Ich hätte nicht mit ihr in den Wald gehen sollen. Nicht an diesem Morgen, nicht nach der Nacht, in der ich kaum geschlafen hatte, weil ihre Stimme in meinem Kopf nachhallte: „Morgen früh, Sieben Uhr, am Waldparkplatz. Und komm allein, Jannis.“
Frau Werlen war keine Lehrerin wie die anderen. Sie unterrichtete Biologie und Chemie, aber ihre wirkliche Lektion war etwas anderes. Etwas, das sich nicht in Büchern finden ließ. Sie war Anfang Dreißig, hatte diese Art von Schönheit, die nicht perfekt war, aber gerade deshalb unvergesslich. Dunkle Haare, die sie meist hochsteckte, ein Mund, der wusste, wie man Worte zu Waffen macht. Und Augen, die einen durchschauten.
Der Nebel hing zwischen den Bäumen wie ein schmutziges Geheimnis. Mein Atem bildete kleine Wolken, während ich auf sie wartete. Ich war neunzehn, volljährig, aber das machte die Sache nicht weniger kompliziert. Sie war immer noch meine Lehrerin. Noch drei Monate bis zum Abi.
Ihr Auto tauchte aus dem Grau auf. Ein schwarzer Kombi, unauffällig. Sie stieg aus, trug Wanderstiefel und eine dunkle Jacke. Keine Lehrerin mehr. Nur eine Frau namens Mara.
„Du bist pünktlich“, sagte sie. Keine Begrüßung. Kein Smalltalk.
„Du auch.“
Sie ging voran, ohne zu fragen, ob ich folgen würde. Natürlich folgte ich. Der Pfad war schmal, von beiden Seiten drängten Farne herein. Feuchtigkeit hing in der Luft, klebte auf meiner Haut. Das Gefühl erinnerte mich an eine Geschichte, die ich neulich gelesen hatte, über ein Treffen im Wald, das außer Kontrolle geriet.
Nach zehn Minuten erreichten wir eine kleine Lichtung. Mara blieb stehen, drehte sich zu mir um. Der Nebel umspülte sie wie Wasser.

„Weißt du, warum ich dich hergebracht habe?“
Ich schüttelte den Kopf, obwohl ich es ahnte.
„Weil ich genug habe vom Versteckspielen. Von deinen Blicken im Unterricht. Von deinen Ausreden, nach dem Kurs noch Fragen zu stellen.“ Sie trat näher. „Du willst etwas von mir, Jannis. Und ich will dir endlich zeigen, was du wirklich willst.“
Mein Herz hämmerte. „Hier?“
„Niemand kommt her. Nicht bei diesem Wetter.“ Sie streckte die Hand aus, legte sie auf meine Brust. Ihre Finger waren kühl durch den Stoff meines T-Shirts. „Und du wirst tun, was ich sage. Verstanden?“
Ich nickte. Die Worte blieben mir im Hals stecken.
„Sag es.“
„Ja.“
„Ja, was?“
„Ja, Mara.“
Sie lächelte. Es war kein freundliches Lächeln. „Gut. Zieh deine Jacke aus.“
Ich tat es. Die kalte Luft biss sofort durch das dünne Shirt. Sie beobachtete mich, ihre Augen waren dunkel, unergründlich.
„Jetzt das Shirt.“
Meine Finger zitterten, als ich es über den Kopf zog. Gänsehaut überzog meinen Oberkörper. Der Nebel schien kälter zu werden, schien an mir zu zerren.
„Siehst du“, sagte sie leise, trat noch näher. „So wollte ich dich schon lange sehen. Verletzlich. Ehrlich.“ Ihre Finger strichen über meine Schulter, wanderten langsam hinunter zur Brust. „Du denkst immer, du hättest die Kontrolle. Mit deinem Grinsen, deinen cleveren Antworten. Aber hier draußen gibt es nur mich und dich.“

