Ich hatte mir nie vorstellen können, dass ein Buchcafé der Ort sein würde, an dem Marit mir zeigen würde, wer von uns beiden wirklich das Sagen hat. Aber genau das passierte an diesem grauen Dienstagnachmittag, während der Regen gegen die hohen Fenster peitschte und die Leute draußen mit aufgespannten Schirmen vorbeihasteten.
Sie hatte mich angerufen, keine Frage gestellt, nur gesagt: „Buchladen an der Ecke. Eine Stunde. Sei da.“ Dann hatte sie aufgelegt. Mein Herz hatte sofort schneller geschlagen. So war Marit – direkt, kompromisslos, und verdammt noch mal sexy dabei.
Als ich durch die Tür kam, roch es nach frischem Kaffee und altem Papier. Das Café war eine dieser hippen Kombibuden: vorne Regale voller Bücher, hinten ein paar Tische und eine kleine Theke, wo eine gelangweilt wirkende Studentin auf ihr Handy starrte. Nur zwei andere Gäste waren da, beide vertieft in ihre Laptops, Kopfhörer auf den Ohren.
Marit saß ganz hinten in einer Ecke zwischen zwei hohen Regalen. Sie trug einen dunkelgrünen Rollkragenpullover, der ihre schmalen Schultern betonte, und ihre roten Haare hatte sie zu einem lockeren Knoten hochgesteckt. Ein paar Strähnen fielen ihr ins Gesicht. Sie blickte nicht auf, als ich mich ihr näherte, sondern blätterte weiter in dem Buch vor ihr.

„Du bist zu spät“, sagte sie, ohne den Blick zu heben.
„Zwei Minuten“, entgegnete ich.
„Trotzdem zu spät.“ Jetzt sah sie mich an, und in ihren grünen Augen lag dieses Funkeln, das ich so gut kannte. „Setz dich.“
Ich ließ mich auf den Stuhl ihr gegenüber fallen und wollte gerade fragen, warum sie mich hierherbestellt hatte, als sie ihre Hand über den Tisch ausstreckte und meine ergriff. Ihre Finger waren kühl, aber ihr Griff fest.
„Wir bleiben eine Weile“, sagte sie leise. „Und du wirst genau das tun, was ich dir sage. Verstanden?“
Mein Mund wurde trocken. „Hier? Marit, hier sind—“
„Ich hab nicht gefragt, ob du Einwände hast.“ Sie lächelte, aber es war kein freundliches Lächeln. Es war das Lächeln einer Frau, die genau wusste, was sie wollte. „Verstanden?“
Ich nickte.
„Gut.“ Sie lehnte sich zurück, ließ meine Hand los und griff nach ihrem Kaffee. „Dann geh jetzt zur Theke und hol dir auch einen. Aber vorher gehst du aufs Klo und ziehst deine Unterhose aus. Die legst du in deine Jackentasche.“
Ich starrte sie an. „Was?“
„Du hast mich verstanden.“ Ihr Ton war sanft, aber unnachgiebig. So ähnlich wie bei den Spielen, die wir in Hotels gespielt hatten, nur dass wir diesmal nicht allein waren.
Mein Puls beschleunigte sich. Ich warf einen Blick zu den anderen Gästen hinüber – die beiden mit den Kopfhörern hatten von nichts mitbekommen. Die Studentin an der Theke scrollte immer noch gelangweilt durch ihr Handy.
„Na los“, sagte Marit.
Ich stand auf, meine Beine fühlten sich merkwürdig wackelig an. Die Toilette war klein und roch nach Lavendel-Raumspray. Mit zitternden Fingern öffnete ich meinen Gürtel, schob die Jeans herunter und zog meine Shorts aus. Das Gefühl war seltsam – entblößt, verwundbar. Ich stopfte sie in meine Jackentasche und versuchte, mich im Spiegel anzusehen, aber ich wich meinem eigenen Blick aus.
Als ich zurückkam, spürte ich den Stoff meiner Jeans direkt auf der Haut. Jeder Schritt fühlte sich anders an, intensiver. Marit beobachtete mich mit einem zufriedenen Lächeln, während ich mir an der Theke einen Espresso holte. Die Studentin nahm mein Geld entgegen, ohne mich wirklich anzusehen.
„Und?“, fragte Marit, als ich mich wieder setzte. „Wie fühlt es sich an?“
„Komisch“, gab ich zu. „Aufregend.“
„Gut.“ Sie lehnte sich vor, und ihre Stimme wurde noch leiser. „Jetzt komm her. Setz dich neben mich.“
Ich wechselte auf den Stuhl neben ihr. Die beiden Regale bildeten eine Art Nische um uns herum, die uns von den anderen Gästen abschirmte. Trotzdem war es nicht wirklich privat – jeder, der vorbeikam, könnte uns sehen.
Marit legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel. Mein Atem stockte.

