Als Fabian mir die Tür öffnete, hatte er dieses Grinsen im Gesicht. Nicht das höfliche „schön, dass du da bist“-Lächeln, sondern dieses verschmitzte, das ich noch von früher kannte. Von damals, als wir uns bei gemeinsamen Freunden immer gegenseitig aufgezogen haben, bevor das Leben uns in verschiedene Richtungen trieb.
„Komm rein, bevor die Nachbarn denken, ich hätte Besuch vom Finanzamt“, sagte er und machte eine ausladende Geste.
Ich trat über die Schwelle und pfiff leise durch die Zähne. „Nicht schlecht, was du hier hinbekommen hast.“
Seine Wohnung war genau, wie ich mir Fabian vorgestellt hatte: ordentlich, aber nicht steril. Bücher überall, eine Vinyl-Sammlung an der Wand, und in der Ecke stand diese alte Stehlampe, die aussah, als hätte sie Geschichten zu erzählen. Die Couch war riesig, hellgrau und lud förmlich zum Versinken ein.
„Rotwein?“ Er hielt schon die Flasche in der Hand, als hätte er meine Antwort bereits gekannt.
„Immer.“
Wir ließen uns auf der Couch nieder, und es fühlte sich an wie damals, nur dass jetzt keine anderen Leute um uns herum waren. Nur wir zwei, ein guter Wein und diese merkwürdige Spannung, die sich schon beim ersten Schluck bemerkbar machte. Nicht unangenehm. Eher wie ein Kribbeln, das langsam die Wirbelsäule hochkroch.
„Du hast dich kaum verändert“, sagte er und lehnte sich zurück, das Weinglas lässig in der Hand.
„Lügner.“ Ich grinste. „Ich hab mindestens drei graue Haare mehr als beim letzten Mal.“
„Die stehen dir.“ Er sagte es so nebenbei, aber sein Blick war alles andere als beiläufig. Er wanderte über mein Gesicht, hinunter zu meinem Hals, und für einen Moment vergaß ich zu atmen.

„Du bist aber auch nicht gerade subtil geworden“, erwiderte ich und nahm einen großen Schluck Wein.
„War ich das jemals?“
Nein, war er nicht. Fabian war schon immer derjenige gewesen, der aussprach, was andere nur dachten. Der dich herausforderte, ohne dass es überheblich wirkte. Und genau das machte er jetzt wieder.
„Weißt du noch, wie du mich damals bei Sophies Geburtstagsparty zum Tanzen aufgefordert hast?“ Er grinste breit. „Du warst so steif, als hättest du einen Besenstiel verschluckt.“
„Ich kann nicht tanzen“, verteidigte ich mich. „Das weißt du genau.“
„Stimmt. Aber du hast es trotzdem versucht. Das fand ich süß.“
Süß. Das Wort hing zwischen uns wie eine Einladung. Ich spürte, wie mein Puls schneller wurde, wie sich etwas in meinem Bauch zusammenzog. Das hier war kein harmloses Wiedersehen alter Bekannter mehr.
„Fabian…“
„Ja?“
„Was spielst du hier eigentlich?“
Er stellte sein Glas auf dem Couchtisch ab und rutschte näher. Nicht aufdringlich, aber nah genug, dass ich die Wärme seines Körpers spüren konnte. „Ich spiele nichts. Ich bin nur ehrlich.“
„Und was genau meinst du damit?“
Seine Hand landete auf meinem Oberschenkel. Leicht, fast fragend. „Dass ich dich damals schon unglaublich anziehend fand. Und dass sich daran nichts geändert hat.“
Mein Atem stockte. Ich hätte etwas sagen sollen, irgendwas Cleveres oder Abweisendes, aber stattdessen lehnte ich mich zu ihm. Unsere Lippen trafen sich, und es war, als würde ein Schalter umgelegt. Alles, was die letzten Jahre zwischen uns gestanden hatte, löste sich auf.

Der Kuss war hungrig, fordernd. Seine Hand wanderte höher, während meine Finger sich in sein Haar gruben. Ich spürte, wie er mich sanft zurück gegen die Couch drückte, sein Körper über meinem, und fuck, das fühlte sich gut an.
„Warte“, murmelte ich gegen seine Lippen. „Was ist mit dem Wein?“
„Der kann warten.“ Seine Stimme war rau, tief, und sie jagte mir eine Gänsehaut über die Arme.
Seine Hände waren überall. Unter meinem Shirt, an meiner Hüfte, an Stellen, die schon viel zu lange niemand mehr berührt hatte. Ich zog ihm das T-Shirt über den Kopf, und verdammt, er hatte sich wirklich nicht verändert. Immer noch dieser durchtrainierte Körper, den ich damals heimlich bewundert hatte.
Er löste sich von mir, nur um sich zwischen meine Beine zu knien. Sein Blick war dunkel, intensiv. „Darf ich?“
Ich nickte, unfähig, Worte zu finden.
Er öffnete den Knopf meiner Jeans, zog sie langsam hinunter, und ich hob die Hüften, um es ihm leichter zu machen. Die Art, wie er mich ansah, als wäre ich das Beste, was ihm je passiert war – das allein hätte mich schon fast umgebracht.
Seine Lippen fanden meinen Bauch, küssten sich abwärts, während seine Hände meine Oberschenkel streichelten. Ich spürte seinen Atem zwischen meinen Beinen, heiß und verheißungsvoll, und dann endlich seine Zunge.