Sie drückte mich rückwärts, bis mein Rücken gegen einen Baum stieß. Die Rinde war rau, feucht. Mara stand direkt vor mir, so nah, dass ich ihren Atem auf meinem Gesicht spüren konnte.
„Fass mich an“, befahl sie.
Meine Hände hoben sich wie von selbst, legten sich auf ihre Taille. Sie fühlte sich warm an unter der Jacke, fest.
„Nicht da.“ Sie nahm meine rechte Hand, führte sie nach unten, zwischen ihre Beine. Ich spürte die Wärme durch ihre Jeans. „Da.“
Ich begann zu reiben, vorsichtig erst, dann mit mehr Druck. Mara lehnte sich in meine Berührung, ihre Augen wurden schmal.
„Das ist besser. Aber du weißt schon, dass du heute nicht in mich reinkommst, oder?“
Ich starrte sie an.
„Du hast es nicht verdient. Noch nicht.“ Sie griff nach unten, öffnete meinen Gürtel mit einer Geschwindigkeit, die verblüffte. „Aber ich werde dir zeigen, wie es sich anfühlt, wenn jemand anderes entscheidet.“
Sie öffnete meine Jeans, schob sie hinunter. Die kalte Luft umschloss mich. Ich war schon hart, schmerzhaft hart. Mara sah hinunter, ein amüsierter Ausdruck huschte über ihr Gesicht.
„Braves Ding.“ Sie kniete sich hin, direkt vor mir auf den feuchten Waldboden. Das hätte ich nie erwartet. Ihre Hand umschloss meinen Schwanz, nicht sanft. Fest. Bestimmend. „Und jetzt stehst du ganz still.“
Sie begann zu wichsen, mit langen, langsamen Bewegungen. Ihr Griff war fest, fester als ich es selbst je gewagt hätte. Es tat ein bisschen weh, aber auf eine Art, die mich noch härter werden ließ. Der Nebel wirbelte um uns herum, der Wald war komplett still. Nur ihr Atem, mein Stöhnen.
„Du hast keine Ahnung, wie oft ich daran gedacht habe“, sagte sie, ohne den Rhythmus zu unterbrechen. „Dich so zu sehen. Hilflos. Ausgeliefert.“ Ihre andere Hand glitt nach oben, ihre Fingernägel kratzten leicht über meine Brust. „Im Klassenzimmer muss ich immer die Kontrolle behalten. Aber hier gehörst du mir.“
Ich keuchte, presste mich gegen den Baum. Die Rinde schnitt in meinen Rücken, aber es war mir egal. Alles, was zählte, war ihre Hand, die sich jetzt schneller bewegte.
„Schau mich an“, befahl sie.
Ich zwang meine Augen auf. Sie kniete vor mir, das Haar ein wenig zerzaust, die Wangen gerötet. Ihre Augen glitzerten.

„Sag mir, wie es sich anfühlt.“
„Gut“, presste ich hervor. „Verdammt gut.“
„Nur gut?“ Sie verlangsamte ihren Rhythmus, bis es zur Folter wurde.
„Unglaublich. Ich… ich brauche mehr.“
„Du bekommst, was ich dir gebe.“ Sie spuckte in ihre Hand, die Feuchtigkeit ließ alles rutschiger werden. Ihre Bewegungen wurden unregelmäßig, manchmal schnell, dann wieder quälend langsam. Ich konnte nicht vorhersagen, was als Nächstes kam. Das machte es noch intensiver.
Der Druck in mir baute sich auf wie ein Gewitter. Meine Beine zitterten. Ich hätte mich festhalten müssen, aber ich traute mich nicht, sie zu berühren, ohne gefragt zu werden. Diese Dynamik, diese Machtverteilung, erinnerte mich an die Geschichten über Dominanz, die ich manchmal heimlich las.
„Noch nicht“, sagte sie, als würde sie meine Gedanken lesen. „Du kommst erst, wenn ich es erlaube.“
Wie zur Hölle sollte ich das kontrollieren? Aber ich versuchte es, biss die Zähne zusammen, versuchte an etwas anderes zu denken. Es funktionierte nicht. Ihr Griff war zu gut, zu präzise.
„Mara, ich—“
„Noch nicht.“
Sie ließ plötzlich los. Die Abwesenheit ihrer Hand war wie ein Schock. Ich stand da, am Rand, mein Schwanz zuckte in der kalten Luft.
„Bitte“, flüsterte ich.
„Du lernst“, sagte sie anerkennend. Sie stand auf, kam näher. Ihr Mund war Zentimeter von meinem entfernt. „Aber nicht schnell genug.“
Sie küsste mich. Hart, fordernd. Ihre Zunge drängte in meinen Mund, während ihre Hand wieder nach unten wanderte, mich umschloss. Der Kontrast zwischen dem weichen Kuss und dem harten Griff trieb mich fast in den Wahnsinn.
Dann begann sie wieder zu wichsen, diesmal mit einem Rhythmus, der keinen Zweifel ließ. Sie wollte, dass ich kam. Jetzt.
„Komm für mich“, flüsterte sie gegen meine Lippen. „Zeig mir, wie sehr du das brauchst.“
Es explodierte in mir. Ich presste mich gegen den Baum, mein ganzer Körper spannte sich an. Ich kam hart, spritzte auf den feuchten Waldboden, während sie mich weiter wichste, jeden Tropfen aus mir herausholte. Mein Stöhnen hallte zwischen den Bäumen wider, viel zu laut, aber ich konnte es nicht zurückhalten.
Als es vorbei war, sackte ich zusammen. Meine Beine fühlten sich an wie Wasser. Mara ließ mich los, trat zurück. Sie sah aus wie immer. Kontrolliert, kühl.

