Die Grenzgängerin – Teil 3 Napoleon

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Paris und Hunde sind nicht etwas, das man in einem Atemzug nennen kann, ohne dabei die Stirn zu runzeln oder die Lippen zu kräuseln.
Es ist ganz einfach: Die Stadt ist auf Hunde schlicht nicht eingestellt. Hundekotbeutel, zum Beispiel, gibt es hier nicht. Zumindest nicht in der Rue du Faubourg-Saint-Honoré. Und konsequenterweise fehlen auch die Briefkasten ähnlichen Boxen, wo man „la crotte de chien“ diskret hätte entsorgen können.
Die Lage ist also gespannt, doch Ürsüle nimmt die Herausforderung an und führt Napoleon Gassi. Schliesslich ist der Königspudel, respektive seine Umsorgung minimaler Bestandteil der „revanche“. Revanche für eine scheinbar unbegrenzte Gastfreundschaft; die erotischen Eskapaden nicht eingerechnet. Ganz abgesehen davon, dass sie mit keiner Silbe erwähnt wurden. Nicht unbedingt verschämtes Schweigen, nein, eher so eine Art verschwörerisches Augenzwinkern.

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Madame fand bereits vor dem Frühstück Mittel und Wege ihrer Lust Ausdruck zu verleihen, und Monsieur liess keine Gelegenheit aus, Ürsüle’s Nippel auf die möglichen Härtegrade zu testen. Keinesfalls grob oder respektlos, jedoch ungeniert und selbstverständlich. Ürsüle wurde zwar jedes Mal verlegen, doch sie fühlte sich aufgehoben. Sie gehörte zur Familie. Und sie war dauernd geschwollen. Ein Gefühl, als hätte man ihr Luftkissen zwischen die Beine gesteckt.
Es war nicht unangenehm, dieses Gefühl; im Gegenteil. Aber letztendlich doch auch ungewohnt. Abgesehen davon, bewirkten diese anhaltenden Intermezzi, dass sie kaum aus den Erinnerungen an jenen Spätnachmittag herauskam, als sie irgendwie völlig ausgeliefert und in schier unermesslicher Gier allen Lastern auf einmal gefrönt hatte.
Die Vorstellung, wie Napoleon sie beschnuppert hatte, setzte immer noch gewaltige Lustschübe in ihr frei, so dass sich Ürsüle nie ganz sicher war, ob ihr vaginaler Saft das Höschen nässte, oder ob sie aus purer Erregung das eine oder andere Tröpfchen verlor. Auch sinnierte sie immer noch über das Verlangen von Monsieur nach, wonach er aus ihrem Paradies schlürfen wollte.
Die Vorstellung, dass sie ihm in irgendeiner Form direkt in den Mund spritzen sollte machte sie vollends kirre, und sie wurde ihrer Fantasie kaum Meister, wenn sie sich ausmalte, wie sie ihn solcher Art beglücken und verwöhnen würde. Wobei sie sich immer noch nicht ganz sicher war, welche Rolle sie Madame zukommen lassen sollte. Irgendwie lag ihr daran, sie besonders zu verwöhnen, respektive ihr zu zeigen, wie sehr sie sie in ihr Herz geschlossen hatte.

3
Auf einmal spürt Ürsüle einen starken Ruck in ihrem Arm. Sie war in Gedanken versonnen weiter spaziert und hatte nicht gemerkt, dass Napoleon sich – der Natur gehorchend – fürs morgendliche Geschäftchen positioniert hatte und nun mit unverkennbar eindeutigen Muskelkontraktionen sich seiner Notdurft zu entledigen sucht. Und das ausgerechnet vor einer dieser Edelboutiquen.
Alles Zerren hilft nichts. Napoleon bleibt stur. Er quält seinen Darm solange, bis ein erstes ansehnliches Resultat zu Boden platscht und sich dort unübersehbar in der Form eines schokobraunen Fladens manifestiert.
Ürsüle kniet sich nieder, obwohl ihr ganz eindeutig die entsprechenden Mittel fehlen, um dem Malheur in angemessener Art und Weise bei zu kommen. Doch Napoleon hat wenig Verständnis für die Sorgen seiner Betreuerin. Der stramme Rüde verspürt noch so eine Art Nachdruck und rennt angesichts der neugierig herumstehenden Passanten in die einzig führ ihn mögliche Richtung: Mitten hinein in die Boutique. Dort bringt er sein Werk zu Ende, beziehungsweise versäubert sich direkt vor einer Umkleidekabine.

