Ich hab sie sofort erkannt, obwohl mindestens sieben Jahre vergangen waren. Runa. Dieser Name, den ich damals witzig fand, weil er so nordisch klang und überhaupt nicht zu ihrem südländischen Aussehen passte. Sie stand barfuß im Sand, das Meer hinter ihr, die letzten Sonnenstrahlen des Tages ließen ihre dunklen Haare fast kupferfarben schimmern. Mein Herz machte diesen bescheuerten Sprung, den ich längst vergessen geglaubt hatte.
„Verdammt“, murmelte ich und blieb stehen. Ich war nur zum Joggen hier, wollte den Kopf freibekommen nach diesem beschissenen Tag im Homeoffice. Jetzt stand sie da, keine zwanzig Meter entfernt, und kramte in ihrer Strandtasche.
Sie hob den Kopf. Unsere Blicke trafen sich.
„Nils?“
Mein Name aus ihrem Mund. Fuck. Ich hatte vergessen, wie warm ihre Stimme klang.
„Hey.“ Mehr brachte ich nicht raus. Ging zu ihr rüber, die Füße versanken im warmen Sand. „Lange nicht gesehen.“
„Ja.“ Sie lächelte, aber es wirkte unsicher. „Sieben Jahre?“
„Ungefähr.“ Wir hatten uns nach ihrem Umzug nach Hamburg aus den Augen verloren. Damals waren wir beste Freunde gewesen, mit dieser seltsamen Spannung zwischen uns, die wir beide ignoriert hatten. Bis zu der einen Nacht, kurz bevor sie gegangen war. Der Kuss in ihrer Wohnung. Und dann hatte sie mich rausgeworfen, weil sie Angst hatte, alles zu ruinieren.
„Du siehst gut aus“, sagte sie.
„Du auch.“
Understatement des Jahrhunderts. Sie trug dieses dunkelblaue Sommerkleid, das ihr bis zur Mitte der Oberschenkel ging und ihre Kurven betonte. Ihre Haut war gebräunt, auf ihrer Schulter glänzte noch Wasser vom Schwimmen.

„Bist du hier im Urlaub?“, fragte ich.
„Ja. Drei Wochen. Allein.“ Das letzte Wort kam mit einer gewissen Betonung. „Und du?“
„Ich wohn seit zwei Jahren hier.“
„Echt?“ Ihre Augen weiteten sich. „Du hast Berlin verlassen?“
„Pandemie. Konnte eh von überall arbeiten. Hab mir gesagt, warum nicht am Meer?“
Stille. Das Rauschen der Wellen. Ein paar Möwen. Die Sonne sank tiefer, tauchte alles in dieses goldene Licht, das mir plötzlich kitschig vorkam, weil es zu perfekt war.
„Wollen wir ein Stück laufen?“, fragte sie.
Ich nickte.
Wir gingen am Wasser entlang, die Füße im nassen Sand. Sie erzählte von ihrem Job in der Werbeagentur, die Hektik in Hamburg, die Dates, die zu nichts führten. Ich erzählte vom Freelancing, den einsamen Tagen, der Freiheit, die manchmal auch verdammt leer sein konnte.
„Bist du glücklich?“, fragte sie irgendwann.
„Meistens.“ Ich zuckte mit den Schultern. „Und du?“
„Ich dachte, ich wäre es.“
Ihre Hand streifte meine. Zufällig oder nicht, ich wusste es nicht. Aber ich spürte diesen Stromschlag, der durch meinen ganzen Körper ging.
„Runa…“
„Damals“, unterbrach sie mich, „als ich dich rausgeworfen hab. Das war der größte Fehler meines Lebens.“
Ich blieb stehen. Sie auch.
„Warum sagst du das jetzt?“
„Weil ich dich nie vergessen hab.“ Ihre Stimme zitterte ein bisschen. „Weil ich die ganze Zeit daran gedacht hab, wie es gewesen wäre, wenn ich dich damals nicht gegangen hätte.“
Mein Puls raste. Ich wusste genau, was jetzt kommen würde, wenn ich mich bewegte. Wenn ich einen Schritt auf sie zuging. Und gleichzeitig hatte ich Angst davor, alles kaputt zu machen.