„Du zitterst“, stellte sie fest.
„Weil ich nicht weiß, was du vorhast.“
„Genau darum geht’s doch.“ Ihre Hand wanderte höher, langsam, fast beiläufig. „Ich will, dass du dich mir komplett auslieferst. Hier. Jetzt.“
Ich schluckte. Mein Körper reagierte bereits auf ihre Berührung, und ich hoffte verzweifelt, dass es niemand bemerken würde. Ihre Finger streiften über den Stoff meiner Jeans, genau dort, wo ich am empfindlichsten war.
„Marit, nicht hier—“
„Doch. Genau hier.“ Sie beugte sich näher zu mir, ihre Lippen fast an meinem Ohr. „Du bleibst ganz still sitzen. Und leise. Wenn jemand kommt, tust du so, als würdest du in einem Buch lesen.“
Sie griff nach einem der Bücher vom Tisch und legte es vor mir auf. Meine Hände zitterten, als ich es aufschlug, ohne zu registrieren, was für ein Titel es war. Ich starrte auf die Seiten, während ihre Hand meinen Reißverschluss öffnete.
Das Geräusch schien mir ohrenbetäubend laut, aber niemand drehte sich um. Die beiden Laptop-Nutzer tippten weiter, die Studentin an der Theke gähnte.
Marits Finger glitten unter den Stoff. Ich biss mir auf die Lippe, um nicht laut aufzustöhnen. Ihre Berührung war geschickt, erfahren – sie wusste genau, wie sie mich verrückt machen konnte. Ihre andere Hand lag scheinbar entspannt auf dem Tisch, während sie so tat, als würde sie in ihr eigenes Buch schauen.
„Atme“, flüsterte sie. „Und lies. Niemand darf etwas merken.“
Ich versuchte, mich auf die Worte vor mir zu konzentrieren, aber es war unmöglich. Jede Bewegung ihrer Hand ließ Wellen der Lust durch meinen Körper jagen. Meine Finger krallten sich in die Buchseiten.
Schritte näherten sich. Eine ältere Frau schlenderte an unserem Tisch vorbei, zog ein Buch aus dem Regal neben uns und blätterte darin. Marit hielt nicht inne. Ihre Hand bewegte sich weiter, langsam, gleichmäßig. Ich presste meine Lippen zusammen und starrte auf das Buch vor mir, mein Gesicht brannte.

Die Frau legte das Buch zurück, zog ein anderes heraus. Mein Herzschlag hämmerte in meinen Ohren. Ich wagte kaum zu atmen.
Schließlich ging sie weiter, mit einem Buch in der Hand zur Kasse. Marit beschleunigte ihre Bewegungen.
„Schön brav“, murmelte sie. „Du machst das gut.“
Die Spannung in mir baute sich auf, unaufhaltsam. Ich spürte, wie ich mich dem Rand näherte, und mein ganzer Körper verkrampfte sich.
„Nicht hier“, presste ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Marit, ich kann nicht—“
„Doch, kannst du.“ Ihre Stimme war fest. „Du wirst. Für mich.“
Ihre Worte, ihr Ton, die schiere Unverschämtheit der Situation – es war zu viel. Die Welle rollte über mich hinweg, und ich grub meine Fingernägel in die Tischkante, während ich versuchte, jeden Laut zu unterdrücken. Mein Körper bebte, aber ich blieb still, starrte weiter auf die Buchseiten, die vor meinen Augen verschwammen.
Marit zog ihre Hand zurück, langsam, und lehnte sich entspannt zurück. Ein zufriedenes Lächeln spielte um ihre Lippen, während sie sich eine Haarsträhne hinters Ohr strich.
„Siehst du“, sagte sie ruhig. „War doch gar nicht so schwer.“
Ich brauchte einen Moment, um wieder zu Atem zu kommen. Meine Hände zitterten immer noch, als ich meinen Reißverschluss wieder schloss. Niemand hatte etwas bemerkt. Die beiden Laptop-Nutzer tippten weiter, die Studentin scrollte durch Instagram, die ältere Frau bezahlte ihr Buch und verließ das Café.
„Du bist wahnsinnig“, flüsterte ich.
„Und du liebst es.“ Sie griff nach meiner Hand, verschränkte ihre Finger mit meinen. „Aber wir sind noch nicht fertig.“
Mein Puls, der sich gerade beruhigt hatte, beschleunigte sich wieder. „Was?“
„Komm mit.“ Sie stand auf, zog mich hoch und führte mich tiefer zwischen die Regale. Hier hinten war es noch abgeschiedener – hohe Bücherregale auf beiden Seiten, eine Nische mit einem alten Sessel, in dem niemand saß. Der Regen trommelte lauter gegen die Fenster, und irgendwo im Hintergrund lief leise Jazz aus unsichtbaren Lautsprechern.
Marit drehte sich zu mir um, ihre Augen glänzten. „Jetzt bist du dran.“
Sie öffnete den Knopf ihrer Jeans.
„Hier?“, fragte ich ungläubig.
„Genau hier.“ Sie lehnte sich gegen das Regal, ihr Blick fordernd. „Knie dich hin.“
Mein Herz hämmerte. Das hier war etwas anderes als das, was wir sonst machten – auch wenn wir schon an ungewöhnlichen Orten gewesen waren. Aber mitten in einem Buchladen, wo jederzeit jemand um die Ecke kommen könnte?
Ich zögerte nur einen Moment, dann sank ich auf die Knie. Der Boden war hart, kühl. Marit strich mir über den Kopf, ihre Finger glitten durch mein Haar.

