Der Geruch von Salz und Sonnencreme hing in der Luft, als ich die letzte Liege in den Schuppen schob. Geschäftsschluss. Endlich. Meine Arme brannten vom Schleppen, meine Füße vom Sand, der sich überall reingefressen hatte. Ich arbeitete erst seit drei Wochen in dieser Strandbar, aber Tharon, mein Chef, hatte mich vom ersten Tag an in Atem gehalten. Nicht nur mit Arbeit.
„Velia, die Strandkörbe.“ Seine Stimme kam von hinten, ruhig, aber mit diesem Unterton, der mir jedes Mal einen Schauer über den Rücken jagte. Ich drehte mich um. Er stand im Türrahmen der Bar, Arme verschränkt, das weiße Hemd halb aufgeknöpft. Die untergehende Sonne malte orange Streifen auf seine gebräunte Haut.
„Die hab ich doch schon—“
„Nicht alle.“
Ich kniff die Augen zusammen und folgte seinem Blick. Tatsächlich. Ganz hinten, fast schon bei den Dünen, stand noch einer. Verdammt. Wie hatte ich den übersehen?
„Mach ich sofort“, murmelte ich und lief los, barfuß über den noch warmen Sand. Der Strand war menschenleer. Die letzten Touristen waren vor einer Stunde verschwunden. Nur das Rauschen der Wellen und das Kreischen der Möwen begleiteten mich.
Als ich den Strandkorb erreichte, bemerkte ich, dass Tharon mir gefolgt war. Seine Schritte waren leise, aber ich spürte ihn. Immer spürte ich ihn.
„Du bist heute unkonzentriert“, sagte er.
„Bin ich nicht.“
„Doch. Bist du.“ Er stand jetzt direkt hinter mir, so nah, dass ich seine Wärme spürte. „Drei Bestellungen verwechselt. Zwei Gläser zerbrochen. Und jetzt das.“
Ich atmete scharf ein. „Es tut mir leid, okay? Ich—“
„Ich will keine Entschuldigung.“ Seine Hand legte sich auf meine Schulter, fest, besitzergreifend. „Ich will, dass du dich konzentrierst. Auf mich.“
Mein Herz hämmerte. Das war nicht das erste Mal, dass er so mit mir sprach. Seit Tagen schon spielten wir dieses Spiel. Blicke, die zu lange dauerten. Berührungen, die zufällig wirkten, aber es nicht waren. Worte, die mehr bedeuteten, als sie sollten. Und ich? Ich hatte mitgespielt. Hatte nicht widersprochen, als er mich nach Feierabend bat zu bleiben, um „aufzuräumen“. Hatte nicht protestiert, als seine Finger beim Erklären einer Cocktailrezeptur über meinen Handrücken glitten.
„Tharon, ich—“
„In den Strandkorb. Jetzt.“
Mein Atem stockte. „Was?“
„Du hast mich gehört.“ Seine Stimme war tief, rau. „Setz dich rein.“
Ich zögerte. Sollte ich gehen? Sollte ich ihm sagen, dass das zu weit ging? Aber meine Beine bewegten sich bereits, und ehe ich es merkte, saß ich in dem Strandkorb, das Holz noch warm von der Sonne. Tharon stellte sich vor mich, die Hände in den Hosentaschen, und musterte mich mit diesem Blick, der mich jedes Mal zerlegen ließ.
„Weißt du, was ich heute den ganzen Tag gedacht habe?“, fragte er leise.
„Nein.“
„Dass du viel zu viel redest. Dass du zu oft widersprichst.“ Er beugte sich vor, stützte sich mit beiden Händen auf den Armlehnen ab. Sein Gesicht war jetzt nur Zentimeter von meinem entfernt. „Und dass ich dir beibringen muss, wie man sich richtig benimmt.“
Mein Mund wurde trocken. „Ich benehme mich doch—“

„Nein.“ Er legte einen Finger auf meine Lippen. „Leise.“
Ich schluckte. Sein Finger glitt langsam nach unten, über mein Kinn, meinen Hals, bis zur Mulde zwischen meinen Schlüsselbeinen. Dort blieb er liegen. Meine Haut brannte unter seiner Berührung.
