zwischen uns.
„Du hast keine Sonnencreme“, sagte ich.
„Doch. Vergessen aufzutragen.“
„Du wirst rot.“
„Schon passiert.“ Er lehnte sich zurück auf die Ellbogen, ließ den Blick über den Horizont wandern. „Ich komme hierher, wenn mir die Stadt zu laut wird.“
„Ich auch.“
Ein paar Minuten vergingen. Nur das Rauschen der Wellen, das Kreischen der Möwen. Ich hätte aufstehen können. Einfach gehen. Aber ich tat es nicht.
„Hast du was zu trinken?“, fragte er.
„Wasser. In der Tasche.“
Er griff danach, ohne zu fragen, trank in langen Zügen. Sein Adamsapfel hüpfte. Ich beobachtete es und merkte, dass ich meinen Atem anhielt.
„Danke.“ Er reichte mir die Flasche zurück. Unsere Finger berührten sich. Nicht zufällig.

„Joris?“
„Ja?“
„Warum bist du wirklich hier?“
Er sah mich an. Direkt. Kein Ausweichen. „Weil ich dich neulich im Hausflur gesehen habe. Wie du deine Tasche gepackt hast. Und ich wusste, wo du hinfährst.“
Mein Herz stolperte.
„Du hast mich verfolgt?“
„Ich bin in die gleiche Richtung gefahren.“
„Das ist dasselbe.“
„Nein.“ Seine Stimme wurde tiefer. „Ich wollte dich nur sehen. Von weitem. Mehr nicht.“
„Aber jetzt sitzt du hier.“
„Ja.“
Ich hätte wütend sein sollen. Aber alles, was ich spürte, war ein Kribbeln tief in meinem Bauch. Diese Spannung zwischen Nachbarn, die man nie ausspricht, die aber immer da ist, immer spürbar.
„Lara, ich—“
„Komm mit.“
Ich stand auf, ohne nachzudenken. Ging zu den Dünen. Er folgte mir, ohne zu zögern.
Hinter dem ersten Hügel war es windstill. Nur das gedämpfte Rauschen des Meeres drang hierher. Ich drehte mich zu ihm um, und er war schon direkt vor mir, so nah, dass ich die Salzkristalle auf seiner Haut sehen konnte.
„Sag mir, dass du das nicht willst“, flüsterte er.
Ich antwortete nicht. Stattdessen küsste ich ihn.

