Die Ferienvilla lag so abgeschieden, dass man nachts wirklich jeden Stern sehen konnte. Genau das hatte mich gereizt, als ich die Buchungsbestätigung bekam. Zwei Wochen Ruhe. Keine Meetings, keine Verpflichtungen. Nur ich, ein paar gute Bücher und der Pool.
Dass Marisol auch hier sein würde, erfuhr ich erst am zweiten Tag.
Wir kannten uns aus Studentenzeiten. Damals hatte sie Jura studiert, ich Wirtschaft. Gemeinsame Partys, gemeinsame Freunde, ein paar Nächte, die nie wirklich zu etwas führten. Sie war immer die gewesen, die das Sagen hatte – selbst in unseren kurzen, alkoholgeschwängerten Momenten der Intimität. Nach dem Abschluss hatten wir uns aus den Augen verloren.
„Das gibt’s doch nicht“, sagte sie, als sie mich am Pool entdeckte. Ihr Lächeln war genauso wie damals. Selbstsicher, ein bisschen spöttisch. „Du?“

Ich brauchte eine Sekunde, um sie zu erkennen. Die langen, dunklen Haare hatte sie hochgesteckt. Ihre Figur war straffer geworden, definierter. Das weiße Bikinioberteil betonte ihre Brüste auf eine Art, die mir sofort bewusst machte, dass die Jahre sie nur attraktiver gemacht hatten.
„Marisol. Wow.“
„Immer noch ein Meister der eloquenten Begrüßung, wie ich sehe.“ Sie lachte, kam näher. „Du wohnst hier?“
„Das blaue Haus da hinten. Du?“
„Das weiße.“ Sie deutete in die andere Richtung. „Wie lange bleibst du?“
„Noch zwölf Tage.“
„Perfekt.“ Ihr Blick glitt über meinen Körper, kurz, aber intensiv genug, dass ich es spürte. „Dann haben wir ja genug Zeit zum Aufholen.“
Die nächsten Tage verbrachten wir viel Zeit zusammen. Frühstück auf ihrer Terrasse, Schwimmen im Pool, Abendessen mit zu viel Wein. Wir redeten über die alten Zeiten, über Jobs, über gescheiterte Beziehungen. Sie arbeitete mittlerweile als Anwältin in München, hatte sich auf Wirtschaftsrecht spezialisiert. Erfolgreich. Unabhängig. Und immer noch diese Art an sich, die keinen Widerspruch duldete.
Es war der sechste Abend, als sich etwas verschob.
Wir saßen auf meiner Terrasse, die Weinflasche fast leer. Das Gespräch war intimer geworden, persönlicher. Sie erzählte von einem Typen, mit dem sie ein paar Monate zusammen gewesen war.
„Er konnte nicht damit umgehen, dass ich gerne die Kontrolle habe“, sagte sie und drehte das Glas zwischen ihren Fingern. „Männer sagen immer, sie fänden starke Frauen attraktiv. Aber wenn es drauf ankommt, kriegen die meisten kalte Füße.“
„Manche vielleicht.“
Ihr Blick traf meinen. „Du auch?“
Ich spürte, wie mein Puls schneller wurde. „Damals nicht.“
„Damals.“ Sie lächelte. „Aber damals waren wir auch jung und betrunken. Ich frage mich, wie du heute damit umgehen würdest.“
„Mit was?“
„Mit mir.“ Sie stellte ihr Glas ab, lehnte sich zurück. „Du weißt genau, was ich meine.“
Ich tat es. Die Erinnerung war plötzlich glasklar. Die Nacht in ihrer WG, als sie mir sagte, ich solle mich nicht bewegen. Ihr Mund an meinem Hals, ihre Hand in meinen Haaren. Die Art, wie sie mir befahl, still zu sein, während ihre Mitbewohnerin nebenan schlief.
„Ich würde damit umgehen“, sagte ich.
„Würdest du?“ Ihre Stimme war leiser geworden, aber nicht weniger bestimmt. „Dann komm morgen Abend zu mir. Neun Uhr. Und dusch dich vorher.“

