Ich lehnte am Fenster der Business-Lounge und starrte auf die Rollbahn, als mir Frau Kastenberg zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder begegnete. Genau genommen sah ich erst nur ihre Silhouette – diese schmale Taille, die aufrechte Haltung, der dunkle Blazer, der ihre Schultern betonte. Dann drehte sie sich um, und mein Herz setzte einen Schlag aus.
„Jannik?“ Ihre Stimme hatte diese tiefe, rauchige Färbung behalten. „Mein Gott, das gibt’s doch nicht.“
„Frau Kastenberg.“ Mir wurde heiß. Damals war ich neunzehn gewesen, Abi gerade bestanden, und sie die Englischlehrerin, die mich in den Pausen mit Blicken ausgezogen hatte. Jetzt war ich vierundzwanzig, arbeitete in einer Unternehmensberatung und trug Anzüge, die mein altes Ich nicht hätte bezahlen können.
„Du kannst mich Nora nennen. Wir sind erwachsen.“ Sie kam näher. Der Duft ihres Parfüms – etwas mit Sandelholz und Vanille – traf mich wie ein Schlag. „Was machst du hier?“
„Business-Trip nach London. Du?“
„Workshop in Edinburgh.“ Sie musterte mich von oben bis unten. „Du siehst gut aus. Sehr gut sogar.“
Mein Mund wurde trocken. Damals hatte sie diesen Blick gehabt, dieses versteckte Lächeln, wenn sie nach der Stunde noch mit mir redete. Einmal hatte ich gesehen, wie sie ihre Beine übereinanderschlug, während sie mir bei der Klausurrückgabe über die Schulter schaute. Ich hatte gewusst, dass sie es absichtlich machte.
„Danke. Du… du siehst aus wie immer.“ Scheiße, das klang dämlich. „Ich meine, unverändert. Atemberaubend.“
Sie lachte leise. „Charmant. Das warst du damals schon.“ Sie deutete auf die leeren Ledersofas in der hinteren Ecke der Lounge. „Hast du Zeit? Mein Flug geht erst in zwei Stunden.“
„Meiner auch.“
Wir setzten uns. Die Lounge war fast leer – ein Geschäftsmann döste drei Tische weiter, eine Frau tippte auf ihrem Laptop. Nora schlug die Beine übereinander, und der Rock rutschte ein Stück nach oben. Ich versuchte, nicht hinzustarren.
„Weißt du noch,“ sagte sie leise, „wie du immer in der ersten Reihe gesessen hast?“
„Du hast mich dahin gesetzt.“
„Stimmt.“ Ihr Blick hielt meinen fest. „Ich wollte dich in meiner Nähe haben. Du warst… anders als die anderen.“
Mein Puls beschleunigte sich. „Ich hab’s gemerkt. Die Art, wie du mich angeschaut hast.“
„Und trotzdem hast du nie etwas gesagt.“
„Du warst meine Lehrerin. Ich war neunzehn. Was hätte ich denn sagen sollen?“
Sie beugte sich vor. Ihre Hand landete auf meinem Oberschenkel. „Du hättest sagen können, dass du mich auch willst.“
Mein Atem stockte. Die Berührung brannte durch den Stoff meiner Anzughose. „Nora…“
„Jetzt bist du kein Schüler mehr.“ Ihre Finger wanderten langsam höher. „Jetzt können wir tun, was wir wollen.“
Ich schaute mich um. Der Geschäftsmann schlief noch immer, die Frau war in ihren Bildschirm vertieft. Trotzdem – wir waren in einer öffentlichen Lounge, verdammt.
„Hier? Ernsthaft?“
„Hast du Angst?“ Sie lächelte. „Der Jannik, den ich kannte, hatte vor nichts Angst.“
„Der Jannik, den du kanntest, hat auch nicht in einer Flughafen-Lounge gesessen.“
„Dann wird’s Zeit, dass du was Neues erlebst.“ Ihre Hand erreichte meinen Schritt. Sie spürte, wie hart ich bereits war. „Siehst du? Dein Körper hat längst entschieden.“
Ich schluckte. Das war verrückt. Absolut verrückt. Und gleichzeitig das Geilste, was mir seit Monaten passiert war. Diese Frau, die mich jahrelang in meinen Fantasien begleitet hatte, saß jetzt neben mir und fasste mich an. In der Öffentlichkeit. Es erinnerte mich an Geschichten, die ich gelesen hatte – verbotene Begegnungen in leeren Klassenzimmern, wo die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwamm.
„Komm mit.“ Sie stand auf und nahm meine Hand. „Ich zeig dir was.“
Sie führte mich zu einem der kleinen Separees am Rand der Lounge – halbhohe Wände, die einen schmalen Bereich mit zwei Sesseln und einem Tisch abtrennten. Von außen konnte man hineinschauen, wenn man genau hinsah. Aber wenn man sich richtig setzte, war man praktisch unsichtbar.
„Setz dich.“ Es war kein Vorschlag. Es war ein Befehl. Der Ton, den sie früher im Unterricht benutzt hatte, wenn sie wollte, dass jemand die Klappe hielt.