„Zieh dich an“, sagte sie. „Wir müssen zurück.“
Ich gehorchte mit zitternden Händen. Die Realität kehrte langsam zurück, zusammen mit dem Nebel, der sich noch dichter um uns legte. Was war das gerade gewesen? Was hatte ich gerade getan?
„Bereust du es?“ fragte sie, als hätte sie meine Gedanken wieder gelesen.
„Nein.“
„Gut.“ Sie drehte sich um, ging zurück zum Pfad. „Das war erst der Anfang, Jannis. Das nächste Mal wird noch intensiver.“
Ich folgte ihr durch den Nebel, meine Gedanken wirbelten. Diese Situation war so ähnlich wie das Spiel, das manche im Klassenzimmer spielten, nur dass wir die Grenze längst überschritten hatten.
Auf dem Parkplatz angekommen, stiegen wir in unsere Autos. Keine Umarmung, kein Abschiedskuss. Sie startete den Motor und fuhr davon, ließ mich im Nebel zurück.
Ich saß in meinem alten Golf, starrte auf das Lenkrad. Meine Hände zitterten immer noch. In drei Monaten würde ich die Schule verlassen. Was würde bis dahin noch passieren? Wie oft würde sie mich noch in den Wald rufen? Und würde ich je den Mut haben, Nein zu sagen?
Die Antwort war einfach: Nein. Denn ein Teil von mir wollte es ja. Wollte ihre Kontrolle, ihre Befehle. Wollte sehen, wie weit sie bereit war zu gehen. Und ich hatte das Gefühl, dass dieser Wald noch viele unserer Geheimnisse sehen würde.
Ich startete den Motor. Der Nebel lichtete sich ein wenig, als ich vom Parkplatz fuhr. Aber in mir blieb alles grau und unklar. Aufregend. Gefährlich.
Genau so, wie ich es haben wollte.
Am Montag saß ich wieder in ihrem Unterricht. Sie erklärte die Zellteilung, ihre Stimme war sachlich, professionell. Aber als sie an meinem Platz vorbeiging, streifte ihre Hand kurz meinen Rücken. Eine Sekunde, nicht mehr. Niemand sonst bemerkte es.

Aber ich wusste: Es war eine Ankündigung.
Das nächste Treffen würde kommen. Vielleicht nicht im Wald. Vielleicht irgendwo, wo das Risiko noch größer war. Und ich würde wieder hinfahren, wieder tun, was sie verlangte.
Weil der Tautropfen an jenem Morgen nicht nur auf den Blättern gelegen hatte. Er hatte sich auch in mir niedergeschlagen, hatte etwas zum Keimen gebracht, das nicht mehr aufzuhalten war.
Und ich hatte nicht vor, es zu versuchen.
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Ich bin eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin und Wortakrobatin. Meine Reise als Autorin begann in meiner Kindheit, umgeben von Büchern und inspiriert von den unzähligen Welten, die sie enthüllten. Meine Werke sind ein Spiegelbild meiner Fantasie – eine Mischung aus Realität und Traumwelt, in der die Charaktere zum Leben erwachen und Leser auf eine emotionale Achterbahn mitnehmen.