Sie stand auf, bevor ich antworten konnte. „Gute Nacht.“
Die nächsten vierundzwanzig Stunden waren eine Mischung aus Vorfreude und Nervosität. Ich versuchte, mich abzulenken, ein Buch zu lesen, schwimmen zu gehen. Nichts funktionierte. Meine Gedanken kreisten immer wieder um ihre Worte, um ihr Lächeln, um die Frage, was sie vorhatte.
Um Viertel vor neun stand ich unter der Dusche in meinem Haus. Das warme Wasser lief über meinen Körper, aber ich nahm es kaum wahr. Mein Herz schlug so schnell, als würde ich gleich einen Marathon laufen. Ich wusch mich gründlich, rasierte mich, versuchte, ruhig zu atmen.
Als ich an ihrer Tür klingelte, öffnete sie sofort. Sie trug ein schwarzes Sommerkleid, das bis zur Mitte ihrer Oberschenkel reichte. Ihre Haare fielen offen über ihre Schultern.
„Pünktlich“, sagte sie. „Das gefällt mir.“
Sie ließ mich rein, führte mich durch das Haus. Es war größer als meins, offener. Im Wohnzimmer brannte nur eine Lampe. Auf dem Couchtisch stand eine Flasche Rotwein.
„Trink nicht zu viel“, sagte sie. „Ich will, dass du bei vollem Bewusstsein bist.“
Ich nickte, nahm das Glas, das sie mir reichte. Meine Hände zitterten leicht.
„Nervös?“
„Ein bisschen.“
„Gut.“ Sie trat näher, bis sie direkt vor mir stand. Ihr Parfüm war dezent, blumig. „Nervosität ist ehrlich. Ich mag Ehrlichkeit.“
Sie legte ihre Hand auf meine Brust, spürte meinen Herzschlag. „Du willst das, oder?“
„Ja.“
„Sag es richtig.“
„Ich will das.“
„Was willst du?“
Ich atmete tief durch. „Ich will, dass du die Kontrolle hast.“
Ihr Lächeln wurde breiter. „Braver Junge.“
Sie nahm mein Glas, stellte es weg. Dann küsste sie mich. Hart, fordernd. Ihre Zunge drängte sich zwischen meine Lippen, ihre Hände griffen in mein Shirt. Ich versuchte, sie zu berühren, aber sie schob meine Hände weg.
„Nicht ohne Erlaubnis.“
„Sorry.“
„Du lernst schnell.“ Sie biss leicht in meine Unterlippe. „Aber nicht schnell genug. Komm mit.“

Sie führte mich durch einen Flur, vorbei an mehreren Zimmern. Am Ende war das Badezimmer. Groß, modern, mit einer riesigen ebenerdigen Dusche, die mit Glaswänden abgetrennt war. Regen duschkopf, Marmorfliesen, indirekte Beleuchtung.
„Zieh dich aus“, sagte sie.
Ich zögerte eine Sekunde, dann tat ich es. Shirt, Hose, Unterwäsche. Sie sah mir dabei zu, lehnte an der Tür, die Arme vor der Brust verschränkt.
„In die Dusche.“
Ich betrat die Kabine. Der Boden war kühl unter meinen Füßen. Sie folgte mir, das Kleid noch immer an. Sie drehte das Wasser auf, stellte es auf warm. Der Strahl traf meinen Rücken.
„Du hast dich gut gehalten“, sagte sie und ließ ihren Blick über meinen Körper wandern. Mein Schwanz war schon halb hart. Sie bemerkte es, lächelte. „Ungeduldig?“
„Du weißt, dass ich es bin.“
„Ich will es hören.“
„Ja. Ich bin ungeduldig.“
„Gut.“ Sie zog ihr Kleid über den Kopf. Darunter trug sie nichts. Ihre Brüste waren fest, die Brustwarzen bereits hart. Ihr Körper war makellos. Sie trat unter die Dusche, das Wasser lief über ihre Haut.