Ich setzte mich. Mein Herz hämmerte.
Nora stellte sich vor mich. Langsam, ohne den Blick von meinen Augen zu nehmen, kniete sie sich hin. Ihre Hände glitten über meine Oberschenkel.
„Warte—“ begann ich, aber sie presste einen Finger auf meine Lippen.
„Still. Du wolltest das damals schon. Jetzt bekommst du es.“
Sie öffnete meinen Gürtel. Der Klang des Metalls hallte in meinem Kopf wider. Dann der Reißverschluss. Ihre Finger schoben den Stoff beiseite, und plötzlich war ich frei – hart, pochend, absolut hilflos.
„Verdammt,“ flüsterte sie. „Du bist gewachsen.“
Ich wollte etwas Schlaues sagen, aber dann spürte ich ihre Zunge. Sie fuhr langsam über die Spitze, kreiste, kostete. Meine Hände griffen in die Armlehnen des Sessels.
„Nora, fuck—“
„Leise.“ Sie blickte zu mir auf, und in ihren Augen lag pure Kontrolle. „Du willst nicht, dass uns jemand erwischt, oder?“
Sie nahm mich in den Mund. Langsam, zentimeterweise, bis ich spürte, wie ihre Kehle sich um mich schloss. Ich biss mir auf die Lippe, um nicht laut aufzustöhnen. Draußen hörte ich Schritte – jemand ging vorbei. Mein ganzer Körper spannte sich an.
Nora löste sich, leckte über die Unterseite. „Entspann dich. Lass mich die Kontrolle haben. So wie damals, als ich deine Arbeiten benotet habe. Erinnerst du dich? Wie du immer gehofft hast, dass ich mit dir zufrieden bin?“
„Ja,“ presste ich hervor.
„Jetzt will ich sehen, ob du immer noch ein guter Schüler bist.“ Sie nahm mich wieder tief, und diesmal bewegte sie sich schneller. Ihre Hand umfasste meine Basis, pumpte im Rhythmus ihrer Bewegungen. Ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog.
„Ich kann nicht—“ Meine Stimme war kaum mehr als ein Keuchen. „Ich komme gleich.“
Sie hörte nicht auf. Im Gegenteil – sie wurde intensiver, fordernder. Ihre freie Hand krallte sich in meinen Oberschenkel, die Nägel drückten durch den Stoff. Die Mischung aus Schmerz und Lust war überwältigend. So wie bei den Geschichten über Kontrolle und Hingabe, die ich heimlich gelesen hatte.
„Komm,“ murmelte sie, ohne mich loszulassen. „Gib mir, was du mir damals nicht geben konntest.“
Ich explodierte. Die Welt verschwand in einem weißen Rauschen. Ich spürte, wie sie alles nahm, wie sie schluckte, wie ihre Zunge mich noch einmal langsam ableckte. Als ich wieder klar denken konnte, kniete sie noch immer vor mir, ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen.
„Guter Junge,“ flüsterte sie.
Meine Hände zitterten, als ich meine Hose wieder schloss. „Das war…“
„Überfällig.“ Sie stand auf und glättete ihren Rock. „Aber wir sind noch nicht fertig.“
„Was?“
Sie setzte sich auf meinen Schoß, ihr Gesicht nur Zentimeter von meinem entfernt. „Du dachtest, das war’s? Nach fünf Jahren Warten?“
Ihre Hand führte meine unter ihren Rock. Keine Strümpfe. Nur glatte, warme Haut. Und dann – nichts. Kein Slip. Nur Feuchtigkeit.
„Du bist—“
„Die ganze Zeit schon. Seit ich dich gesehen habe.“ Sie biss sich auf die Lippe. „Ich hab in der Toilette mein Höschen ausgezogen, bevor ich zu dir gekommen bin. Ich wusste, dass das passieren würde.“
Meine Finger glitten über ihre Nässe. Sie war tropfend, glühend heiß. Ich fand ihre Klitoris, kreiste darüber. Ihr Atem beschleunigte sich.
„Fick mich,“ flüsterte sie in mein Ohr. „Hier. Jetzt. Ich will spüren, wie du in mich eindringst.“
„Wir können nicht—“
„Doch. Können wir.“ Sie hob sich leicht an, öffnete erneut meine Hose. Ich war schon wieder hart – wie konnte ich auch nicht, bei dem, was gerade geschah. Sie positionierte sich über mir, und ich spürte, wie ihre Hitze mich umfing. „Niemand kann uns sehen. Und selbst wenn – wäre es dir egal?“
Bevor ich antworten konnte, ließ sie sich auf mich sinken. Langsam, quälend langsam. Ihre Enge presste sich um mich, und ich musste meine Hand über ihren Mund legen, um ihr Stöhnen zu dämpfen.
„Verdammt,“ keuchte ich. „Du fühlst dich so gut an.“
Sie begann sich zu bewegen. Kleine, kreisende Bewegungen, die uns beide verrückt machten. Ihr Blazer war noch geschlossen, ihr Rock nur leicht hochgerutscht. Von außen würde es aussehen, als würden wir uns nur unterhalten. Aber unter der Oberfläche war pure, rohe Lust.