„Ich hab auch an dich gedacht“, sagte ich leise.
Sie sah mich an, und in ihren Augen lag etwas, das ich nur schwer beschreiben konnte. Sehnsucht vielleicht. Oder Hoffnung.
Dann küsste sie mich.

Ihre Lippen waren salzig vom Meer, weich und fordernd zugleich. Ich zog sie an mich, spürte ihren Körper an meinem, warm und fest. Ihre Finger gruben sich in meine Haare, und ich vergaß alles um uns herum. Es war, als würden sieben Jahre einfach verschwinden.
„Komm mit zu mir“, flüsterte sie gegen meinen Mund. „Bitte.“
Ich nickte nur.
Ihr Ferienapartment war zehn Minuten entfernt, direkt an der Promenade. Wir sagten kein Wort auf dem Weg dorthin, aber ihre Hand hielt meine fest, als hätte sie Angst, ich würde verschwinden. Im Fahrstuhl küssten wir uns wieder, drängten uns gegen die Wand, ihre Beine umschlangen meine Hüfte.
Die Tür fiel hinter uns zu. Wir stolperten durch den Flur, Kleider flogen zu Boden. Ihr Kleid, mein verschwitztes Shirt, ihre Sandalen, meine Laufschuhe. Ich schob sie aufs Bett, das nach frischer Wäsche roch, und für einen Moment hielten wir inne, sahen uns einfach nur an.
„Verdammt“, murmelte sie. „Du bist wirklich hier.“
„Ich bin hier.“
Ich küsste ihren Hals, schmeckte das Salz auf ihrer Haut, spürte, wie sie unter mir erzitterte. Meine Hände glitten über ihren Körper, erkundeten jede Kurve, jede weiche Stelle. Sie stöhnte leise, krallte sich in meinen Rücken.
„Ich will dich“, flüsterte sie. „Jetzt.“
Ich zog ihr den Slip aus, streichelte über ihre Innenschenkel, spürte, wie nass sie schon war. Sie bäumte sich auf, als meine Finger sie berührten, und ihr Atem ging schneller.
„Nils… bitte…“
Ich drang in sie ein, langsam zuerst, spürte, wie eng und heiß sie war. Sie schlang die Beine um mich, zog mich tiefer, und ich vergaß alles. Es gab nur noch uns, unsere Körper, die sich bewegten, als hätten sie nie aufgehört, zusammen zu gehören.
Es war intensiver als alles, was ich in den letzten Jahren erlebt hatte – diese Mischung aus Leidenschaft und Vertrautheit, die mich fast wahnsinnig machte. Ich wollte es langsam angehen, jeden Moment auskosten, aber mein Körper hatte andere Pläe. Runa spürte es auch, trieb mich an mit ihren Händen, ihren Bewegungen, den kleinen Lauten, die sie von sich gab.
„Komm“, keuchte sie. „Komm mit mir.“
Ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog, wie sie sich um mich verkrampfte, und dann brach es über uns beide herein. Ich vergrub mein Gesicht in ihrem Hals, hörte ihren erstickten Schrei, spürte, wie mein ganzer Körper bebte.
Danach lagen wir nebeneinander, verschwitzt und außer Atem. Durch das offene Fenster wehte die Brise vom Meer herein, kühlte unsere Haut.
„Wow“, murmelte sie.
„Ja.“
Sie drehte sich zu mir, streichelte über meine Brust. „Was machen wir jetzt?“
„Keine Ahnung.“ Ich küsste ihre Stirn. „Aber ich will dich nicht noch mal gehen lassen.“
„Ich hab noch drei Wochen hier.“ Sie lächelte. „Wir könnten die Zeit nutzen.“
„Und danach?“
„Danach… sehen wir weiter. Hamburg ist nicht am anderen Ende der Welt.“
Ich zog sie näher zu mir. Ihr Körper schmiegte sich an meinen, und zum ersten Mal seit langem fühlte sich alles richtig an. Nicht perfekt, nicht ohne Risiko, aber richtig.