„Auf die Knie.“
Ich kniete mich hin. Das warme Wasser prasselte auf uns herab. Sie stand vor mir, die Hände in meinen nassen Haaren.
„Zeig mir, dass du dich erinnerst.“
Ich küsste ihren Bauch, langsam, arbeitete mich nach unten. Meine Zunge fand ihre Spalte, glitt über ihren Kitzler. Sie stöhnte leise, zog meine Haare fester.
„Genau so.“
Ich leckte sie, langsam, dann schneller. Ihr Geschmack füllte meinen Mund. Sie bewegte ihre Hüften gegen mein Gesicht, steuerte den Rhythmus. Das Wasser lief über uns beide, vermischte sich mit ihrer Feuchtigkeit. Ihre Schenkel zitterten leicht.
„Nicht aufhören.“
Ich machte weiter, meine Zunge kreiste um ihren Kitzler, meine Lippen saugten sanft. Sie stöhnte lauter, ihre Nägel kratzten über meine Kopfhaut. Dann kam sie, mit einem tiefen, kehligen Laut. Ihre Beine zitterten, ich musste sie stützen, damit sie nicht wegsackte.
„Steh auf.“
Ich tat es. Mein Schwanz war steinhart, pochte. Sie sah ihn an, berührte ihn mit einer Hand, strich langsam darüber.
„Du willst in mir sein?“
„Ja.“
„Bitte.“
„Bitte, Marisol.“
Sie drehte sich um, stützte ihre Hände gegen die Fliesen. „Dann nimm mich.“
Ich trat hinter sie, führte meinen Schwanz an ihre Öffnung. Sie war nass, heiß. Ich drang langsam in sie ein. Sie stöhnte, drückte sich gegen mich.
„Tiefer.“
Ich schob mich ganz hinein, spürte, wie sie sich um mich schloss. Das Wasser lief über unsere Körper, dämpfte die Geräusche unserer Bewegungen. Ich begann, sie zu stoßen, langsam erst, dann härter.
„Schneller.“
Ich gehorchte, meine Hände griffen ihre Hüften. Ihre Brüste schwangen bei jedem Stoß. Sie warf ihren Kopf zurück, stöhnte laut. Die Duschkabine füllte sich mit Dampf, die Luft wurde schwer.
„Ich komme gleich“, keuchte ich.
„Noch nicht. Warte.“
Ich versuchte es, verlangsamte, aber es war fast unmöglich. Sie war zu eng, zu heiß. Sie merkte es, lachte leise.
„Jetzt.“
Ich kam in ihr, hart, mit einem tiefen Stöhnen. Sie kam wieder, ihre Muskeln zogen sich um mich zusammen. Wir blieben so stehen, unter dem Wasser, mein Schwanz noch in ihr, bis unsere Atmung sich beruhigte.
Sie drehte sich um, küsste mich sanft. „Nicht schlecht.“
„Danke.“
„Aber das war erst der Anfang.“ Ihr Blick war herausfordernd. „Du bleibst heute Nacht hier. Und morgen zeige ich dir, was ich noch alles mit dir vorhabe.“
Ich nickte. Mein Herz schlug immer noch wild.
Die nächsten Tage waren intensiv. Sie testete meine Grenzen, lotete aus, wie weit ich gehen würde. Manchmal fühlte ich mich wie ihr Sklave, manchmal wie ihr Partner. Die Linie verschwamm.

Wir verbrachten viel Zeit in ihrer Dusche. Es wurde zu unserem Ort. Dort, wo das Wasser alle Grenzen wegspülte. Wo ich lernte, mich ihr komplett hinzugeben. Wo sie mir zeigte, dass Kontrolle und Vertrauen zwei Seiten derselben Medaille waren.
Am letzten Abend vor meiner Abreise lagen wir in ihrem Bett. Das Fenster stand offen, die warme Nachtluft strich über unsere nackten Körper.
„Wir sollten in Kontakt bleiben“, sagte sie leise.
„Definitiv.“
„Ich bin nicht die Frau für romantische Beziehungen. Das weißt du.“
„Ich weiß.“
„Aber das hier…“ Sie drehte sich zu mir, strich über meine Brust. „Das hier war gut.“
„Es war mehr als gut.“
Sie lächelte. „Dann bis zum nächsten Urlaub?“
„Bis zum nächsten Urlaub.“
Wir schliefen ein, ineinander verschlungen. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war sie bereits weg. Auf dem Nachttisch lag ein Zettel.
„München ist nicht weit von dir. Ruf mich an, wenn du bereit für mehr bist. – M.“
Ich steckte den Zettel ein, packte meine Sachen. Auf der Fahrt nach Hause dachte ich an die Duschkabine, an das Wasser auf unserer Haut, an ihre Stimme, die mir sagte, was ich tun sollte. Und ich wusste, dass ich sie anrufen würde. Nicht heute, nicht morgen. Aber bald.
Manche Begegnungen verändern nichts. Und manche verändern alles. Diese gehörte zur zweiten Kategorie. Marisol hatte mir gezeigt, dass ich Dinge wollte, die ich mir vorher nicht eingestehen konnte. Dass Hingabe keine Schwäche war, sondern eine Form der Stärke.
Drei Wochen später saß ich in meiner Wohnung, ihr Zettel in der Hand. Ich nahm mein Handy, tippte ihre Nummer ein.
Sie meldete sich nach dem zweiten Klingeln. „Ich habe mich gefragt, wie lange du brauchst.“
„Nicht so lange wie gedacht.“
„Gut.“ Ich hörte das Lächeln in ihrer Stimme. „Dann komm am Wochenende vorbei. Und bring eine Zahnbürste mit. Du wirst sie brauchen.“
Sie legte auf. Ich starrte auf mein Handy, mein Herz raste.
Es hatte gerade erst angefangen.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.