„Ich stelle dir eine Frage, und du antwortest ehrlich. Verstanden?“
Ich nickte.
„Willst du das hier?“
Meine Gedanken rasten. Natürlich wollte ich. Seit Wochen schon fantasierte ich davon, wie es wäre, wenn er mehr als nur Andeutungen machen würde. Aber gleichzeitig war er mein Chef. Das war gefährlich. Falsch. Und verdammt aufregend.
„Ja“, flüsterte ich.
Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen. „Gut. Dann gibt es Regeln.“
„Regeln?“
„Du gehörst mir. Hier, jetzt, in diesem Moment. Was ich sage, machst du. Ohne zu zögern. Ohne zu diskutieren.“ Seine Hand glitt tiefer, über mein Top, langsam, quälend langsam. „Und wenn du nicht kannst, sagst du ein Wort. Irgendein Wort. Und ich höre sofort auf.“
„Welches Wort?“
„Such dir eins aus.“
„Muschel.“
Er lachte leise. „Muschel. In Ordnung.“ Seine Hand wanderte weiter nach unten, über meinen Bauch, bis zum Bund meiner Shorts. „Aber ich glaube nicht, dass du es brauchst.“
Dann küsste er mich. Hart, fordernd, als hätte er wochenlang darauf gewartet. Ich keuchte auf, öffnete meinen Mund, und seine Zunge drang ein, eroberte mich. Seine Hand griff in meine Haare, zog meinen Kopf zurück, und ich stöhnte gegen seine Lippen.
„So ist es besser“, murmelte er. „Endlich hörst du auf zu reden.“
Er schob mein Top nach oben, entblößte meinen BH, und sein Blick verdunkelte sich. „Zieh ihn aus.“
„Hier? Wir sind draußen—“
„Niemand ist hier. Außer uns.“ Er richtete sich auf, verschränkte die Arme und wartete. „Mach schon.“
Mit zitternden Fingern griff ich hinter meinen Rücken, öffnete den Verschluss und ließ den BH fallen. Die Abendluft strich über meine Brüste, und ich spürte, wie sich meine Brustwarzen vor Erregung versteiften.
„Schön“, sagte er. „Sehr schön.“ Er beugte sich wieder vor, nahm eine Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger und drückte zu. Nicht sanft. Fest. Schmerzhaft. Ich wimmerte, und er lächelte. „Gefällt dir das?“
„Ja“, keuchte ich.

„Lauter.“
„Ja!“
„Gut.“ Er ließ los, nur um mit dem Mund weiterzumachen. Seine Zunge umkreiste meine Brustwarze, saugte, biss leicht zu, und ich krallte mich in die Armlehnen des Strandkorbs. Mein Körper brannte. Ich wollte mehr. Brauchte mehr.
„Tharon, bitte—“
„Was bitte?“ Er hob den Kopf, sah mich mit diesem dominanten Blick an. „Sag es.“
„Ich will—“
„Du willst, dass ich dich anfasse?“
„Ja.“
„Wo?“
Mein Gesicht brannte. „Überall.“
„Überall ist nicht präzise genug.“ Seine Hand glitt über meinen Bauch, strich über den Stoff meiner Shorts. „Hier?“
Ich nickte heftig.
„Sag es.“
„Da“, flüsterte ich. „Bitte.“
Er öffnete den Knopf meiner Shorts, zog den Reißverschluss langsam nach unten. „Heb deine Hüften.“
Ich gehorchte, und er zog mir die Shorts mitsamt dem Slip in einem Zug nach unten, über meine Beine, bis ich nackt vor ihm saß. Nackt, im Strandkorb, während die Sonne unterging und das Meer gegen den Strand schlug. Es fühlte sich unwirklich an. Wie eine Szene aus einer dieser verbotenen Fantasien, die ich nachts hatte.
