Das Champagnerglas in ihrer Hand fing das Licht der Stadt ein, während Jolien am Fenster stand und auf die Lichter unter uns blickte. Sechzehnter Stock. Das Penthouse gehörte einem Freund von uns, der für das Wochenende verreist war. „Komm her“, sagte sie, ohne sich umzudrehen.
Ich stellte mein eigenes Glas ab und trat hinter sie. Ihre Silhouette vor dem Panoramafenster ließ mein Herz schneller schlagen. Das schwarze Kleid, das sie trug, war eigentlich für die Party gedacht gewesen, zu der wir hätten gehen sollen. Stattdessen hatten wir uns entschieden, hierher zu kommen. Allein.
„Was siehst du?“, fragte ich und legte meine Hände auf ihre Hüften.
„Tausend kleine Leben da unten. Und hier oben nur wir zwei.“ Sie lehnte sich zurück gegen mich. „Macht dich das nicht an? Dass da unten alles weitergeht, während wir hier oben tun können, was wir wollen?“

Meine Lippen fanden ihren Nacken. Sie schmeckte nach Parfüm und nach dem Versprechen, das in der Luft lag, seit wir die Tür hinter uns geschlossen hatten. „Du hast die ganze Fahrt hierher über nichts anderes gesprochen.“
„Stimmt.“ Ihre freie Hand wanderte nach hinten, fand meinen Oberschenkel. „Weil ich mir seit Tagen vorstelle, wie es wäre. Hier oben. Mit diesem Ausblick.“ Sie drehte sich in meinen Armen um, die dunklen Augen funkelten. „Weißt du noch, was du mir letzte Woche erzählt hast? Von dem Paar im Swingerclub?“
Natürlich wusste ich das noch. Wir waren dort gewesen, nur zum Zuschauen, hatten uns gesagt. Aber die Atmosphäre hatte etwas mit uns gemacht. Das Paar, das auf der Couch gesessen hatte, während um sie herum Menschen tanzten und sich berührten. Die Frau hatte die Hand ihres Partners in seinen Schoß gelegt, ganz langsam, ganz bewusst. Niemand hatte direkt hingeschaut, aber alle hatten es gewusst.
„Du willst—“
„Ich will dich hier ausziehen. Langsam. Und dann will ich, dass du dich aufs Sofa setzt.“ Sie nickte zu der weißen Ledercouch hinüber, die mitten im Raum stand, perfekt positioniert für den Blick auf die Stadt. „Und dann kümmere ich mich um dich.“
Mein Atem stockte. Jolien war nicht immer so direkt. Meistens war ich derjenige, der die Initiative ergriff. Aber wenn sie in dieser Stimmung war, wenn sie genau wusste, was sie wollte—dann wurde aus meiner sonst so zurückhaltenden Freundin jemand, der mich komplett aus dem Konzept brachte.
„Hier? Direkt vorm Fenster?“
„Die Scheiben sind verspiegelt. Von außen sieht niemand rein. Aber wir sehen alles.“ Sie stellte ihr Glas ab und begann, meinen Gürtel zu öffnen. Ihre Finger waren geschickt, zielstrebig. „Du wirst dasitzen und die ganze Stadt unter uns haben. Und ich werde dich berühren, bis du meinen Namen stöhnst.“
Meine Hose fiel zu Boden. Dann mein Hemd, Knopf für Knopf. Sie nahm sich Zeit dabei, küsste jeden Zentimeter Haut, den sie freilegte. Als ich schließlich nur noch in Shorts vor ihr stand, schob sie mich sanft rückwärts zur Couch.
„Setz dich.“
Ich gehorchte. Das kühle Leder unter mir, die warme Luft im Raum, die Lichter der Stadt vor uns. Mein Herz hämmerte. Jolien kniete sich vor mich, ihre Hände auf meinen Knien.

„Schau nach draußen“, flüsterte sie. „Nicht zu mir.“
Ich versuchte es. Versuchte, mich auf die Skyline zu konzentrieren, auf die Autos, die sich wie leuchtende Blutkörperchen durch die Adern der Stadt bewegten. Aber dann spürte ich ihre Finger an meinem Bund, wie sie langsam die Shorts nach unten zog.
„Jolien—“
„Pscht. Schau einfach nur.“
Ihre Hand umschloss mich, warm und fest. Der erste Kontakt raubte mir den Atem. Sie begann mit langsamen, gleichmäßigen Bewegungen, die mich sofort hart werden ließen. Ich zwang mich, aus dem Fenster zu blicken, auf die Hochhäuser gegenüber, die beleuchteten Fenster. Irgendwo da draußen saßen Menschen beim Abendessen, schauten Fernsehen, führten normale Leben. Und hier saß ich, nackt auf einer Ledercouch, während meine Freundin mich mit solcher Hingabe berührte, dass mir schwindelig wurde.
„Gefällt dir das?“ Ihre Stimme war tiefer geworden, ein bisschen rau.
„Fuck, ja.“
„Gut.“ Sie variierte das Tempo, wurde schneller, dann wieder langsamer. Meine Hände krallten sich ins Leder. Der Kontrast war verrückt—die riesige Stadt da draußen, still und fern, und hier die Intimität ihrer Berührung, die mich komplett einnahm. Es erinnerte mich an jene Nacht an der Hotelbar, als wir in einer Ecke gesessen und uns berührt hatten, während um uns herum Menschen ihre Drinks schlürften.
„Ich liebe es, dich so zu sehen“, murmelte Jolien. „Komplett ausgeliefert. Nur für mich.“
Ihre andere Hand wanderte höher, streichelte über meinen Bauch, meine Brust. Jede Berührung war präzise, überlegt. Sie kannte meinen Körper inzwischen so gut. Wusste, wann sie fester zupacken musste, wann sie nur mit den Fingerspitzen über die empfindlichste Stelle gleiten sollte.
„Schau mich an“, sagte sie plötzlich.
Ich ließ den Blick von den Lichtern und sah nach unten. Jolien kniete immer noch vor mir, aber sie hatte sich aufgerichtet. Das schwarze Kleid war ein Stück nach oben gerutscht, ihre Wangen waren gerötet. Ihre Augen hielten meinen Blick fest, während ihre Hand weiterarbeitete, rhythmisch, unerbittlich.