„Gut“, murmelte sie. „Zeig mir, wie sehr du mich willst.“
Ich zog ihre Jeans herunter, nur soweit, wie nötig. Meine Hände zitterten, aber nicht aus Angst – aus Erregung. Aus dem Nervenkitzel des Verbotenen. Ich küsste ihre Haut, langsam, und spürte, wie sie unter meinen Lippen erbebte.
„Leise“, flüsterte sie, aber ihre Stimme war bereits brüchig.
Ich ließ mir Zeit, genoss jede Reaktion, die ich aus ihr herausholte. Ihre Hand in meinem Haar wurde fester, leitete meine Bewegungen. Ihr Atem ging schneller, trotz ihrer Versuche, ihn zu kontrollieren.
Wieder Schritte. Näher diesmal. Marit griff nach einem Buch aus dem Regal und tat so, als würde sie darin blättern. Ich erstarrte, mein Gesicht gegen ihre Haut gedrückt, versteckt zwischen den Regalen und ihrem Körper.
Die Studentin von der Theke kam um die Ecke, räumte ein paar Bücher zurück ins Regal. Keine drei Meter von uns entfernt. Marit blätterte weiter, ihr Gesicht ausdruckslos, während ihre Finger sich in meinem Haar verkrampften.
Die Studentin summte leise vor sich hin, ordnete noch ein paar weitere Bücher ein. Mein Herz raste. Wenn sie nur einen Schritt weiterginge, nur einmal um die Ecke schaute…
Endlich ging sie wieder. Ihre Schritte entfernten sich.
„Weiter“, befahl Marit, ihre Stimme kaum mehr als ein Hauchen.
Ich machte weiter, intensiver jetzt, trieb sie an den Rand. Ihre Finger in meinem Haar wurden fast schmerzhaft fest. Ihr ganzer Körper spannte sich an, und ich spürte, wie sie verzweifelt versuchte, keinen Laut von sich zu geben.
Als es sie überkam, biss sie sich auf die Lippe, so fest, dass ich einen Moment dachte, sie würde bluten. Ihr Körper bebte, während sie sich gegen das Regal lehnte, und ich hielt sie fest, meine Hände um ihre Hüften.
Einen langen Moment standen wir einfach so da. Ihr Atem war schwer, ihre Augen geschlossen. Dann strich sie mir sanft über die Wange und half mir aufzustehen.
„Du bist perfekt“, flüsterte sie und küsste mich, weich und zärtlich – so anders als die Intensität von eben.

Wir richteten unsere Kleidung, versuchten, wieder halbwegs normal auszusehen. Meine Knie schmerzten, mein Körper summte immer noch vor Adrenalin.
Als wir das Café verließen, hatte der Regen nachgelassen. Die Straßen glänzten nass, die Luft roch nach Herbst und nassem Laub. Marit hakte sich bei mir unter, ihre Wärme an meiner Seite.
„Das war…“ Ich suchte nach Worten.
„Wahnsinnig?“, schlug sie vor, ein Grinsen auf den Lippen.
„Ja. Und unglaublich.“
„Dann haben wir ja noch eine Menge Orte zu erkunden.“ Sie zwinkerte mir zu. „Nächstes Mal vielleicht die Bibliothek? Oder nach Feierabend im Büro?“
Ich lachte, auch wenn mir bei dem Gedanken schon wieder warm wurde. Mit Marit war das Leben nie langweilig. Sie forderte mich heraus, brachte mich an Grenzen, die ich nicht einmal gekannt hatte. Und ich liebte jede Sekunde davon.
Wir gingen durch die nassen Straßen, Hand in Hand, und ich wusste, dass dies nur der Anfang war. Was auch immer sie sich als Nächstes ausdenken würde – ich würde dabei sein. Weil ich ihr vertraute. Weil sie mich sah, wirklich sah, und weil diese Art von Kontrolle, die sie über mich hatte, sich nicht wie Unterdrückung anfühlte, sondern wie Freiheit.
Die Freiheit, mich fallen zu lassen. Die Freiheit, ganz ich selbst zu sein. Mit all meinen Wünschen, meinen geheimen Sehnsüchten, meiner Lust am Risiko.
Und während wir um die Ecke bogen und im Gewimmel der Stadt verschwanden, wusste ich: Das hier war mehr als nur Sex, mehr als nur Abenteuer. Es war unsere Art zu lieben – intensiv, kompromisslos und immer überraschend.
Das kleine Lesezeichen, das sie mir später aus ihrer Tasche zeigte – gestohlen aus dem Buchladen, mit einem schelmischen Lächeln überreicht – würde mich immer an diesen grauen Dienstagnachmittag erinnern. An das Flüstern zwischen den Regalen. An den Geschmack von Kaffee und Gefahr. An Marit und ihre Art, meine Welt auf den Kopf zu stellen.
Und ich würde jede einzelne Sekunde davon wieder durchleben wollen.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.