Ich hatte nie gedacht, dass ich mal zwischen Weinreben auf den Knien liegen würde — und schon gar nicht so.
Es war einer dieser Abende, an denen der Himmel sich orange färbt und die Welt für einen Moment stillsteht. Ich war bei Fabian und Joëlle, meinen Nachbarn, die ein kleines Weingut am Ortsrand führten. Eigentlich wollte ich nur kurz vorbei, eine Flasche ihres Rieslings abholen, die ich für ein Abendessen gebraucht hatte. Aber Fabian hatte mich mit einem Grinsen eingefangen.
„Kommst du mit hoch? Wir wollen die letzten Trauben schneiden, bevor es dunkel wird. Joëlle meinte, du könntest uns helfen.“
Ich hätte Nein sagen können. Hätte sagen können, dass ich noch zu tun habe. Aber da war etwas in seiner Stimme, etwas Warmes, das mich neugierig machte. Außerdem war Joëlle dabei — diese Frau mit den fast schwarzen Augen und den Händen, die immer ein bisschen dreckig waren, weil sie den ganzen Tag im Weinberg stand.
Also lief ich mit ihnen den steilen Hang hinauf, vorbei an den alten Rebstöcken, deren Blätter im Wind raschelten. Die Luft roch nach Erde und Sonne, nach Holz und Frucht. Ich hatte das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen, weg vom Alltag, weg von allem.
„Hier“, sagte Joëlle und drückte mir eine Rebschere in die Hand. Ihre Finger streiften meine, nur kurz, aber ich spürte die Wärme noch Sekunden später. „Du schneidest die Trauben ab, ich sammle sie ein.“

Fabian war schon ein paar Reihen weiter, seine Silhouette zeichnete sich gegen den Sonnenuntergang ab. Ich kniete mich neben Joëlle hin, die Erde kühl unter meinen Knien, und begann zu schneiden. Die Trauben waren prall, fast schon zu reif, und der süße Duft stieg mir sofort in die Nase.
„Du machst das gut“, murmelte Joëlle neben mir. Sie war so nah, dass ich ihren Atem auf meiner Wange spürte. „Hast du schon mal bei der Weinlese geholfen?“
„Nein. Erstes Mal.“
„Das merkt man nicht.“
Ihre Stimme war leiser geworden, irgendwie dichter. Ich sah zu ihr hin und bemerkte, wie sie mich ansah — nicht so, wie man einen Nachbarn ansieht. Eher so, wie man jemanden ansieht, den man gern nackt sehen würde.
Mein Herz machte einen kleinen Sprung. Ich versuchte, mich auf die Trauben zu konzentrieren, aber ihre Nähe war überwältigend. Der Schweiß auf ihrer Haut glänzte im letzten Licht des Tages, und ihre Lippen waren leicht geöffnet, als würde sie auf etwas warten.
„Ihr zwei kommt langsam voran“, rief Fabian von weiter oben. Seine Stimme klang amüsiert, fast ein bisschen wissend.
Joëlle lachte leise. „Wir genießen den Moment.“
Dann legte sie ihre Hand auf meine. Nicht zufällig, nicht flüchtig. Sondern bewusst. Ihre Finger schlossen sich um meine, führten die Schere zu einer besonders großen Traube und halfen mir, sie abzuschneiden. Die Bewegung war langsam, fast schon zeremoniell, und ich spürte, wie mein Atem flacher wurde.
„Du bist angespannt“, flüsterte sie. „Entspann dich.“
Wie sollte ich mich entspannen, wenn sie so verdammt nah war? Ich schluckte, versuchte etwas zu sagen, aber die Worte blieben stecken. Stattdessen ließ ich zu, dass ihre Hand auf meiner blieb, dass ihre Wärme sich ausbreitete, bis ich nicht mehr wusste, wo ich aufhörte und sie anfing.
Fabian kam zurück, seine Schritte knirschten auf dem trockenen Boden. Er setzte sich neben uns, seine Augen wanderten zwischen Joëlle und mir hin und her. Dann grinste er — dieses breite, offene Grinsen, das ich schon oft bei ihm gesehen hatte, aber nie so geladen wie jetzt.
„Sie mag dich“, sagte er einfach.
Ich sah ihn an, dann Joëlle. Sie senkte den Blick nicht, im Gegenteil. Sie hielt meinem Blick stand, und in ihren Augen lag eine Herausforderung.