„Tiefer,“ befahl sie. „Ich will dich ganz spüren.“
Ich hielt ihre Hüften, zog sie härter auf mich. Sie biss sich auf die Lippe, ihre Augen rollten kurz nach hinten. Ihre inneren Muskeln zogen sich um mich zusammen.
„Ich hab so lange davon geträumt,“ flüsterte sie. „Dich zu haben. Dich zu nehmen. Weißt du, wie oft ich nach dem Unterricht in meinem Büro saß und an dich gedacht habe?“
„Wie oft?“
„Jeden verdammten Tag.“ Sie bewegte sich schneller jetzt. „Ich hab mich selbst berührt und deinen Namen gestöhnt. Hab mir vorgestellt, wie du mich über meinen Schreibtisch biegst und—“
Schritte. Direkt neben unserem Bereich. Wir erstarrten beide. Eine Frau kam vorbei, telefonierte laut auf Englisch. Sie schaute kurz herein, aber Nora hatte ihren Kopf an meine Schulter gelegt, als würde sie schlafen. Die Frau ging weiter.
Sobald sie weg war, fing Nora wieder an, sich zu bewegen. Noch härter diesmal. Das Risiko, erwischt zu werden, schien sie nur noch mehr anzutreiben. So wie jene verbotenen Berührungen unter dem Tisch, wenn die Gefahr das Verlangen nur verstärkte.
„Ich will, dass du in mir kommst,“ keuchte sie. „Ich will spüren, wie du mich füllst. Dann steige ich in mein Flugzeug und spüre dich stundenlang in mir.“
Ihre Worte brachten mich an den Rand. Ich schob meine Hand zwischen unsere Körper, fand ihre Klitoris wieder. Sie zuckte, ihre Muskeln krampften um mich.
„Ja, genau da—“ Sie biss in meine Schulter, um nicht zu schreien. „Hör nicht auf, verdammt, hör nicht—“
Sie kam. Ihr ganzer Körper bebte, ihre Nässe floss über mich. Das war zu viel. Ich folgte ihr Sekunden später, ergoss mich tief in sie, während sie immer noch pulsierte.
Wir blieben so sitzen, beide außer Atem, verschwitzt und erschöpft. Draußen kündigte eine Durchsage einen Flug nach Berlin an. Die Welt drehte sich weiter, als wäre nichts geschehen.
„Mein Flug,“ flüsterte sie schließlich.
Sie löste sich von mir, richtete ihre Kleidung. Ich tat dasselbe, meine Finger fummelten am Gürtel.
„Das war—“
„Unglaublich.“ Sie küsste mich. Lang, tief, intensiv. „Und es muss nicht das letzte Mal gewesen sein.“
Sie zog eine Visitenkarte aus ihrer Tasche. „Meine Handynummer. Falls du mal wieder in der Nähe von München bist.“
Ich starrte auf die Karte. „Du wohnst in München?“
„Seit drei Jahren. Und du?“
„Frankfurt. Aber ich komme oft nach München. Beruflich.“
„Dann melde dich.“ Sie strich mir durchs Haar. „Beim nächsten Mal nehme ich dich mit zu mir. Da haben wir mehr Privatsphäre. Und mehr Zeit.“
Sie ging zur Tür, drehte sich noch einmal um. „Ach, und Jannik? Du hast definitiv gelernt, wie man eine Frau zufriedenstellt. Note eins minus.“
„Minus?“
„Beim nächsten Mal bekommst du die volle Punktzahl.“ Sie zwinkerte. „Wenn du mir zeigst, was du noch alles gelernt hast.“
Dann war sie weg. Ich blieb zurück, mein Herz noch immer rasend, ihr Duft noch auf meiner Haut. Auf der Visitenkarte stand: „Dr. Nora Kastenberg, Senior Consultant, Educational Development“.
Ich speicherte die Nummer sofort ein.
Als ich zwanzig Minuten später in mein Flugzeug stieg, konnte ich nicht aufhören zu grinsen. Die Geschäftsfrau neben mir musterte mich irritiert.
„Gute Nachrichten?“ fragte sie höflich.
„Die besten,“ antwortete ich. Und dachte an das nächste Meeting in München, das ich definitiv persönlich wahrnehmen würde. Vielleicht würde ich Nora vorher schreiben. Vielleicht würden wir uns diesmal mehr Zeit nehmen. Vielleicht würde ich endlich die Note eins bekommen. Und vielleicht – ganz vielleicht – würde ich ihr auch zeigen, dass ich nicht nur ein guter Schüler war, sondern auch bereit, die Rollen zu tauschen. So wie bei den Geschichten über Lehrerinnen und ihre ehemaligen Schüler, wo am Ende immer beide bekamen, was sie wirklich wollten.
Ich lehnte mich zurück und schloss die Augen. Zwei Stunden bis London. Zwei Wochen bis München.
Ich konnte es kaum erwarten.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.