„Ich will, dass du dir vorstellst, wir wären nicht allein“, flüsterte sie. „Stell dir vor, jemand würde uns zuschauen. Genau wie damals im Club. Würde sehen, wie ich dich berühre. Wie sehr du es willst.“
Ein Stöhnen entkam mir. Die Vorstellung schoss direkt in meinen Unterleib. Jolien lächelte, zufrieden mit meiner Reaktion.
„Magst du den Gedanken? Dass jemand sieht, wie gut ich dich kenne? Wie ich dich zum Zittern bringe?“
„Jolien, ich—“
„Noch nicht.“ Sie verlangsamte ihre Bewegungen, brachte mich zurück von der Schwelle. „Ich bin noch nicht fertig mit dir.“
Sie stand auf, glitt aus ihrem Kleid. Darunter trug sie nichts als einen schwarzen Spitzen-String. Meine Kehle war wie ausgetrocknet. Sie setzte sich neben mich aufs Sofa, zog meine Hand zwischen ihre Beine. Sie war nass, heiß unter meinen Fingern.
„Fühlst du, was du mit mir machst?“ Ihre Stimme bebte leicht. „Ich bin so geil davon, dich zu berühren. Dich so zu sehen.“
Ich massierte sie durch den dünnen Stoff, und sie keuchte auf, lehnte sich gegen mich. Für einen Moment vergaßen wir beide ihre ursprüngliche Idee. Wir küssten uns, tief und verzweifelt, während unsere Hände einander erkundeten. Ihre Zähne fanden meine Unterlippe, bissen sanft zu.
„Leg dich hin“, flüsterte sie gegen meinen Mund. „Auf den Rücken.“
Ich rutschte nach unten, bis ich ausgestreckt auf dem Sofa lag. Jolien kniete sich über mich, aber nicht, um auf mich zu sinken. Stattdessen beugte sie sich vor, ihre Brüste streiften meine Brust, und ihre Hand fand mich wieder. Diesmal war die Berührung anders—fordernder, intensiver. Sie wusste genau, was sie tat.
„Ich liebe es, dich so zu haben“, murmelte sie zwischen Küssen auf meinen Hals, meine Brust. „Unter mir. Für mich.“

Ihre Hand beschleunigte, und ich wusste, dass ich nicht mehr lange durchhalten würde. Die ganze aufgestaute Spannung, ihre Worte, der Wahnsinn der Situation—alles kam zusammen. Meine Hüften bewegten sich im Rhythmus ihrer Bewegungen.
„Jolien—ich kann nicht—“
„Dann lass los. Komm für mich. Ich will es sehen.“
Ihre Lippen fanden meine, und ihr Kuss war das Letzte, was ich brauchte. Die Welle rollte durch meinen ganzen Körper, ließ mich erzittern und ihren Namen stöhnen, genau wie sie es vorhergesagt hatte. Sie verlangsamte ihre Bewegungen, führte mich durch den Höhepunkt, bis ich erschöpft unter ihr lag.
Ein paar Augenblicke lang hörte ich nur meinen eigenen Atem und ihren, die sich langsam synchronisierten. Dann spürte ich ihr Lächeln gegen meine Schulter.
„Das war gut“, murmelte sie.
„Gut?“ Ich lachte ungläubig. „Das war—fuck, ich hab keine Worte.“
Sie richtete sich auf, sah mich von oben an. Ihr Haar war zerzaust, ihre Lippen geschwollen vom Küssen. „Wir haben das ganze Wochenende hier. Das war erst der Anfang.“
Ich zog sie zu mir herunter, küsste sie langsam, tief. „Dann bin ich jetzt dran.“
„Oh ja?“
„Definitiv.“ Ich rollte sie unter mich, genoss ihr überraschtes Kichern. „Du hast gesagt, du willst, dass jemand zuschaut. Dann drehen wir das Spiel doch um. Ich will dich vor diesem Fenster haben, Jolien. Ich will dich so laut schreien lassen, dass du denkst, die ganze Stadt könnte es hören.“
Ihre Augen wurden dunkel vor Verlangen. „Dann zeig mir, was du drauf hast.“
Ich hob sie hoch, trug sie zum Fenster. Sie keuchte auf, als ihr Rücken das kühle Glas berührte. Die Stadt funkelte hinter ihr wie tausend neugierige Augen. Genau so, wie sie es gewollt hatte. Das war besser als jeder Besuch in einem Club, besser als jede Fantasie. Hier, hoch über der Welt, gehörten wir nur einander.

Und die Nacht hatte gerade erst begonnen.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.