„Wir mögen dich beide“, fügte sie hinzu. Ihre Stimme war ruhig, aber dahinter lag eine Intensität, die mich erschaudern ließ. „Schon länger.“
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Mein Verstand versuchte, die Situation zu analysieren, aber mein Körper war schon drei Schritte weiter. Meine Haut kribbelte, mein Puls beschleunigte sich, und zwischen meinen Beinen begann es zu pochen.
„Wir haben darüber gesprochen“, sagte Fabian leise. Er rutschte näher, bis ich zwischen den beiden saß. „Ob du vielleicht … Interesse hättest.“
„An was?“
„An uns.“
Das Wort hing in der Luft, schwer und bedeutungsschwanger. Ich spürte, wie Joëlles Hand meinen Rücken hinaufwanderte, langsam, fast zögerlich, als würde sie auf ein Zeichen warten. Und Fabians Hand lag plötzlich auf meinem Oberschenkel, warm und fest.
Ich hätte aufstehen können. Hätte sagen können, dass das alles zu viel ist. Aber ich tat es nicht. Stattdessen lehnte ich mich zurück, schloss die Augen und ließ zu, dass ihre Hände mich erkundeten.
Joëlle küsste meinen Nacken, ihre Lippen weich und fordernd zugleich. Ich spürte, wie sie an meinem Ohr knabberte, und ein leises Stöhnen entwich mir. Fabian lachte leise, seine Hand glitt höher, bis sie genau dort war, wo ich sie haben wollte.
„Du bist schon nass“, murmelte er, seine Stimme voller Zufriedenheit.
Ich öffnete die Augen, sah ihn an. „Und?“
„Gefällt mir.“
Joëlle schob mein Shirt hoch, ihre Hände kühl auf meiner erhitzten Haut. Sie zog es über meinen Kopf, und plötzlich war ich oben ohne, mitten im Weinberg, während die Sonne hinter den Hügeln versank. Es fühlte sich unwirklich an — und gleichzeitig so verdammt real.
„Du bist wunderschön“, sagte Joëlle und strich über meine Brüste. Ihre Berührung war sanft, aber bestimmt, und ich bog mich ihr entgegen, wollte mehr.

Fabian küsste mich, seine Zunge glitt in meinen Mund, und ich erwiderte den Kuss mit einer Heftigkeit, die mich selbst überraschte. Ich spürte, wie er lächelte, wie er mich näher zog, bis ich halb auf seinem Schoß lag.
Joëlle kniete sich vor mich, ihre Augen dunkel vor Verlangen. Sie öffnete meine Hose, zog sie zusammen mit meiner Unterwäsche hinunter, und ich hob die Hüften, um ihr zu helfen. Die kühle Abendluft strich über meine nackte Haut, aber ich fror nicht. Ich brannte.
„Wir machen das nur, wenn du es willst“, flüsterte Fabian in mein Ohr. „Sag es uns.“
„Ich will es“, keuchte ich. „Ich will euch beide.“
Das war alles, was sie hören mussten. Joëlle beugte sich vor, ihre Zunge fand meinen Kitzler, und ich stöhnte auf. Die Welt um mich herum verschwamm, wurde zu einem Wirbel aus Empfindungen. Fabians Hände hielten mich fest, während Joëlle mich mit ihrer Zunge verwöhnte, langsam erst, dann schneller, intensiver.
Ich klammerte mich an Fabians Schultern, meine Finger gruben sich in sein Shirt. „Verdammt“, stöhnte ich, und er lachte leise, küsste meinen Hals, biss sanft hinein.
Joëlle schob zwei Finger in mich, und ich schrie auf, mein Körper bebte. Sie bewegte sich im gleichen Rhythmus wie ihre Zunge, und ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog, wie die Lust sich aufbaute, höher und höher.
„Komm für uns“, murmelte Fabian. „Lass los.“
Und ich tat es. Der Orgasmus traf mich wie eine Welle, riss mich mit sich, und ich schrie in die Stille des Weinbergs hinein. Mein Körper zuckte, meine Muskeln verkrampften sich, und für einen Moment existierte nichts außer diesem unglaublichen, alles verzehrenden Gefühl.
Als ich wieder zu mir kam, lag ich halb auf Fabian, halb auf der Erde, und Joëlle strich sanft über meine Schenkel. Sie lächelte, ihre Lippen feucht und glänzend.
„Wir sind noch nicht fertig“, sagte sie leise.
Und sie hatte recht. Fabian zog sein Shirt aus, und ich half ihm, seine Hose zu öffnen. Sein Schwanz war hart, und ich nahm ihn in die Hand, streichelte ihn langsam, während Joëlle sich neben mich legte. Sie küsste mich, und ich schmeckte mich selbst auf ihren Lippen — ein seltsam intimer, erregender Moment.
Dann war Fabian in mir, und ich keuchte, meine Hände auf Joëlles Körper, während er sich bewegte. Es war intensiv, aber nicht brutal — sanft und doch fordernd, ein Tanz zwischen uns dreien, bei dem jeder wusste, was der andere brauchte. Ich hatte nie erlebt, dass sich Gruppensex so natürlich anfühlte, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.

