Die Diskokugel dreht sich über mir wie ein träger, glitzernder Planet, und ich frage mich zum hundertsten Mal, warum ich Jannick überhaupt hierher gefolgt bin. Die Musik dröhnt durch meinen Körper, aber ich spüre sie kaum. Ich stehe mit dem Rücken zur Bar und beobachte die tanzende Menge, während mein Mojito langsam warm wird in meiner Hand.
Dann sehe ich sie.
Sie steht am Rand der Tanzfläche, genau dort, wo das Licht der Diskokugel auf die Dunkelheit trifft. Ihr Haar ist kurz geschnitten, fast raspelkurz an den Seiten, oben länger und wild durcheinander. Sie trägt eine schwarze Lederjacke über einem weißen Top, das ihr bis knapp über den Bauchnabel reicht. Und sie schaut mich an. Nicht beiläufig. Nicht zufällig. Sie sieht mich an, als hätte sie mich gesucht.

Mein Herz stolpert.
Ich schaue weg, nehme einen Schluck von meinem lauwarmen Drink, versuche cool zu wirken. Als ich wieder hinschaue, ist sie näher gekommen. Drei Meter vielleicht. Sie lächelt nicht, aber in ihren Augen liegt etwas, das ich nicht deuten kann. Hunger? Neugier? Versprechen?
„Du siehst aus, als würdest du dich hier nicht wohlfühlen“, sagt sie, und ihre Stimme schneidet mühelos durch die Musik. Tief, ein bisschen heiser. Warm.
„Bin ich auch nicht“, gebe ich zu. „Meine Freundin ist irgendwo da drinnen abgetaucht.“
„Freundin?“ Sie hebt eine Augenbraue.
„Beste Freundin. Jannick. Sie hat einen Typen kennengelernt und mich vergessen.“
„Gut für mich.“ Sie kommt noch einen Schritt näher. Jetzt kann ich ihren Geruch wahrnehmen – etwas zwischen Zigaretten, teurem Parfum und Schweiß. Es sollte abstoßend sein, aber irgendwie ist es das Gegenteil. „Ich heiße Marlen.“
„Sina.“
„Sina.“ Sie sagt meinen Namen so, als würde sie ihn probieren wollen. „Tanzt du?“
„Nicht wirklich.“
„Schade.“ Sie lehnt sich zur Bar, bestellt etwas, das ich nicht verstehe. Der Barkeeper nickt, mischt irgendwas zusammen. Sie nimmt das Glas, ohne zu bezahlen – anscheinend hat sie schon eine Rechnung laufen. „Willst du hier weiter rumstehen und dich langweilen, oder willst du was erleben?“
„Was erleben?“ Meine Stimme klingt dünner als beabsichtigt.
„Komm mit. Ich zeig dir was.“
Ich sollte Nein sagen. Ich kenne diese Frau nicht. Ich weiß nicht, was sie will. Aber in diesem Moment, unter dieser drehenden Diskokugel und den fremden Blicken ringsum, fühlt sich Ja sagen wie die einzige richtige Entscheidung an.
Marlen führt mich durch die Menge, ihre Hand fest um mein Handgelenk. Nicht fordernd, aber bestimmt. Wir verlassen die Tanzfläche, gehen an den Toiletten vorbei, durch einen Vorhang, den ich vorher nicht bemerkt habe. Dahinter ist ein Flur. Gedämpftes Licht. Rote Wände. Es riecht nach altem Holz und geheimen Geschichten.
„Wo sind wir hier?“
„Backstage. Ich kenne den DJ.“ Sie zuckt mit den Schultern, als wäre das die normalste Sache der Welt. Dann bleibt sie stehen, dreht sich zu mir um. Der Flur ist schmal. Sie steht so nah, dass ich ihre Wärme spüren kann. „Darf ich dich küssen?“

Die Frage trifft mich wie ein Schlag. Nicht weil ich sie nicht will – sondern weil ich nicht wusste, wie sehr ich sie will, bis sie gestellt wurde.
„Ja.“
Sie küsst mich, und die Welt verschwindet. Ihre Lippen sind weich, aber ihr Kuss ist fest, fordernd. Ihre Hand liegt in meinem Nacken, zieht mich näher. Ich lasse meinen Drink fallen – höre ihn dumpf auf den Boden klatschen, das Glas rollt irgendwohin –, aber es ist mir egal. Meine Hände finden ihre Taille, das kühle Leder ihrer Jacke, darunter die Wärme ihres Körpers.
„Fuck“, flüstere ich, als sie sich kurz löst.
„Gefällt dir das?“ Ihre Stimme ist noch tiefer geworden.
„Ja.“
„Gut.“
Sie drückt mich gegen die Wand, ihr Körper presst sich gegen meinen. Ich spüre ihre Brüste durch den dünnen Stoff ihres Tops, fühle ihren Atem an meinem Hals. Dann küsst sie mich dort, genau unter dem Ohr, und meine Knie werden weich. Ihre Zähne streifen meine Haut, nicht schmerzhaft, aber intensiv genug, dass ich aufstöhne.