„Beine auseinander“, befahl er, und ich öffnete sie. Sein Blick glitt über meinen Körper, verweilte zwischen meinen Schenkeln. „Du bist schon nass.“
„Ja.“
„Wegen mir?“
„Ja.“
„Sag meinen Namen.“
„Tharon.“

„Nochmal.“
„Tharon!“
Er lächelte, kniete sich vor den Strandkorb und zog mich an den Hüften zu sich heran. Sein Atem streifte meine Haut, und ich zitterte vor Erwartung. Dann berührte seine Zunge mich, langsam, forschend, und ich schrie auf.
„Leise“, murmelte er gegen mich. „Sonst hör ich auf.“
Ich biss mir auf die Lippe, versuchte mich zu beherrschen, aber es war unmöglich. Seine Zunge arbeitete an mir, geschickt, gnadenlos, und seine Hände hielten meine Hüften fest, sodass ich mich nicht bewegen konnte. Ich war ihm ausgeliefert. Komplett.
„Tharon, ich—“
„Noch nicht“, sagte er und hielt inne. Ich stöhnte frustriert auf, und er lachte. „Geduld.“
„Ich kann nicht—“
„Doch. Kannst du.“ Er schob zwei Finger in mich, langsam, und ich wölbte mich ihm entgegen. „So gierig. Gefällt mir.“
Er bewegte seine Finger, lockte, während seine Zunge zurückkehrte, und diesmal ließ er mich nicht warten. Der Druck baute sich auf, immer höher, immer intensiver, bis ich dachte, ich würde explodieren.
„Komm für mich“, sagte er, und das war alles, was ich brauchte. Ich kam, hart, unkontrollierbar, und schrie seinen Namen in den Abendhimmel. Mein Körper bebte, verkrampfte sich, und er ließ nicht los, bis ich vollkommen erschöpft zusammensackte.
Als ich wieder zu Atem kam, stand er auf, wischte sich mit dem Handrücken über den Mund und sah mich an. „Gut gemacht.“
„Und du?“, keuchte ich.
„Ich?“ Er lächelte. „Ich genieße es, dich so zu sehen.“ Er beugte sich vor, küsste mich sanft auf die Stirn. „Aber das hier war nur der Anfang. Morgen, nach Geschäftsschluss, treffen wir uns wieder. Hier.“
„Und wenn ich nicht will?“
„Dann kommst du nicht.“ Er half mir auf, reichte mir meine Kleidung. „Aber du wirst wollen. Das wissen wir beide.“
Ich zog mich zitternd an, meine Beine noch schwach. Er hatte recht. Natürlich hatte er recht. Das war nicht das erste Mal, dass ich diese Dynamik erlebte, aber es fühlte sich an, als würde ich sie zum ersten Mal wirklich verstehen.
„Geh nach Hause“, sagte er. „Schlaf gut.“
„Du auch.“
„Ich werde nicht schlafen.“ Er grinste. „Ich werde an dich denken.“
Als ich nach Hause fuhr, spürte ich noch immer sein Echo auf meiner Haut. Und ich wusste: Morgen würde ich wiederkommen. Und übermorgen. Und jeden verdammten Tag, den er von mir verlangte. Weil ich diese versaute Seite an mir nie zuvor so frei ausgelebt hatte.
Tharon hatte mich nicht nur berührt. Er hatte etwas in mir geweckt, das ich nicht mehr ignorieren konnte. Und während ich in mein Bett fiel, die Decke über mich zog und versuchte einzuschlafen, wusste ich: Das war erst der Anfang. Es würde noch viel mehr geben. Noch viel intensiver. Noch viel verbotener.
Und ich konnte es kaum erwarten.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.