Joëlle stöhnte neben mir, ihre Hand zwischen ihren Beinen, und ich sah zu, wie sie sich selbst berührte. Das Bild war so erotisch, dass ich fast wieder gekommen wäre.
„Berühr sie“, befahl Fabian, seine Stimme rau. Und ich tat es, meine Hand ersetzte ihre, und sie lehnte sich zurück, die Augen geschlossen, ein Lächeln auf den Lippen.
Wir bewegten uns zusammen, ein Wirrwarr aus Körpern und Lust, und als Fabian kam, spürte ich, wie sich alles in mir wieder zusammenzog. Joëlle schrie auf, ihr Körper bebte, und ich folgte ihr, ein zweites Mal, noch heftiger als zuvor.
Danach lagen wir nebeneinander, nackt und verschwitzt, zwischen den Weinreben. Der Himmel war jetzt dunkel, die ersten Sterne blitzten auf, und ich spürte Fabians Hand auf meiner, Joëlles Kopf auf meiner Schulter.
„Das war …“, begann ich, aber mir fehlten die Worte.
„Ich weiß“, sagte Joëlle leise. „Das war perfekt.“
Und irgendwie hatte sie recht. Es war perfekt gewesen — unerwartet, intensiv, und doch so verdammt richtig. Draußen unter freiem Himmel zu lieben hatte etwas Befreiendes, etwas, das ich nie vergessen würde.
Wir blieben noch eine Weile liegen, lauschten der Stille, dem Wind in den Blättern. Dann standen wir auf, zogen uns wieder an und gingen zurück zum Haus. Keiner von uns sagte viel, aber das mussten wir auch nicht. Alles zwischen Nachbarn hatte sich verändert — und gleichzeitig war alles beim Alten geblieben.

Als ich später in meinem Bett lag, die Flasche Riesling ungeöffnet auf meinem Tisch, musste ich lächeln. Morgen würde ich wieder zu ihnen gehen, vielleicht noch eine Flasche holen. Vielleicht aber auch, um zu sehen, ob das, was heute passiert war, real gewesen war. Oder ob es sich wiederholen ließ.
Ich ahnte, dass es das würde. Versaute Abenteuer mit den Nachbarn hatten gerade erst begonnen, und ich war bereit, mich darauf einzulassen — vollkommen, ohne Wenn und Aber. Die Rebschere, seine Hände zwischen den Weinreben — das war erst der Anfang von etwas, das viel tiefer ging, als ich es mir je hätte vorstellen können.
Und während ich langsam einschlief, spürte ich noch immer Joëlles Zunge auf meiner Haut, Fabians Atem in meinem Nacken. Es war die Art von Geschichte, die Frauen sich heimlich erzählen — nur dass diese hier wirklich passiert war.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.