„Bist du schon mal mit einer Frau zusammen gewesen?“, fragt sie, ihre Lippen noch immer an meinem Hals.
„Nein.“
„Willst du?“
„Ja. Fuck, ja.“
Ihre Hand gleitet unter mein Top, warm und sicher. Sie streicht über meinen Bauch, nach oben, findet meinen BH. „Darf ich?“
„Ja.“
Sie schiebt den BH hoch, ihre Handfläche legt sich um meine Brust. Ihr Daumen streicht über meine Brustwarze, und ich zucke zusammen, ein kleiner, unwillkürlicher Laut entweicht mir. Sie lächelt gegen meinen Hals. „Du bist so empfindlich.“
„Ich… ich weiß nicht…“
„Ist gut. Entspann dich.“
Aber Entspannen ist das Letzte, was ich kann. Mein ganzer Körper ist angespannt, vibriert. Ihre Hand wandert tiefer, über meinen Bauch, zu meiner Jeans. Sie öffnet den Knopf mit einer Hand – wie macht sie das so schnell? –, schiebt den Reißverschluss nach unten.
„Warte“, sage ich. „Hier? Im Flur?“
„Niemand kommt hier vorbei. Vertrau mir.“
Und ich tue es. Ich vertraue dieser Fremden, die ich vor zehn Minuten kennengelernt habe, die mich küsst, als wäre ich das Einzige, was sie je gewollt hat. Ihre Hand gleitet in meine Jeans, unter meinen Slip. Ich bin nass – peinlich nass –, aber sie lächelt nur, als sie es spürt.
„Du willst das wirklich“, flüstert sie.
„Ja.“
Ihre Finger gleiten über meine Schamlippen, langsam, erkundend. Sie nimmt sich Zeit, als hätten wir alle Zeit der Welt, obwohl wir in einem Flur stehen, wo jederzeit jemand auftauchen könnte. Dann findet sie meinen Klit, und ich sauge scharf die Luft ein.
„Genau da?“
„Ja.“
Sie beginnt, mich zu streicheln. Langsame Kreise, genau die richtige Intensität. Ich klammere mich an ihre Schultern, vergrabe mein Gesicht an ihrem Hals. Meine Hüften bewegen sich von allein, drängen gegen ihre Hand. Es ist beschämend, wie schnell ich schon am Rand bin.
„Du bist so heiß“, murmelt sie. „Ich will dich schmecken.“
„Was?“
Aber sie hat sich schon vor mir auf die Knie gelassen. Der Flurboden ist dreckig, aber es scheint ihr egal zu sein. Sie zieht meine Jeans und meinen Slip nach unten, bis zu meinen Knien, und schaut zu mir hoch. Ihre Augen glänzen im schwachen Licht.
„Halt dich fest.“
Ich lege meine Hände gegen die Wand hinter mir, und dann spüre ich ihre Zunge. Warm, feucht, unglaublich präzise. Sie leckt über meine Schamlippen, langsam, genießerisch, dann findet sie meinen Klit und saugt ihn zwischen ihre Lippen.
„Fuck!“ Mein ganzer Körper zuckt. Meine Beine zittern. Ich würde zusammenbrechen, wenn sie mich nicht mit ihren Händen an meinen Hüften festhalten würde.
Sie arbeitet mit ihrer Zunge, abwechselnd schnell und langsam, hart und sanft. Dann spüre ich, wie ein Finger an meinem Eingang kreist. Sie schaut wieder hoch.
„Darf ich?“
„Ja. Bitte.“
Sie gleitet in mich hinein, ein Finger, dann zwei. Füllt mich aus, während ihre Zunge weiter an meinem Klit arbeitet. Der Rhythmus ist perfekt. Ich stoße gegen ihr Gesicht, kann nicht mehr an mich halten, alle Scham ist verschwunden. Ich bin nur noch Empfindung, Begehren, Lust.