„Oh Gott“, stöhnte ich und krallte mich in die Couchkissen.
Er wusste genau, was er tat. Jede Bewegung war präzise, spielerisch, als würde er herausfinden wollen, was mich am meisten verrückt machte. Und fuck, er fand es. Seine Zunge kreiste, stieß vor, während seine Finger sich hinzugesellten und mich öffneten.
Ich verlor mich völlig. Die Welt schrumpfte auf diesen Moment zusammen, auf das Gefühl seiner Zunge, seiner Finger, die mich höher und höher trieben. Meine Hände fanden seinen Kopf, hielten ihn fest, als könnte er mir entkommen.
„Fabian, ich…“
„Lass es einfach zu“, murmelte er gegen mich, und die Vibration seiner Stimme war das, was mich über die Kante stieß.
Ich kam so heftig, dass ich dachte, die Couch würde unter mir nachgeben. Mein ganzer Körper spannte sich an, bevor eine Welle der Erleichterung über mich hinwegschwappte. Ich lag da, keuchend, und versuchte, wieder zu Atem zu kommen.
Fabian küsste sich langsam wieder nach oben, ein zufriedenes Grinsen auf dem Gesicht. „Das hat Spaß gemacht.“
„Für dich vielleicht“, keuchte ich. „Ich bin gerade gestorben.“
„Dann war es wohl gut?“
„Du bist unmöglich.“
Er lachte und zog mich in seine Arme. Wir lagen da, verschwitzt und zufrieden, und ich konnte sein Herz gegen meine Wange pochen hören.
„Wir sollten das öfter machen“, murmelte ich nach einer Weile.
„Was, alte Bekannte treffen?“
„Genau das.“
Seine Finger fuhren durch mein Haar, sanft, fast zärtlich. „Ich bin dabei. Aber nächstes Mal bist du dran.“
Ich hob den Kopf und sah ihn an. „Dran wofür?“
„Na, mich verrückt zu machen.“
Das Grinsen, das sich auf meinem Gesicht ausbreitete, war vielversprechend. „Das wird mir ein Vergnügen sein.“
Ich richtete mich auf, setzte mich rittlings auf seinen Schoß und küsste ihn langsam, ausgiebig. Seine Hände fanden meine Hüften, hielten mich fest, während ich mich gegen ihn bewegte.
„Du machst mich wahnsinnig“, murmelte er gegen meine Lippen.
„Gut.“
Ich schob meine Hand zwischen uns, öffnete seine Jeans und befreite ihn. Er war hart, bereit, und die Art, wie er mich ansah, ließ keinen Zweifel daran, wie sehr er das hier wollte.
„Sicher?“ fragte ich, nur um sicherzugehen.
„Mehr als sicher.“
Ich senkte mich langsam auf ihn, genoss das Gefühl, wie er mich füllte. Wir bewegten uns gemeinsam, fanden einen Rhythmus, der perfekt war. Seine Hände waren überall, streichelten meinen Rücken, meine Brüste, während ich auf ihm ritt.
„Verdammt, du fühlst dich so gut an“, stöhnte er.
Die Intensität baute sich wieder auf, schneller diesmal. Ich spürte, wie er sich anspannte, wie sein Atem schneller wurde, und dann kam er mit einem tiefen Stöhnen, das durch die ganze Wohnung hallte.
Ich sank gegen ihn, erschöpft und glücklich. Wir blieben so liegen, ineinander verschlungen, während die letzten Reste der Anspannung aus unseren Körpern wichen.
„Das war…“, begann er.
„Ja“, unterbrach ich ihn. „War es.“
Er lachte leise und küsste meine Stirn. „Der Wein ist wahrscheinlich inzwischen warm.“

„Egal.“
Wir lagen da, auf seiner vertrauten Couch, und ich dachte daran, wie solche Momente mit alten Bekannten manchmal die besten waren. Keine Erwartungen, keine Verpflichtungen, nur diese pure, ehrliche Verbindung.
„Weißt du was?“ sagte ich nach einer Weile. „Ich glaube, ich sollte öfter vorbeikommen.“
„Meine Tür steht immer offen“, antwortete er mit diesem verschmitzten Grinsen.
Und ich wusste, dass er es ernst meinte. Das hier war nicht nur ein einmaliges Ding. Es war der Anfang von etwas, das sich richtig anfühlte. Etwas Versautes, Aufregendes, aber auch unglaublich Echtes.
Als ich später nach Hause ging, konnte ich das Lächeln nicht aus meinem Gesicht bekommen. Die Nachbarn würden sich sicher Gedanken machen, warum ich so glücklich aussah. Aber das war mir egal. Manche Dinge waren es wert, ein bisschen Spekulation zu riskieren.
Und Fabian? Er war definitiv jedes Risiko wert. Besonders wenn sein spielerischer Charme mich immer wieder aufs Neue überraschte, ähnlich wie bei anderen unerwarteten Begegnungen, die das Leben manchmal bereithält.
Ich wusste schon jetzt, dass dies nicht unser letztes Treffen sein würde. Die Art, wie wir miteinander harmonierten, war zu gut, um sie nur einmal zu erleben. Und während ich in meine eigene Wohnung trat, fragte ich mich bereits, wann ich einen Grund finden würde, wieder bei ihm anzuklopfen.
Vielleicht schon morgen.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.