Seine Lippen schmeckten nach Meer und Sonne. Er zögerte eine Sekunde, dann zog er mich an sich, seine Hände auf meinem Rücken, fest, hungrig. Ich spürte, wie mein Körper sich gegen ihn presste, wie meine Finger in sein nasses Haar griffen, wie alles andere verschwand.
„Fuck“, murmelte er gegen meinen Mund.
„Sag nichts.“
„Aber—“
Ich biss in seine Unterlippe, nur leicht, genug, um ihn zum Schweigen zu bringen. Er stöhnte leise, und das Geräusch ließ etwas in mir auflodern. Meine Hände wanderten über seine Brust, über die feuchte Haut, über die Konturen seiner Muskeln. Er packte meine Hüften, schob mich rückwärts gegen die sandige Böschung.
„Hier?“, fragte ich atemlos.
„Außer du willst zurück zum Strand.“
Ich schüttelte den Kopf.
Seine Hände schoben sich unter mein Top, fanden meine Brüste, kneteten sie, während sein Mund meinen Hals hinab wanderte. Ich keuchte auf, ließ den Kopf zurückfallen. Die Sonne brannte durch meine geschlossenen Lider, aber alles, was ich spürte, war er.
„Du bist so verdammt schön“, murmelte er.
„Joris—“
„Still.“
Er zog mein Top über den Kopf, warf es in den Sand. Mein Bikinioberteil folgte. Die warme Luft strich über meine nackte Haut, aber dann war sein Mund da, auf meiner Brust, saugend, leckend. Ich stöhnte laut, meine Finger krallten sich in seine Schultern.
„Ich will dich“, flüsterte er zwischen den Küssen.
„Dann nimm mich.“
Er hob den Kopf, sah mich an. Etwas Wildes flackerte in seinen Augen. Dann löste er meine Bikinihose, schob sie über meine Hüften, über meine Beine, bis ich nackt vor ihm stand. Der Wind strich über meine Haut, aber ich schämte mich nicht. Ich wollte, dass er mich so sah.
„Leg dich hin“, sagte er, und seine Stimme war rau.
Ich gehorchte. Der Sand war warm unter meinem Rücken, weich und nachgiebig. Er kniete sich zwischen meine Beine, und ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog vor Erwartung.
Seine Hände strichen über meine Oberschenkel, langsam, quälend langsam. Dann küsste er meine Innenseite, einmal, zweimal, immer höher. Ich hielt die Luft an.
„Bitte“, flüsterte ich.
„Was willst du?“
„Du weißt genau, was.“
Er lächelte gegen meine Haut. Dann drückte er meine Beine auseinander, senkte seinen Kopf — und sein Mund fand mich.
Ich schrie auf. Konnte nicht anders. Seine Zunge kreiste, leckte, saugte. Ich wölbte mich ihm entgegen, meine Hände gruben sich in den Sand neben mir. Es war zu viel und nicht genug. Mein Atem ging stoßweise, mein Herz hämmerte. Jede Berührung seiner Zunge ließ mich höher klettern, näher an den Rand.
„Joris, ich—“
„Komm für mich“, murmelte er gegen meine Haut.
Und ich tat es. Die Welt explodierte hinter meinen Augen, mein Körper zuckte, und ich konnte nur noch seinen Namen stammeln, immer wieder, während er mich durch die Wellen trug.
Als ich wieder zu Atem kam, lag er neben mir, stützte sich auf einen Ellbogen, sah mich an.
„Das war—“ Ich fand keine Worte.
„Erst der Anfang.“ Er küsste mich, und ich schmeckte mich selbst auf seinen Lippen. Meine Hand glitt über seinen Bauch, tiefer, fand die Beule in seiner Badehose. Er war hart, und als ich ihn durch den Stoff berührte, zischte er.
„Lara—“
„Zieh das aus.“
Er gehorchte, streifte die Hose ab. Sein Schwanz sprang frei, und ich konnte nicht anders, als ihn zu umfassen. Er fühlte sich heiß an, pulsierend. Joris stöhnte, seine Augen geschlossen, sein Kiefer angespannt.
„Komm her“, flüsterte ich.
Er positionierte sich über mir, sein Gewicht auf den Armen. Die Spitze seines Schwanzes drückte gegen meinen Eingang. Ich legte die Beine um seine Hüften, zog ihn näher.
„Bist du sicher?“, fragte er.
„Ja. Fuck, ja.“
Er stieß zu. Langsam zuerst, dann tiefer, bis er ganz in mir war. Wir beide stöhnten gleichzeitig. Er füllte mich aus, dehnte mich, und es fühlte sich so verdammt gut an.
„Du fühlst dich so eng an“, keuchte er.
Ich antwortete nicht. Konnte nicht. Er begann sich zu bewegen, langsame, tiefe Stöße, die mich jedes Mal aufseufzen ließen. Seine Augen bohrten sich in meine, und ich konnte nicht wegsehen, konnte mich nicht verstecken. Diese Nacktheit am Strand, nicht nur körperlich — es war mehr als das.
„Schneller“, flüsterte ich.
Er gehorchte. Seine Hüften hämmerten gegen meine, hart, rhythmisch. Der Sand unter mir gab nach bei jedem Stoß. Ich klammerte mich an ihn, meine Nägel gruben sich in seinen Rücken. Er fluchte leise, immer wieder, ein Mantra aus schmutzigen Worten.
„Ich bin nah dran“, keuchte er.
„Ich auch.“
Seine Hand schob sich zwischen unsere Körper, fand meine Klitoris, rieb Kreise. Ich explodierte sofort, schrie seinen Namen, spürte, wie sich alles in mir zusammenzog. Er folgte Sekunden später, stieß ein letztes Mal tief in mich, sein ganzer Körper angespannt, und dann spürte ich, wie er in mir pulsierte.
Wir blieben so liegen, beide keuchend, schweißnass trotz der Brise. Sein Gewicht auf mir fühlte sich richtig an.
„Das war—“ Er hob den Kopf, sah mich an. „Verdammt.“
„Ja.“
Er zog sich aus mir zurück, ließ sich neben mich in den Sand fallen. Unsere Hände fanden sich, Finger verschränkten sich.
„Was machen wir jetzt?“, fragte ich nach einer Weile.
„Wir könnten so tun, als wäre nichts passiert.“
„Könnten wir.“
„Aber das würde nicht funktionieren.“
„Nein.“
Er drehte sich zu mir, küsste mich sanft. „Dann lass uns nicht so tun.“
Ich lächelte gegen seine Lippen. „Was schlägst du vor?“
„Ich könnte bei dir vorbeikommen. Heute Abend. Mit Wein.“
„Wein in meiner Küche klingt gut.“
„Nur Wein?“
„Mal sehen.“ Ich stand auf, griff nach meinem Bikini. Er beobachtete mich dabei, wie ich mich anzog, und der Hunger in seinen Augen war noch nicht gestillt.
„Du machst mich verrückt“, sagte er.
„Gut.“
Wir gingen zurück zum Strand, holten unsere Sachen. Die Sonne stand schon tiefer, tauchte alles in goldenes Licht. Niemand hatte uns gesehen. Niemand würde es je erfahren — außer uns.
„Bis heute Abend?“, fragte er, als wir bei den Autos standen.
„Acht Uhr.“
„Ich bringe guten Wein.“
„Und ich trage vielleicht nichts drunter.“
Er lachte leise, beugte sich vor, küsste mich noch einmal. „Du bist gefährlich.“
„Das hast du dir selbst zuzuschreiben.“ Ich stieg in mein Auto, ließ den Motor an. Als ich losfuhr, sah ich im Rückspiegel, wie er noch immer dastand, mir nachsah.

Ich lächelte. Das war real gewesen, roher und ehrlicher als alles, was ich in letzter Zeit erlebt hatte. Und es war erst der Anfang.
Heute Abend würde er kommen. Und diesmal würde ich ihm zeigen, was noch alles möglich war — zwischen vier Wänden, ohne Sand, aber mit genauso viel Leidenschaft.
Der Strand lag hinter mir, aber die Erinnerung würde bleiben. An sein Flüstern, an meine Schreie, an das Gefühl von Salz und Haut und Begierde unter der brennenden Sonne.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.