Dann, ohne Vorwarnung, zieht sie ihre Finger aus mir heraus. Ich stöhne auf, halb Protest, halb Verwirrung.
„Dreh dich um“, sagt sie.
„Was?“
„Vertrau mir. Dreh dich um.“
Ich gehorche, meine Beine zittern so stark, dass ich mich an der Wand abstützen muss. Ich höre, wie sie in ihrer Tasche kramt, dann ein leises Klicken. Etwas Kaltes, Glitschiges tropft zwischen meine Pobacken.
„Was…?“
„Gleitgel. Hab immer welches dabei.“ Ihre Stimme klingt amüsiert. „Entspann dich.“
Ihre Finger gleiten wieder in mich hinein, aber diesmal spüre ich auch, wie ein anderer Finger – nass vom Gleitgel – vorsichtig über meinen Anus streicht. Ich verkrampfe mich sofort.
„Hey, ganz ruhig. Ich mach nur, was du willst. Sag Stopp, wenn es zu viel ist.“
Ich atme tief ein, versuche, mich zu entspannen. Niemand hat mich je dort berührt. Ich habe nie darüber nachgedacht. Aber jetzt, in diesem Flur, mit dieser Fremden, will ich es. Ich will alles.
„Mach weiter“, flüstere ich.
Sie küsst meine Pobacke, ein überraschend zartes Gestein, dann drückt sie vorsichtig die Fingerspitze gegen meinen Anus. Der Druck ist seltsam, intensiv, fast zu viel. Aber sie nimmt sich Zeit, wartet, bis ich mich entspanne. Dann gleitet sie hinein, nur ein Stück, während ihre anderen Finger weiter in meiner Muschi arbeiten.
„Oh Gott.“ Meine Stimme ist kaum mehr als ein Keuchen. Das Gefühl ist überwältigend – zu viel, zu intensiv, perfekt.
„Gut?“
„Ja. Fuck, ja.“
Sie beginnt, beide Hände zu bewegen, ein Rhythmus, der mich von innen ausfüllt, mir den Atem raubt. Ihre andere Hand kommt nach vorn, findet meinen Klit, reibt fest darüber. Ich bin gefangen zwischen ihren Händen, gefangen in Empfindungen, die ich nicht benennen kann.
„Komm für mich“, flüstert sie. „Ich will dich spüren.“
Und ich komme. Hart, unkontrolliert, mein ganzer Körper zuckt und bebt. Ich schreie – irgendwer wird uns hören, aber es ist mir egal. Die Welt zerfällt in Funken und Licht, und für einen Moment gibt es nichts außer dieser grenzenlosen Lust, die durch meinen Körper reißt wie eine Welle.
Als ich wieder zu mir komme, liege ich halb gegen die Wand gelehnt. Marlen steht neben mir, lächelt, leckt sich demonstrativ die Finger ab.
„Du schmeckst gut.“
Ich bin zu erschöpft, um zu antworten. Meine Jeans hängt um meine Knie, ich bin verschwitzt, meine Haare kleben an meinem Gesicht. Ich muss aussehen wie ein Wrack.
Sie hilft mir, mich wieder anzuziehen, sanft und geduldig. Dann küsst sie mich wieder, diesmal zärtlich.
„Du bist etwas Besonderes, Sina.“
„Ich… ich weiß nicht mal, was gerade passiert ist.“
„Du hast etwas erlebt.“ Sie streicht mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Und wenn du Lust hast, können wir das wiederholen. Irgendwann. Irgendwo.“
Sie zieht einen Stift aus ihrer Jacke, nimmt meine Hand und schreibt eine Nummer auf meinen Handrücken. Dann lächelt sie, dreht sich um und verschwindet durch den Vorhang zurück in die Party.
Ich stehe allein im Flur, höre die gedämpfte Musik, spüre noch immer das Nachbeben zwischen meinen Beinen. Und ich weiß, dass ich sie anrufen werde. Vielleicht nicht heute. Vielleicht nicht morgen. Aber bald.

Als ich zurück zur Bar komme, steht Jannick dort und winkt mich zu sich. „Wo warst du denn? Ich hab dich gesucht!“
„Nur… rumgelaufen.“
Sie mustert mich skeptisch. „Du siehst aber irgendwie anders aus.“
„Tu ich nicht.“
„Doch. Irgendwie… glücklich?“
Ich lächle, denke an Marlens Versprechen, an ihre Zunge, ihre Hände, die Nummer auf meinem Handrücken. Die Nacht ist noch jung, aber ich habe das Gefühl, als hätte sich schon alles verändert. Vielleicht hat diese fremde Frau mir etwas gegeben, das ich nicht wusste, dass ich brauchte. Oder vielleicht hat sie mir nur gezeigt, was schon immer in mir war.
„Vielleicht bin ich das ja“, sage ich zu Jannick. „Vielleicht bin ich das wirklich.“
Und während die Diskokugel über uns weiter ihre glitzernden Kreise zieht, weiß ich, dass ich diese Nacht nie vergessen werde.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.