„Bleibst du heute Nacht?“, fragte sie leise.
„Wenn du willst.“
„Ich will.“
Wir lagen einfach nur da, lauschten den Wellen draußen, und ich dachte an all die versauten Dinge, die wir in den nächsten drei Wochen noch ausprobieren könnten. An all die verlorene Zeit, die wir nachholen mussten. Und vielleicht, nur vielleicht, würde daraus etwas werden, das länger hielt als ein Sommerurlaub.
„Nils?“
„Ja?“
„Danke, dass du nicht weggelaufen bist.“
Ich lächelte in die Dunkelheit. „Danke, dass du mich nicht noch mal rausgeworfen hast.“
Sie lachte leise, und das Geräusch füllte etwas in mir, von dem ich nicht mal gewusst hatte, dass es leer war. Draußen brach die Nacht herein, aber hier drinnen fühlte es sich an wie ein Neuanfang.
Wir liebten uns noch zweimal in dieser Nacht, einmal in der Dusche, wo das Wasser über unsere Körper lief und sich mit unseren Küssen vermischte, und dann noch einmal im Bett, langsamer diesmal, zärtlicher. Als würden wir uns gegenseitig neu entdecken, Narben und Geschichten, die wir in den letzten Jahren gesammelt hatten.

Am nächsten Morgen wachte ich auf, und sie lag noch neben mir, ein Bein über meines geschlungen. Durch die Vorhänge fiel Sonnenlicht, malte Streifen auf ihre Haut. Ich betrachtete sie einfach nur, prägte mir jede Kleinigkeit ein, als könnte dieser Moment jeden Augenblick wieder verschwinden.
Aber sie wachte auf, lächelte mich verschlafen an, und küsste mich, bevor ich irgendwas sagen konnte.
„Guten Morgen“, murmelte sie.
„Guten Morgen.“
„Hast du Lust auf Frühstück? Es gibt eine kleine Bäckerei um die Ecke.“
„Klingt gut.“
Wir zogen uns an, langsam und zwischen immer neuen Küssen, als könnten wir nicht aufhören, uns zu berühren. Und vielleicht war es genau das – als müssten wir uns vergewissern, dass das alles real war.
Beim Frühstück auf dem Balkon, mit Blick aufs Meer und Möwen, die um Krümel bettelten, erzählte sie mir von ihren Plänen. Dass sie über einen Jobwechsel nachdachte. Dass Hamburg ihr zu hektisch geworden war. Dass sie sich nach etwas anderem sehnte.
„Hier ist noch eine Stelle frei“, sagte ich spontan. „Kleine Werbeagentur, drei Leute. Die suchen jemanden mit deinem Profil.“
Sie sah mich überrascht an. „Wirklich?“
„Ja. Ich kenn die Inhaberin.“
„Das wäre… das wäre verrückt.“ Aber in ihren Augen sah ich schon das Funkeln. Die Möglichkeit.
„Verrückt ist manchmal gut“, sagte ich.
Sie lehnte sich zu mir, küsste mich sanft. „Vielleicht hast du recht.“
Und während die Sonne höher stieg und die Hitze des Tages ankündigte, saßen wir da, Kaffee in der Hand, und sprachen über die Zukunft. Über Möglichkeiten und Träume und all die Dinge, die wir verpasst hatten. Aber diesmal fühlte es sich nicht an wie ein Ende, sondern wie ein Anfang.

Die nächsten drei Wochen würden zeigen, ob wir beide mutig genug waren, diesen Schritt zu wagen. Aber in diesem Moment, mit dem Salz des Meeres noch auf meiner Haut und ihrem Lächeln vor mir, wusste ich: Manchmal bekommt man eine zweite Chance. Und diesmal würde ich sie nicht vermasseln.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.