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Das Durcheinander im Laden ist unvorstellbar. Alle haben sie ihre Contenance verloren, schreien und gestikulieren wild durcheinander, doch niemand fühlt sich für das schlierig braune Häufchen zuständig oder hat gar den Mut, besagtes Hundstrümmerl vor der Kabine zu entfernen.
Ürsüle steht da und fühlt sich, als hätte man ihr den fälligen Eimer Pech gleich hundertfach über den Kopf gestülpt.
Die Chefverkäuferin erkennt sie, schnappt hörbar nach Luft und will zur räsonierenden Standpauke anheben, als eine Kundin aus eben genau dieser Umkleidekabine tritt. Unisono halten alle gleichzeitig die Luft an, starren der Kundin für einen Sekundenbruchteil perplex in die Augen und senken dann ihre Blicke in gespannter Erwartung auf das wohl Unvermeidliche.
Die Kundin selbst ist wenig irritiert und scheint die offensichtliche Aufregung um ihre Person beinahe zu geniessen, als sie beherzt, ohne mit den Wimpern zu zucken und bar jeder Rücksicht auf Verluste mitten in das etwas ungewöhnliche „mise en place“ tritt.
Ihr Stiletto ist einem solch ungewohnt forschen Schritt nicht wirklich gewachsen und bietet demzufolge wenig verlässlichen Halt. Es kommt wie es kommen muss, und auch wie vom Publikum erwartet: Die Dame rutscht aus und landet alles andere als ladylike in der nicht ganz geruchsfreien Misere.
Der Aufprall ist wenig elegant. Es klingt hart; sehr hart und ihr Schmerz verzerrtes Gesicht bestätigt die schlimmsten Befürchtungen.
Irgendjemand lässt sich dann dazu hinreissen von „portebonheur“ zu sprechen, und nochmals jemand anderer doppelt nach mit dem Wissen über eine Anzeige im Internet, wonach der „lucky dog shit“ ein gefragter Artikel sei, insbesondere jener „from the famous streets of Paris“. Bedingung ist allerdings, dass man mit dem linken Fuss zuerst hinein stapft; nur dann wird entsprechendes Glück garantiert.
Wiederum unisono starren sie alle auf die Frau am Boden. Sie hat eindeutig den falschen Fuss benutzt. „Ma foi, tant pis!“; das nächste Mal würde es bestimmt klappen. Manche klopfen Ürsüle tröstend auf die Schultern. Alles halb so wild; die Dame hat lediglich ihre eigene beste Chance verspielt. Mann kann eben nicht immer zu den Gewinnern gehören. Dann tauchen sie unter in der mittäglichen Geschäftigkeit.

5
Als Ürsüle mit Napoleon von der doch ziemlich ereignisreichen Tour nach Hause kommt, scheinen ihr die aufregenden Erlebnisse vorausgeeilt zu sein, denn Madame wartet bereits in der Türe auf sie. Wortlos nimmt sie den Hund entgegen, leint ihn ab und entlässt ihn in die Küche. Dann wendet sie sich  wieder Ürsüle zu, doch ihr Gesichtsausdruck hat sich völlig verändert. Sie scheint aufgebracht, und ungeduldig. So als könnte sie es kaum erwarten, Ürsüle eine Lektion zu erteilen.
Sie mustert Ürsüle von oben bis unten, so in der Art als müsste sie jeden Zentimeter erfassen und gegeneinander abwägen, dann hebt Madame die eine Augenbraue leicht an, macht auf dem Absatz rechts umkehrt und geht wortlos davon aus, dass Ürsüle ihr folgt.
Erst jetzt fällt Ürsüle auf, dass Madame äusserst elegant gekleidet ist. Elegant, und dennoch irgendwie sexy. Das enge Kostüm sitzt wie eine zweite Haut: „impeccable“; aber äusserst aufreizend. Die Strümpfe mit Naht und die lackfarbenen Pumps vervollständigen das Bild in jeglicher Hinsicht, und Ürsüle ist sich auf einmal nicht sicher, ob sie das mulmig warme Gefühl in ihrem Bauch mit Begehrlichkeit übersetzen soll.

Autor: Anber Basur

Model Photos: Colourbox.com

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